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Letzte Aktualisierung: 22.02.2019

Soziales Engagement benötigt professionelle Vernetzung

Oberbürgermeister Feldmann empfängt Ehrenamtliche und Partner der AWO-Ehrenamtsagentur zum Frühstück

von Ilse Romahn

(12.02.2019) Der gesellschaftliche Strukturwandel hinterlässt auch Spuren im Ehrenamt. Immer weniger Menschen können oder wollen sich dauerhaft engagieren, sondern lieber in überschaubaren Projekten arbeiten. Hier hilft die Ehrenamtsagentur der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sie hat sich am Montag, 11. Februar, zu ihrem monatlichen Frühstück auf Einladung von Oberbürgermeister Peter Feldmann im Magistratssitzungssaal im Römer getroffen.

Oft haben Menschen aus beruflichen oder privaten Gründen keine Zeit, sich für längere Zeit in eine Organisation einzuklinken. Andere fühlen sich in den festen Strukturen einer Organisation mit Ämtern und Posten schlecht aufgehoben. Hier kommt die Ehrenamtsagentur ins Spiel. „Die Interessenten können uns anrufen, ihren Zeitbedarf schildern und wir finden zusammen etwas“, sagt Pilar Berk, Leiterin der Organisation. Ein Prinzip, das auch den Oberbürgermeister beeindruckt. „Das Ehrenamt ist eine tragende Säule der Gesellschaft. Die Formen des Engagements ändern sich. Die AWO aber geht mit der Zeit“, betont Feldmann, der zugleich Ehrenamtsdezernent ist.

Wichtig für die Arbeit der acht hauptamtlich Beschäftigten der Agentur ist es, umfassend vernetzt zu sein. Firmen, die ihre Mitarbeiter zum Engagement ermutigen, gehören zu deren Kooperationspartnern ebenso wie Einrichtungen, Organisationen und Institutionen, die unentgeltliche Unterstützung benötigen. Die Liste dieser „Arbeitgeber“ beinhaltet alle Wohlfahrtsverbände in Frankfurt, Einrichtungen wie etwa Kitas oder Stadtteilprojekte, erläutert Berk. Der Erfolg gibt der Idee Recht. Aktuell sind 1400 Ehrenamtliche vermittelt, davon 400 allein aus den kooperierenden Unternehmen. Unter diesen befinden sich etwa die Großkanzlei Freshfields LLP, der Gashersteller Air Liquide oder das Hotel Steigenberger Hof.

„Seit einigen Jahren erleben wir es immer häufiger: Firmen begreifen das Engagement als Bereicherung für alle. Die Mitarbeiter kommen ‚reicher‘ ins Unternehmen“, sagt Oberbürgermeister und Ehrenamtsdezernent Feldmann. Die Erfahrung der seit 2008 bestehenden Agentur belegt diese Einschätzung. 15 Firmen unterstützen sie als ständige Partner, weitere kommen sporadisch dazu. Um die dafür nötige Vernetzung aufrecht zu halten, gibt es das monatliche Frühstück mit Ehrenamtlichen, Unternehmen und anderen Partnern.

Als ein Zeichen der Anerkennung laden hierzu immer wieder Firmen und Institutionen des öffentlichen Lebens ein. „Es ist eine riesige Wertschätzung für das Ehrenamt, dass der Oberbürgermeister uns in den Römer einlädt“, sagt Berk. Gekommen waren knapp 40 Teilnehmer. Die Leiterin der Ehrenamtsagentur findet die Unterstützung durch die Stadt „sehr wertvoll“. Sie helfe bei der Vernetzung und dem Ausbau der eigenen Expertise.

Details zur Arbeit der Ehrenamtsagentur gibt es unter http://www.awo-ehrenamtsagentur.de . (ffm)