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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Romanfabrik: Vorstellung der neuen Veranstaltungsreihe ‚Café Europa‘

von Ilse Romahn

(28.05.2019) Kulturdezernentin Ina Hartwig hat am Morgen nach der Europawahl, am Montag, 27. Mai, gemeinsam mit Michael Hohmann, dem Geschäftsführer der Romanfabrik, und Pierre Monnet, dem Leiter des Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales (IFRA-SHS), die neue Veranstaltungsreihe „Café Europa“ vorgestellt.

Die Frankfurter Romanfabrik widmet sich in Kooperation mit dem IFRA-SHS in einer neuen Vortrags- und Debattenreihe dem vielschichtigen Themenkomplex Europa. Gemeint sind dabei weniger die Europäische Union oder aktuelle Bezüge zur Politik. Vielmehr begibt sich die Reihe auf die komplexe Suche nach der kulturellen Identität Europas, die sie unter anderem in der gemeinsamen (Kultur-)Geschichte, Literatur, Philosophie oder Politik vermutet.

„Ein friedliches, kulturell vielfältiges und solidarisches Europa ist keine Selbstverständlichkeit und wir sind heute mehr denn je gefordert, offensiv für dieses einzigartige Projekt zu streiten. Die Grundvoraussetzung für die Weiterentwicklung Europas im Sinne seiner Bürgerinnen und Bürger ist ein positives europäisches Bewusstsein. Das anspruchsvolle Programm von Café Europa verspricht wertvolle Anregungen für diesen Prozess“, betonte Kulturdezernentin Hartwig.

Das Veranstaltungsformat stützt sich auf Kurzvorträge und anschließende Debatten mit den Referenten. Sie sollen unter anderem die geschichtliche, kulturelle, politische, juristische, sprachliche religiöse und philosophische Dimension Europas beleuchten.

Hohmann erläuterte: „Das Café Europa greift eine Frankfurter Tradition auf, indem es zu Debatten über die Zukunft Europas einlädt. Europa hat nur eine Zukunft, wenn eine tiefere Kenntnis seiner vielfältigen Aspekte in kulturellen, wissenschaftlichen, philosophischen und politischen Bereichen in der Gesellschaft verankert wird. Der Diskurs über Europa ist heute so wichtig wie nie, daher laden wir Fachleute ein, deren Vorträge zur Diskussion anregen sollen, auf dem Podium wie mit dem Publikum.“

Monnet ergänzte: „Das Café Europa von Frankfurt stellt eine Dialogkultur der Salons und der Cafés im Europa des 18. Jahrhunderts wieder her, wo man wie nie zuvor von Europa gesprochen hat, im Sinne von Kultur, sozialem und utopischem Projekt, als Horizont des Geistes, der Gesellschaft und der Geographie. Zwei Jahrhunderte später lebt diese Überlieferung weiter und begleitet notwendigerweise den Aufbau und das Nachdenken in und über Europa, dem so übel mitgespielt durch das Abschotten und dem Wiederaufkommen nationalistischen Gedankenguts.“

Die Veranstaltungsreihe ist auf vier Jahre angelegt und wird an fünf bis sieben Terminen im Jahr stattfinden. Sie wird vom Kulturamt der Stadt Frankfurt mit 6000 Euro gefördert, außerdem vom Kulturfond Frankfurt RheinMain und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Es konnten bereits zahlreiche Redner aus Wissenschaft, Politik und Literatur gewonnen werden, darunter Micha Brumlik, Jan Assmann, Béatrice von Hirschhausen und Johannes Fried. Den Auftakt der Reihe bildet ein Gespräch von Rainer Forst und Daniel Cohn-Bendit zum Thema „Europäische Aufklärung und Französische Revolution“. Es findet am Montag, 3. Juni, um 20 Uhr in der Romanfabrik statt. Der Eintritt zu dieser und allen weiten Veranstaltungen der Reihe ist frei.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Romanfabrik unter http://www.romanfabrik.de . (ffm)