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Letzte Aktualisierung: 22.02.2019

Skyliners sagen Dankeschön und Goodbye

Frankfurter Basketballer verabschieden sich aus dem EuropaCup

von Norbert Dörholt

(08.02.2019)  Nach einer strapaziösen Anreise (knapp 20 Stunden Aufenthalt in Moskau aufgrund widriger Wetterbedingungen in Krasnodar, mehrere gestrichene Flüge, Übernachtung am Flughafen) zeigen sich die Frankfurter Bundesliga-Basketballer Fraport Skyliners beim 7DAYS EuroCup mit-Favoriten Lokomotiv Kuban Krasnodar in der ersten Halbzeit kämpferisch. Doch am Ende haben die Hausherren das bessere Ende für sich (19:18 – 19:16 – 21:10 – 25:14).

Foto: Fraport Skyliners
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Die Partie hat allerdings für beide Teams keine Auswirkungen auf die Tabelle: Krasnodar zieht als Gruppenzweiter in die nächste Runde ein, Frankfurt verabschiedet sich als Vierter der Gruppe aus dem Wettbewerb. Auf Frankfurter Seite fehlten mit Quantez Robertson, Shawn Huff, Akeem Vargas und Leon Kratzer vier Akteure. Topscorer der Fraport Skyliners wird Jason Clark mit 13 Punkten. Die vollständige Statistik zum Spiel gibt es über: http://bit.ly/StatsKuban

Stimmen zum Spiel

Gordon Herbert, Headcoach der Fraport Skyliners: „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und konnten da unser Spiel aufziehen. Krasnodar hat dann in der zweiten Halbzeit seinen Rhythmus gefunden und seine Verteidigung stark intensiviert. Dadurch konnten sie Fastbreak-Punkte erzielen und Selbstvertrauen aufbauen. Wir haben in der zweiten Halbzeit die Nacht am Moskauer Flughafen deutlich gespürt und einfach nicht mehr genug im Tank gehabt. Dennoch war es den Umständen entsprechend eine gute Leistung von uns. Ich möchte Krasnodar auf jeden Fall zum Sieg gratulieren! Wenn sie gesund bleiben, gehören sie für mich zum Favoritenkreis auf den Titel im Wettbewerb.“

Vlada Jovanovic (Lokomotiv Kuban Krasnodar): „Wir hatten zuletzt einige schwere Spiele und zwei Niederlagen in Folge. Wir haben nicht gezeigt, was wir können und wollen. Wir wollten daher unser Niveau anheben, gerade in der Offensive. In der zweiten Halbzeit haben wir gute Würfe herausgespielt. In der ersten hatten wir uns noch zu viele Ballverluste geleistet. Dennoch haben wir den Sieg verdient, konnten die Minuten auf viele Schultern verteilen und stehen nun in der nächsten Runde.“

Trae Bell-Haynes, Fraport Skyliners: „Die Anreise war natürlich anstrengend. Flügel wurden gestrichen, neue Flüge angekündigt, nur um dann doch wieder gestrichen zu werden. Das war eine lange Nacht. Als wir dann hier angekommen sind, hatten wir gerade mal zwei Stunden im Hotel und sind dann direkt zum Spiel gefahren. Das Spiel verlief dann leider nicht so, wie wir es uns erhofft hatten. Aber wir wollen keine Ausreden suchen und müssen einfach mental stärker werden. Wir sind nun aus dem Wettbewerb ausgeschieden, konnten aber viel lernen, uns als Team weiter entwickeln und viele Erfahrungen sammeln. Darauf gilt es nun aufzubauen und sich voll auf die easyCredit BBL zu konzentrieren.“

Spielverlauf

Knapp 3500 Kilometer Anreise, 20 Stunden Aufenthalt in Moskau, Übernachtung auf dem harten Flughafenboden inklusive, aber die Anfangsphase gehört trotzdem den Fraport SwkylinersS – 4:9 (4. Minute). Die Russen erholen sich jedoch schnell und verkürzen den Rückstand – 11:13 (6.). Und dann sind die Körbe auf beiden Seiten aber auf einmal wie vernagelt. Weder schwere noch einfache Würfe finden ihr Ziel. Dafür kommen aber Liebhaber taktischer Verteidigungsraffinessen voll auf ihre Kosten: Schnelle Rotationen, gute Hilfen und enge Räume machen es beiden Teams schwer, das Punktekonto aufzufüllen. Viertelendstand: 19:18.

