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Letzte Aktualisierung: 21.01.2022

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Spuren des Sports in Frankfurt

von Ilse Romahn

(17.09.2018) Die Veranstaltungsreihe setzt sich am Mittwoch, 19. September, 18.30 Uhr, Am Mainbörnchen 3 in F-Fechenheim, mit dem Arbeiter Radfahrer Bund „Solidarität" auseinander. Grußworte sprechen Kurt Breitenbach, Vorsitzender RMSV Soli Fechenheim 1896 e.V., und Frank Zeiler, Geschäftsführer der Bundesgeschäftsstelle des RKB „olidarität" Deutschland 1896 e.V., sowie Ralf Beduhn – Sporthistoriker und Chronist des RKB „olidarität" Deutschland 1896; bekannt durch vielfache Publikationen, Fachartikel und Vorträge.

Bildergalerie
Kunstreigentruppe Solidarität
Foto: Sportkreis Frankfurt / Sammlung Church
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Solidarität Spitze im Umzug der 1. Arbeiterolympiade 1925
Foto: Sportkreis Frankfurt / Sammlung Church
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Mit 5000 Ortsgruppen und weit über 300.000 Mitgliedern war der 1896 in Offenbach gegründete Arbeiter-Radfahrerbund „olidarität" vor 1933 nicht nur größer als alle bürgerlichen und konfessionellen Radfahrer-Vereinigungen in Deutschland zusammen, sondern der größte seiner Art weltweit. Allein im Frankfurter Stadtgebiet gab es 21 Vereine der Roten Radler, wie sie auch genannt wurden.

Eine strikt breitensportlich ausgerichtete Radkultur, verbunden mit politischem Engagement zugunsten der Sozialdemokratie (z.B. Kurierfahrten bei Wahlkämpfen, Werbeaktionen in ländlichen Regionen) entsprachen den alltagskulturellen und politisch-sozialen Interessen großer Teile der Arbeiterbevölkerung.

Nach der Novemberrevolution von 1918 entwickelte sich der mit Anwachsen der Motorradsparte, in Arbeiter-Rad-und Kraftfahrerbund (ARKB) „olidarität" 1928 umbenannte Verband zur „roßmacht Solidarität" (Titel eines leider verschollenen Films), bevor er im Frühjahr 1933 von den Nazis brutal unterdrückt und zerschlagen wurde.

Im Unterschied zu dem Arbeiter-Turn-und Sportverband gründete sich der Bund „olidarität" ebenso wie Der Touristenverein „ie Naturfreunde", der vor 1933 Mitglied im LSB Hessen e.V. ebenfalls Teil der Arbeitersportbewegung war, nach 1945 wieder und existiert als RKB Solidarität bis zum heutigen Tage.

Der Frankfurter Verein, der sich bis heute auf die Tradition und Werte des Verbands bezieht, ist der RMSV Soli Fechenheim 1896 e.V. – am 19.09.2018 Gastgeber der fünften Veranstaltung zur Geschichte des Frankfurter Radsport in der Reihe Spuren des Sports in Frankfurt 2018

Veranstaltung: 19.09.2018 – Beginn 18.30 Uhr. Ort: Vereinsheim des RMSV Soli Fechenheim 1896 e.V. Am Mainbörnchen 3, 60386 Frankfurt ÖPNV: Linie 11 – Endhaltestelle Schießhüttenstraße

Die Reihe Spuren des Sports in Frankfurt ist ein Kooperationsprojekt des Sportkreis Frankfurt e.V. mit dem Eintracht Frankfurt Museum und dem Arbeitskreis Sport und Geschichte im Landessportbund Hessen. Sie wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Die Veranstaltung Rote Radler wird gefördert durch den RKB Solidarität Deutschland 1896 e.V. Der RKB "Solidarität" Deutschland 1896 e. V. ist aus der Arbeiter*innensportbewegung entstanden und der sozialen Verantwortung des Sports verpflichtet. In einer föderalen Struktur vereinigt der Verband 40.000 Mitglieder. Sie betreiben Rad-, Roll-, Motor- und Breitensport und engagieren sich in der außersportlichen Jugendbildung. Der RKB ist Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund. Für die Förderung des Sports und der Jugendhilfe als gemeinnützig anerkannt, wird er durch Mittel des BMI und des BMFSFJ unterstützt.

Der Sportkreis Frankfurt e.V. ist die Dachorganisation der Frankfurter Turn- und Sportvereine und dem Landessportbund Hessen angeschlossen. Er vertritt die Interessen der rund 420 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit über 215.000 Sportlerinnen und Sportlern nach innen und außen. Dabei unterstützt er die Vereine zum Beispiel bei Zuschüssen, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und Weiterentwicklung von Sportangeboten