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Letzte Aktualisierung: 17.07.2019

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,Schätze aus dem Archiv‘ - Bühnenbild-Entwürfe von Trude Schelling Karrer

von Ilse Romahn

(26.04.2019) Am Montag, 6. Mai, hätte die Bühnenbildnerin und Innenarchitektin Trude Schelling-Karrer (1919 – 2009) ihren 100. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass zeigt das Deutsche Architekturmuseum in Kooperation mit der Schelling-Stiftung Karlsruhe eine Ausstellung der künstlerischen Bühnenbild-Entwürfe Trude Schelling-Karrers in der Reihe „Schätze aus dem Archiv“.

Trude Schelling-Karrer schuf Bühnenbilder für Schauspiel, Oper, Operette und Ballett. Ihre Arbeiten sind Zeitdokumente für die Inszenierungen der 1950er Jahre. In den mitunter rührend anmutenden Bildern zeigt sich die deutsche Italien-Sehnsucht der Nachkriegszeit. Man spürt die Freude, die ihr das Anfertigen der Entwürfe bereitet haben muss. Das Verspielte, Phantasievolle, die geschwungenen, weiß lackierten Stühlchen, die gemusterten Kostüme, die gestreiften Kissen, Markisen und Sofas, die üppige Verwendung von bunten Stoffen und Vorhängen und die vorwiegend lichte Farbigkeit stehen für eine weit zurückliegende Theaterepoche. Und gleichzeitig findet man Bühnenbildentwürfe, die etwas ganz anderes transportieren: etwa bei Kurt Weills „Knickerbocker Holiday“ (Stadttheater Essen, 1948), einer Collage aus Malerei und Zeitungsausschnitten, die düster-dramatisch wirkt, oder auch Thornton Wilders in fahles, schummriges Licht getauchtes Schauspiel „Das lange Weihnachtsmahl“ (Baden-Baden, 1952).

Trude Schelling-Karrer arbeitete im Wesentlichen mit Temperafarbe auf Karton, zuweilen ergänzt mit Bleistift oder Tusche, bisweilen großflächig, oft aber in feiner Zeichnung, mitunter unter Verwendung collageartiger Details. Nach Ausstellungen über Hans Dieter Schaal (1985) und Daniele Lievi (1987) ist die Ausstellung zu Trude Schelling-Karrer die dritte Schau im DAM, die sich dem Bühnenbild widmet.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 5. Mai, um 18 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Es sprechen Peter Cachola Schmal, Direktor des DAM, und Ursula Baus, Schelling Architekturstiftung. (ffm)