Sehr zur Freude von Gordon Herbert ist die Defensive weiterhin der Rückhalt der Fraport Skyliners in den ersten Minuten des zweiten Viertels. Daraus ergeben sich immer wieder gute Gelegenheiten für den schnellen Ballvortrag – 19:25 (13.). Aber erneut bewahren die Russen die Ruhe und gehen nach Dreier von Vitaly Fridzon mit 32:29 (17.) in Führung. Den besseren Schlussabschnitt des Viertel erwischen die Gastgeber mit einem 6:2 Lauf, der ihnen den Halbzeitstand von 38:34 sichert. Frankfurts Elijah Clarance fasst die ersten 20 Spielminuten im Blitzinterview perfekt zusammen: „Wir halten gut mit, wir treiben dann Ball nach vorne und verteidigen gut.“

Hellwach, kämpferisch und auch mit ein wenig Fortune starten die Fraport Skyliners ins dritte Viertel. Nach Punkten von Jason Clark und Richard Freudenberg geht die Führung zurück nach Frankfurt – 38:39 (21.). Aber wie auch schon in den Vierteln zuvor findet der Vierte der VTB United League die richtigen Antworten und holt sich die Führung zurück. Über die Verteidigung und einen blitzschnellen Tyler Larson stabilisiert sich das Frankfurter Spiel wieder – 46:41 (26.). Der Rückstand bleibt zunächst im Bereich von sechs bis acht Punkten. Erst zum Ende des Viertels gelingt es den Russen ihren Vorsprung deutlicher auszubauen und so mit 59:44 ins letzte Viertel zu gehen.

Der Lauf der Russen setzt sich fort, die Kräfte bei den Frankfurter Jungs lassen zunehmend nach. Die lange Anreise, die Nacht am Flughafen und die kurze Erholungszeit vor dem Sprungball fordern nun ihren Tribut. In der 33. Minute beträgt der Rückstand 20 Punkte – 68:48. Gordon Herbert verteilt die Spielminuten auf alle mitgereisten Akteure, neun von zehn können Punkte verbuchen. Währenddessen spielen die Gastgeber ihren routinierten Stiefel im Stil eines Mit-Favoriten auf den 7DAYS EuroCup-Titel bis zum Ende durch und gewinnen verdient mit 84:58.

Highlight des Spiels

Die Russen greifen in der 19. Minute beim Stand von 32:29 mit massiver Kraft unter den Körben an. Aber da steht Jonas „WoBo“ Wohlfarth-Bottermann wie ein Fels in der Brandung. Mit viel Power sichert er sich den Rebound und passt zu… dem aufmerksamen russischen Verteidiger/Angreifer. Der freut sich über das Geschenk und passt den Ball weiter zu seinem heranstürmenden Mitspieler. Dieser schraubt sich in die Luft, will den Ball furios durch den Korb stopfen. Aber WoBo macht seinen Fehler wieder wett, steigt ebenfalls hoch, fährt seine langen Arme aus und drückt den Ball des Angreifers unbarmherzig wieder weg vom Ring. Da geht auch durch die Reihen der russischen Fans ein Raunen und Staunen durch die Ränge.

Die nächsten Spieltermine

Diesen Sonntag, den 10. Februar, kommt es zum ersten HEIMSPIEL der Rückrunde gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg. Tip-Off in der Fraport Arena ist um 15 Uhr.

Auswärts – Mittwoch, 13.2.2019, um 20:30 Uhr in Bamberg

HEIMSPIEL – Sonntag, 2.03.2019, um 18 Uhr gegen Berlin

Karten für diese und alle weiteren Heimspiele sind erhältlich über Tel. 069-928 876 19 oder www.fraport-skyliners.de/tickets.