Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

Werbung
Werbung

Rekordergebnis beim „16. PfennigBazar": 96.725 Euro für den guten Zweck

Organisatorin Susie von Verschuer-Bär: „Das ist sensationell. Ich bin überwältigt."

von Sonja Thelen

(06.09.2019) Mit einem Rekordergebnis endete der „16. PfennigBazar" im Frankfurter Dominikanerkloster. 96.725 Euro konnten an beiden Verkaufstagen im „Second-Hand-Warenhaus für den guten Zweck" eingenommen werden.

Bildergalerie
Diese Kundin betonte: „Die gute Sache ist mir wichtig."
Foto: Thelen/DMSG Hessen
***
Der 16. PfennigBazar endete mit einem Rekordergebnis.
Foto: Thelen/DMSG Hessen
***

Rege haben die Kunden vom Shoppen auf dem Kultbasar am Dienstag und Mittwoch Gebrauch gemacht – passend zum Motto „Für kleines Geld einkleiden, im großen Stil helfen". Denn der Reinerlös geht zum größten Teil an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen, um Beratungs- und Therapieangebote für MS-Betroffene zu finanzieren, zu einem kleineren an den Hospizverein St. Katharina.

Nach dem Auszählen der Einnahmen aller 25 Abteilungen des PfennigBazars konnte Organisatorin Susie von Verschuer-Bär (Mitbegründerin und mit ihrer Spedition Fermont das organisatorische Rückgrat des PfennigBazars) am Dienstagabend die stolze Summe von 96.725 Euro vermelden. Damit lagen die Einnahmen um sage und schreibe 11.260 Euro über dem Vorjahresergebnis aus 2018. Ermöglicht wurde dies vor allem durch die erhöhte Spendenbereitschaft an den sieben Sammelterminen von April bis Juli. „Daher möchte ich mich von Herzen bei all den Spendern bedanken. Ohne sie wäre der PfennigBazar überhaupt nicht machbar", betonte Susie von Verschuer-Bär. 2004 hatte die seit Jahren in der DMSG Hessen engagierte Susie von Verschuer-Bär den PfennigBazar gemeinsam mit ihrer Mutter Sigrid Bär, Ideengeberin Gerhild Börsig, Renate von Metzler (Ehrenvorsitzende DMSG Hessen), Ingrid Pajunk (im März 2019 verstorben) und der verstorbenen Alexandra Prinzessin von Hannover aus der Taufe gehoben. „Das ist ein sensationelles Ergebnis. Ich bin überwältigt. Das Geld ist so wichtig, um die Arbeit für die MS-Betroffenen finanzieren zu können", betonte die Fermont-Chefin, die mit rund 15 Mitarbeitern an den Verkaufstagen im Einsatz ist. Dem kann Bernd Crusius, Geschäftsführer der DMSG Hessen, nur beipflichten: „Die Einnahmen sind für uns eine unverzichtbare Säule im Jahresbudget. Dank des PfennigBazars können wir MS-Betroffenen Beratungs-und Therapieangebote machen und einen Fahrdienst anbieten. All das trägt dazu bei, das Leben mit dieser nach wie vor unheilbaren Erkrankung zu meistern und Teilhabe zu ermöglichen."

Beeindruckt vom Einsatz der rund 300 Helfer und von der logistischen Leistung aller Beteiligten, für zwei Tage ein „Secondhand-Warenhaus für den guten Zweck" aufzubauen, hatte sich Stadträtin Dr. Renate Sterzel am Dienstag bei der Eröffnung des 16. PfennigBazars gezeigt. Stellvertretend für Oberbürgermeister Peter Feldmann dankte Renate Sterzel im Namen der Stadt den ehrenamtlichen Helfern für ihr vorbildliches bürgerschaftliches Engagement: „Es ist toll, was Sie hier auf die Beine stellen. Sie können stolz darauf sein, was Sie in den 15 Jahren seit Bestehen des PfennigBazars erreicht haben." Der PfennigBazar „genießt Kultstatus und ist mittlerweile eine Frankfurter Tradition". Zudem passe das „Second-Hand-Warenhaus für den guten Zweck" in die heutige Zeit, betonte Renate Sterzel: „Der PfennigBazar fördert die Nachhaltigkeit und dient dem Umweltschutz, da gezeigt wird, dass auch Getragenes und Gebrauchtes noch weiterhin genutzt werden kann."

Diese Ansicht teilten auch die Arbeitskolleginnen Heike und Christine, die nach Feierabend am Mittwoch auf dem PfennigBazar auf Schnäppchenjagd gingen. „Ich versuche so nachhaltig wie möglich zu leben und gehe oft auf Basare. Aber die Stimmung und Auswahl auf dem PfennigBazar ist immer besonders gut. Für mich ist das jedes Jahr ein Happening", sagte Stammkundin Christine und betonte: „Eine Freundin von mir hat MS. Daher habe ich eine Vorstellung, wie es ist, mit MS zu leben." Für ihre Kollegin Heike war der Besuch eine Premiere. Sie war schließlich ganz glücklich über den Kauf eines eleganten, mit Pailletten besetztem Bolero-Jäckchen. Wendy Martin, die vor allem bei den Haushalts- und Silberwaren Ausschau hielt, sagte: „Ich finde hier immer kleine Schätze. Und dass das Ganze für einen guten Zweck ist, ist umso schöner!" Beeindruckt von der großen Auswahl gut erhaltener und qualitativ hochwertiger Bekleidung für die Dame, den Herrn und das Kind sowie von Spielsachen, Taschen, Modeschmuck, Schuhen, Nippes, Porzellan und Haushaltswaren zeigte sich eine andere Kundin und betonte: „Die gute Sache ist mir wichtig." So auch Lena-Marie Nachtigall, angehende Erzieherin, die von einer Schulfreundin zum Besuch angestiftet wurde: „Mit meinem Einkauf MS-Betroffene zu unterstützen, ist mir umso lieber."

Übrigens wurden die Waren, die am Ende des 16. PfennigBazars noch übrig waren, gemeinnützigen Frankfurter Organisationen gespendet, die sich um Hilfsbedürftige kümmern, etwa dem Familienmarkt, dem DRK und der Obdachloseneinrichtung „Weser 5". Zugleich dankt die DMSG Hessen den Sponsoren Fermont, Galeria Kaufhof, dem Evangelischen Regionalverband, der das Dominikanerkloster zur Verfügung gestellt hat, der Bethmann-Bank, Getränke Zeller aus Langen, Deutsche Städte Medien Ströer, dem DRK Frankfurt, dem Frankfurter Entsorgungsunternehmen FES und Fraport für ihre Unterstützung und Hilfe. Tatkräftige Unterstützung bekam der PfennigBazar von zwei Mitarbeitern von ING-DiBa, die dank ihres sozialen Unternehmensprojekts „Give Five" bereits zum sechsten Mal beim PfennigBazar im Einsatz waren.