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Letzte Aktualisierung: 25.03.2019

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Rekordjahr für den Frankfurter Arbeitsmarkt

Niedrigste Arbeitslosenquote aller zivilen Erwerbspersonen seit Beginn der Auswertung im Dezember 1996

von Ilse Romahn

(07.01.2019) Insgesamt waren 19.687 arbeitslose Menschen bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Frankfurt gemeldet, 1,9 Prozent weniger als im Vormonat und elf Prozent geringer als im Dezember 2017. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Dezember erstmals unter die fünf Prozent-Marke auf 4,9 Prozent und lag damit auch weit unter dem Niveau des Vorjahres (5,6 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt war im Dezember 2018 auf den niedrigsten Stand seit über anderthalb Jahrzehnten gesunken. Nach Einführung des Arbeitslosengeldes II im Januar 2005 lag der vergleichbar höchste Stand an Arbeitslosen in der Stadt Frankfurt im März 2006 bei 39.402 Personen. Die Quote betrug damals 11,8 Prozent.

Karl-Heinz Huth, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Frankfurt: „Der stetige Rückgang der Arbeitslosigkeit ist noch höher zu bewerten, wenn man diesen vor dem Hintergrund des Bevölkerungsanstiegs in Frankfurt sieht. Der Abbau der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat zieht sich durch alle Personengruppen, ist aber bei den Jüngeren unter 20 Jahren stärker ausgeprägt. Gerade bei den Jüngeren müssen wir gemeinsam mit allen Netzwerkpartnern darauf sehen, diese dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Hierzu gehört in erster Linie eine abgeschlossene Ausbildung auf die später eventuell auch noch aufgebaut werden kann.

Besonders erfreulich ist der Rückgang bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier eine Verringerung von über 18 Prozent erzielt worden. Das Jobcenter Frankfurt betreut derzeit fast 72.500 Personen in Bedarfsgemeinschaften – 48.410 hiervon sind erwerbsfähig. Ich gehe davon aus, dass wir durch das neue Teilhabechancengesetz noch mehr Bewerberinnen und Bewerber um eine Arbeitsstelle in eine Beschäftigung vermitteln können. Viele Menschen, die schon lange auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind und aktuell faktisch keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten, können nun für bis zu fünf Jahre zum Mindestlohn, zum ortsüblichen Lohn, aber auch zum Tariflohn arbeiten und werden dabei noch intensiv begleitet und gecoacht. Sie können eine Weiterbildung absolvieren und für manche ist dies eine echte Perspektive für den Weg (zurück) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Bei der sogenannten „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ übernimmt das Jobcenter Teile des Lohnes als Zuschuss, der dann an die Betriebe ausgezahlt wird. Interessierte Firmen könnten sich beim Jobcenter Frankfurt unter (069)59769262 informieren.“

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt waren im Dezember 11.710 Arbeitsstellen gemeldet, 983 Stellen oder 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der Zugang von offenen gemeldeten Stellen seit Jahresbeginn lag mit 5,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Huth zur Stellensituation: „Über 30 Prozent aller Stellen sind derzeit in den Berufsbereichen „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“ gemeldet. Den nächstgrößten Berufsbereich stellt mit 14,6 Prozent „kaufmännische Dienstleistung, Handel, Vertrieb und Tourismus“. Da der Frankfurter Arbeitsmarkt sehr lebhaft ist, können wir unseren Bewerberinnen und Bewerbern zurzeit Angebote aus fast 12.000 Stellen in den unterschiedlichsten Berufsbereichen machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit weiterhin guten Ergebnissen in das neue Jahr starten können.“ 

Jahreswerte des Frankfurter Arbeitsmarktes
Im Jahresdurchschnitt 2018 registrierte die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main 21.584 Arbeitslose. Dies waren 7,4 Prozent oder 1.723 Personen weniger als in 2017. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbstätigen – lag bei 5,4 Prozent.

Mit fast 12,8 Prozent ist der größte Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen zu bemerken. Aber auch bei der Personengruppe der über 50Jährigen ist der Rückgang im Jahresdurchschnitt von 8,4 Prozent beachtlich. Da die Arbeitsagentur und das Jobcenter Frankfurt schon seit längerem gerade für diese Personengruppen besondere Maßnahmen zur Beendigung der Arbeitslosigkeit initiieren, sind diese Ergebnisse sehr erfreulich und zeigen, dass hier der richtige Weg gegangen wird.

Wie groß die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt der Stadt Frankfurt sind, lässt sich an den Jahressummen von Zu- und Abgängen bei den Arbeitsstellen erkennen. Im Jahr 2018 gingen insgesamt 27.054 Stellen ein – 1.331 mehr als im Vorjahr. 26.062 Stellen wurden als Abgang registriert – auch hier ein Plus von 1.335 gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt konnten 11.633 Stellen zur Verfügung gestellt werden, über 1.703 mehr als im Vorjahr.

Huth: “Die Zahlen sprechen für sich: Arbeitsagentur und Jobcenter Frankfurt können auf ein gutes Jahr zurückblicken. Die Bemühungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die individuelle Betreuung unserer Kundinnen und Kunden haben sich gelohnt. Aber auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern und Unternehmen hat zu diesem Erfolg beigetragen.“ 

Prognose
Auch wenn die aktuelle konjunkturelle Abschwächung einen leichten Dämpfer nach sich zieht, ist damit weiterhin eine gute Arbeitsmarktentwicklung zu erwarten. Brexit, Trump, Diesel – die Wirtschaft hat Gegenwind.

Laut Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) entwickelt sich der Arbeitsmarkt dennoch weiter positiv. Die Erwerbstätigkeit nimmt stetig zu, auch im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, während die Arbeitslosigkeit sinkt. Auch im neuen Jahr ist demnach eine positive Entwicklung bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit zu erwarten.

Der Abbau der Arbeitslosigkeit wird nach Einschätzung der Agentur für Arbeit Frankfurt im kommenden Jahr weitergehen. Der nach wie vor steigende Bedarf an Fachkräften führt zu einem Sinken der Arbeitslosigkeit. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht im gleichen Maße wie in den Vormonaten zu beobachten sein wird, sondern etwas abflacht. Die Arbeitsagentur Frankfurt prognostiziert aber, dass die Arbeitslosigkeit auf einem niedrigen Niveau bleibt. 

  www.arbeitsagentur.de