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Letzte Aktualisierung: 14.12.2018

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Reisebericht - Kuba Varadero. Statt Herbst-Blues, Kuba.

von Helmut Poppe

(19.11.2018) "Qué calor*" sagen wir in dieser Jahreszeit bestenfalls wenn wir die Heizung zu hoch gedreht haben. Und wenn wir uns ausnahmenweise im November über viel Sonne freuen dürfen, grauer Himmel und Herbst-Blues sind bestimmt nicht weit. Also einmal darüber nachgedacht, statt Weihnachten mit der Masse der Touris am Flughafen zu stehen, das Reisedatum ein wenig vorzuverlegen?

Bildergalerie
Hotel Foyer Iberostar
Foto: frankfurt-live, Poppe
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Coco Loco
Foto: frankfurt-live, Poppe
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Rumba
Foto: frankfurt-live, Poppe
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Der Herbst bietet sich mit günstigeren Nebensaisonpreisen und weniger großen Menschfluten an. Das Reiseziel hieß: Kuba und dort der leicht zu erreichende Touristenressort Varadero. Die Hurrikansaison ist dieses Jahr glücklicherweise für die Karibikinsel ausgefallen, alte Schäden sind längst behoben. Also auf an die Buchung!

Aus der hohen Anzahl von Reiseportalen wählten wir denjenigen, der im Browser aus alter Zeit noch hängen geblieben war. Nach vorherigem Check bei anderen Anbietern vor allem bei booking.com wurde rasch eine Liste erstellt, die unseren Ansprüchen entsprach: 4 Sterne oder mehr, wissend, dass ein „estrella“ Stern mehr gegenüber unseren in Europa gewohnten Standards ratsam  ist. Weitere Kriterien waren:  Lage möglichst ruhig, ein Sport – und Freizeitangebot waren uns auch wichtig. Die Wahl fiel auf drei Hotels unter fast 60 bestehenden in Varadero, einem Touristenort östlich von Havanna und etwa 35 Kilometer vom Flughafen  entfernt auf einer  Halbinsel liegend. Gebucht wurde dann ein nach dem Motto „Nummer sicher“ ein Hotel aus der bekannten Hotelkette Iberostar. Recht hatten wir, es zeigte sich, dass wir eines der  besten zu einem vernünftigen Preis gebucht hatten. Ein kleiner Vorwurf an das Reiseportal mit der englischsprachigen Umschreibung für letzte Minute bei dem wir gebucht hatten: einmal die Reise reserviert und bezahlt, war es unter Ausnutzung aller möglicher zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel nicht mehr zu erreichen. Als Bucher ausschließlich der Hotelleistung wurde zwar rasch die die eigene Kreditkarte belastet von einbem seltsam anmutenden Belastungskonto, das vom Namen her an einen lateinamerikanischen Tanz erinnert. Nun denn, das Hotel war  bestätigt, wie man auch bei einem Anruf dort erfuhr. Vertrauenserweckend war das nicht, was beim Vermittler  in München und  Berlin (nicht) geschah. Das nächste Mal woanders dann. Interessant auch, dass unter Einschaltung vieler technischer Mittel – und hiermit ist nicht nur das Ausschalten von Verfolgungs-Cookies gemeint- in der Zeit zwischen  Vorauswahl des Hotels und der sechs Stunden  später vorgenommenen Buchung der Preis um 15% gestiegen und das Premiumzimmer nicht mehr zu haben war.  Bekannt ist, dass Onlinereiseanbieter ihre Preisgestaltung smart gestalten. Nun denn, irgendwann ist das auch ausgereizt. Olé, Olé. Das nächste Mal wird man halt woanders buchen.

 Die 7-Tagesreise ging Mitte November  los. In lockeren Abständen werden wir über Kuba, Varadero und Havanna berichten.  Themenschwerpunkte werden sein: Fortbewegung, Essen, Kommunikation, Menschen. Jetzt schon können wir sagen: Eine Reise auf die Karibikinsel lohnt sich. Karibikimpressionen sind garantiert. Ein warmherziges Volk erwartet Sie. Der Strand ist wunderschön und entspricht allen azurblauen badewannenwarmen-Wasser-Clichés,  zu sehen gibt es viel, das all around-feeling lautet Musik, Entspannung, Wärme. Das hält bis in den Winter hinein!

Und wenn es immer heißt: „So schnell wie möglich nach Kuba, bevor es amerikanisch wird“. Ziemlicher Unsinn, es ist bereits schon tief von ihm beeinflusst alleine schon mit der Nähe zu dem kapitalistischen Nachbarn, was sich nicht nur bei den alten Autos bemerkbar macht. Hinzu kommen die bemerkenswert vielen Latinos aus Süd und Mittelamerika, die sich hier einen Urlaub leisten und sich eh an der US orientieren. Und nicht zuletzt gibt es viele Kanadier, die auch nur wenige Flugstunden entfernt sind. Bestimmt interessant wird es, zu sehen, wie die bestehende kubanische Planwirtschaft Anforderungen aus der immer noch bestehenden Mangelwirtschaft und Selbstbestimmung aufnehmen wird. Stolz kann die Nation allemal sein auf das bestehende eigene Erziehungs- und Gesundheitssystem. Und erst recht auf das hier überall anzutreffende  Lebensgefühl.

* Zur Einleitung „Qué calaor“: Eine musikalisches Echos findet dieser Spirit beim Orchestra Araragon aus den 50er Jahren. Empfehlenswert, anzuhören bei den bekannten Streamingdiensten.