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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Reineke Fuchs und Struwwelpeter

Volksbühne Frankfurt stellt neues Programm vor

von Karl-Heinz Stier

(05.04.2019) Das Ensemble der fliegenden Volksbühne kann tief durchatmen. Nach zehn Jahren turbulenten Vagabundierens hat die 15köpfige Theatercrew nunmehr eine feste Spielstätte bezogen - zumindest was Arbeitsräume und Probebühne angeht.

Bildergalerie
Erste Premiere: „Reineke Fuchs“
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zweite Premiere: Hessischer Einakter „Ich saach niks mehr“
Foto: Karl-Heinz Stier
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Uraufführung : „Der Struwwelpeter“
Foto: Karl-Heinz Stier
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Die Hauptakteure v.l.n.r: Rainer Dachselt, Celestine Hennermann, Matthias Faltz, Michael Quast, Christian Fausch, Jörg Hahn und Hermann Kretschmar.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Aufführungssaal ist noch in Fertigstellung. Die neue Unterkunft liegt im Herzen der Stadt, in einem Ort, der als Saal des Buchhändlerhauses galt und n den späteren 50- und 60iger Jahren Mittelpunkt des literarischen und musikalischen Lebens war. Hier residierte ab 1975 viele Jahre auch Liesel Christ mit den Aufführungen ihrer Volksstücke. Gleich ums Eck ist Goethes Geburtshaus  -  hier wird auch das Romantik-Museum entstehen -  ein idealer Platz, verkehrstechnisch und künstlerisch. „Die Frankfurter bekommen ein Theater, das sich Frankfurt zum Thema macht. Mundartlich und literarisch, ebenso wie perspektivisch und in die Zukunft phantasiert. Auf jeden Fall aber unterhaltend“, wie Michael Quast betont. Und Oberbürgermeister Peter Feldmann meint: „Die Fliegende Volksbühne hat nach ihren Wanderjahren eine eigene Spiel- und Produktionsstätte gefunden. Wir sind gespannt, was im kritischen Umgang mit unseren Volkstheatertraditionen und offensiver Komik uns geboten wird“.

Es gibt nicht nur eine feste Spielstätte, sondern künftig auch zwei Direktoren. Neben Michael Quast ist nunmehr auch Matthias Faltz für die Geschicke der Volksbühne mit verantwortlich, der in Marburg und Wiesbaden reichlich Theaterluft schnuppern konnte und auch beim neuen Programm im Großen Hirschgraben die Spielzeit 2019/20 mitgestaltete.

Premiere im neuen Cantate-Saal ist am 19. September mit Reineke Fuchs von Johann Wolfgang Goethe, eine Fabel aus einem  mittelalterlichen Epos. Hauptdarsteller: Michael Quast, der zusammen mit  Matthias Faltz auch Regie führt.

Die nächste Premiere ist am 14. November ein hessischer Einakter mit dem Titel Ich saach niks mehr . Damit setzt die Volksbühne Frankfurt ihre fröhliche Erforschung der Mundart mit 5 exemplarischen Szenen aus knapp 200 Jahren Frankfurter Mundarttheater fort. „Ein Stück voller Witz, heilischer Gefühle in langer Unterhose“, so Quast.

Die nächsten Premieren: Peterchens Mondfahrt (ab 24. November), ein Kinderbuchklassiker als Familienstück zur Weihnachtszeit; Heinrich Hoffmanns Der Struwwelpeter in einer Uraufführung am 24. Januar in hessischer Mundart. Hier gibt es erstmals eine Zusammenarbeit mit dem Theater-Ensemble Modern, die zu Dritt die Musiken der Akteure Sabine Fischmann und Michael Quast begleiten.

Schließlich in einer weiteren Uraufführung am 13. März von Rainer Dachselt eine Tragikomödie mit dem Titel Nachverdichtung – ein Häuschenkauf für Frankfurter und andere Wohnungssuchende.

Außerdem wird eine Rubrik „Extras“ eingeführt: Zum ersten Mal am 5. Oktober u.a. ein gemeinsames Singen mit dem Publikum sowie eine Tanzperformance mit 4 Tänzer und Tänzerinnen sowie Schüler und Schülerinnen ab 14 Jahre. Die verantwortliche Choreographin heißt Celestine Hennermann, einst Dramaturgin bei William Forsythe. Dann Offenbachiaden, Erinnerungen an den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach, einer der größten Violoncellisten seiner Zeit, Komponist (Hoffmanns Erzählungen), Musikunternehmer und Spaßvogel von unerschöpflicher Produktivität. Das Stück heißt Was für ein Pariser Leben - Text und Gesang: Michael Quast.

Die Eintrittspreise bewegen sich zwischen 28, 25 und 22 Euro. Kartenvorverkauf unter Tel. Nr. 060 – 407 660 589 oder www. volksbühne.net. Unter dieser Homepage findet man auch Infos über weitere Aufführungen.