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Letzte Aktualisierung: 17.06.2019

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Spargelanstich in Weiterstadt

Ronja 1. aus Gräfenhausen ist die neue Königin

von Karl-Heinz Stier

(09.04.2019) Selten ist die Spargelsaison in Hessen so lange wie in diesem Jahr. Nicht nur konnten die ersten Stangen bereits vor drei Wochen aus südhessischem Boden ans Tageslicht befördert werden, die Verbraucherinnen und Verbraucher können sich dieses Jahr auch auf einen besonders guten Geschmack freuen.

Bildergalerie
Symbolisches Spargelstechen auf einem Tannenhof-Feld
Foto: Karl-Heinz Stier
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und Ronja 1.- die neue Spargelkönigin auf 2.167 Hektar durchschnittlich 5,88 Tonnen königliches Gemüse pro Hektar
Foto: Karl-Heinz Stier
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138 Betriebe produzieren in Hessen auf 2.167
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der neu eröffnete Hofladen auf dem Tannenhof der Meinhardts
Foto: Karl-Heinz Stier
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Die neue Spargelkönigin Ronja 1
Foto: Karl-Heinz Stier
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Dazu haben der trockene Herbst, der kühle Winter und die frühlingshaften Temperaturen  zu Beginn des Jahres beigetragen, wie der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen Rolf Meinhardt bei der Eröffnung der neuen Saison betonte. Meinhardt hatte zusammen mit Landwirtschaftsministerin Priska Hinz und der neuen  23jährigen Spargelkönigin Ronja 1., die in den Spargelbetrieb Mager in Weiterstadt-Gräfenhausen eingeheiratet hat,  symbolisch die ersten Spargel im Tannenhof in Weiterstadt gestochen.

Die Ministerin wies in dem anschließenden Pressegespräch darauf hin, dass  die Hessen – was den Spargelanbau angehe -  mittlerweile zum Selbstversorger geworden seien. So viel erzeugt wird, so viel werde auch gegessen. In Hessen werde in 138 Betrieben auf 2.167 durchschnittlich 5,88 Tonnen königliches Gemüse pro Hektar erzeugt. Rolf Meinhardt dankte in diesem Zusammenhang der Landesregierung, dass sie sich  für die Beibehaltung der Drei-Monats-Regelung für die Saisonarbeitnehmer eingesetzt habe. „Ohne diese ist die Gemüseversorgung der Bevölkerung mit deutschem Gemüse nicht vorstellbar.“  Zur  Zeit arbeiten in dieser Sparte im Bundesland 15 000 bis 20 000 Menschen, der größte Teil stamme aus Rumänien.  Allerdings sei der Mindestlohn in diesem Jahr um 35 Cent auf 9,19 Euro gestiegen.

Mainhardt sprach sich  für die Beibehaltung der Folieneinsätze beim Spargelanbau aus und wies damit Kritik von Naturschutzverbänden zurück. Folien ermöglichten keinen zusätzlichen Einsatz von Heizungen, eine deutliche Ernteverfrühung,  reduziere die Entstehung von Treibhausgasen bei Transport und Kühlung und bewirkten bessere Spargelqualitäten, gleichmäßiges Wachstum, weniger Verfärbungen oder  verholzte Enden, einen lockeren Boden und mache die Ernte ergonomisch einfacher. Nach 8 Jahren werden die Folien im Recyclingverfahren entsorgt.

Der AK-Vorsitzende wagte die Voraussage, dass der Spargel Klasse 1 sich in dieser Saison wieder um 10 Euro pro Kilo einpendeln werde, wobei andere Sortierungen erheblich günstiger zu haben seien.

Die offiziellen Eröffnungsreden fanden im neuen Hofladen der Meinhardts im Verkaufsgewächshaus Orfelder Rod 3 statt.  Er wurde zugleich mit dem symbolischen Spargelstechen für die Öffentlichkeit freigegeben. Patrick Meinhardt, der zusammen mit seiner Frau Lisa den Hofladen betreibt, verkauft hier nicht nur Spargel, sondern auch viele andere Lebensmittel wie Erdbeeren, Himbeeren, Tomaten, Äpfel sowie Eier und  Brotprodukte von Erzeugern aus der Umgebung. Seit 4 Generationen widmen sich die Meinhardts nunmehr der Landwirtschaft, die sie jetzt noch mit Sonderkulturen wie Pflaumenanlagen ergänzen. Dauerhaft beschäftigt sind 20 Männer und Frauen.