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Letzte Aktualisierung: 13.12.2018

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Skull 5 – ältester Europäer

Senckenberg Naturmuseum zeigt Schädel von „Homo georgius“

von Karl-Heinz Stier

(11.10.2018) Er ist etwa 1,8 Millionen Jahre alt, stammt aus Georgien, gilt als Vorfahr der ersten Europäer und wird bis zum 18. November in der Schatzkammer des Frankfurter Museums ausgestellt. In Georgien wurden die bisher ältesten Überreste von europäischen Menschen gefunden. Skull 5 ist der weltweit vollständigste fossile Menschenschädel, bei dem auch der Unterkiefer noch erhalten ist.

Bildergalerie
Homo georgius – der älteste Europäer mit Unterkiefer
Foto: Karl-Heinz Stier
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Eröffnungsgäste levan Kharatishvili (Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport/Georgien), Prof. Dr. Friedemann Schrenk, Prof. Dr. Andreas Mulch, Mikheil Giorgadze, Prof. Dr. David Lordkipanidze und Museumsleiter Dr. Bernd Herkner
Foto: Senckenberg / Tränkner
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Repliken von vier weiteren Schädeln am gleichen Fundort Dmanisi gefunden
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Originalschädel ist erstmals außerhalb Georgiens zu sehen. Anlass für die Präsentation ist die diesjährige Buchmesse in der Mainmetropole, bei der Georgien Gastland ist. Als prominenter Politiker des Landes zwischen Europa und Asien kam auch Mikheil Batiashvili, der Minister für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport, der von Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor des Forschungsinstituts und Naturmuseum begrüßt wurde, in die Senckenberganlage.

Georgien ist ein wertvoller Fundort für Paläoanthropologen. Im Süden des Landes, an der Fundstelle Dmanisi,  wurden die bisher ältesten Überreste früherer Menschen außerhalb Afrikas  entdeckt.  Begleitet wird die Präsentation von dem einzigartigen Exponat  Skull 5 von  Repliken vier weiterer Schädel aus dem gleichen Fundort. Alle sind gut erhalten. Wären sie an verschiedenen, weit entfernten Orten gefunden worden, hätte man sie unterschiedlichen Frühmenschenarten zugeordnet- so unterschiedlich sind ihre anatomischen Schädelmarkmale. Die Fakten in Dmanisi  lassen den aber Schluss zu: die Individuen gehörten derselben Population an. Daraus könne man folgern- so die Wissenschaftler - dass zu Beginn der frühen Expansionen aus Afrika nur eine einzige Frühmenschenart existiere, deren Merkmale mitunter deutlich variieren konnten.

Auffällig an dem Exemplar von „Homo georgicus“  ist der Vergleich zu dem großen Gesichtsschädel zu dem verhältnismäßig kleinen Gehirn mit einem Volumen von nur 546 Kubikzentimeter. Die Werte der vier Artgenossen lagen zwischen 601 und 774. Zum Vergleich: der Homo sapiens weist durchschnittlich 1230 Kubikzentimeter auf.

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Georgischen Nationalmuseum und dem dortigen Ministerium für Bildung und Wissenschaft entstanden.