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Letzte Aktualisierung: 18.09.2018

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Rechtssichere Verträge für Freelancer

Vortrag am 26. April bei der IHK Frankfurt

von: Ilse Romahn

(16.04.2018) Am 26. April informiert Fachanwalt Christian Hoppenstedt in der IHK Frankfurt über arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Kriterien bei der Vertragsgestaltung in der Kreativwirtschaft.

Befristete Vertragsverhältnisse sind in der Kreativwirtschaft gang und gäbe: Agenturen, Filmproduktionen oder Entwickler-Studios stellen ihre Teams für gewöhnlich temporär, da projektbezogen, zusammen. Vordergründig kommt diese Praxis allen Beteiligten entgegen: Aus Sicht der Arbeitgeber sprechen neben inhaltlichen und arbeitsrechtlichen vor allem finanzielle Gründe für die Zusammenarbeit mit Freelancern. Gleichzeitig ist unter Kreativen der Wunsch weit verbreitet, sich ungebunden zu fühlen. Viele von ihnen hoffen zudem auf 'mehr Netto vom Brutto'.

Doch als Freelancer beschäftigt werden darf nur, wer konkrete arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Kriterien nicht erfüllt. Am 26. April, 17 - 20 Uhr, gibt Christian Hoppenstedt einen Überblick über den aktuellen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung. Außerdem erläutert er typische Klauseln in Verträgen mit Kreativen, zum Beispiel zu Nutzungsrechten oder Geheimhaltung und geht auf das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) ein. Sein Vortrag richtet sich sowohl an freischaffende Kreative als auch an potenzielle Auftrag- oder Arbeitgeber.

GAMEPLACES Business & Legal findet in der IHK Frankfurt am Main statt. Die Teilnahme ist kostenlos; eine rechtzeitige Anmeldung wird erbeten. Anmeldung: Direktlink (eventbrite) Mobil: 0178 389 88 08

"Selbständigkeit hängt nicht nur von der Anzahl der Auftraggeber ab; maßgeblich ist die Ausgestaltung der Tätigkeit", warnt Hoppenstedt. In seinem Vortrag zeigt er deshalb auf, wo die arbeitsrechtlichen Grenzen zwischen einer wenn auch befristeten, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und einer selbständigen Tätigkeit liegen. Auch die verbreitete Annahme, das Risiko einer Scheinselbständigkeit liege allein beim Auftraggeber, ist falsch - es ist nur ungleich höher: Der Scheinselbständige haftet lediglich bis zu drei Monate für die Arbeitnehmeranteile, der Auftraggeber hingegen grundsätzlich bis zu vier, bei Vorsatz sogar bis zu 30 Jahre rückwirkend für die gesamten Sozialversicherungsbeiträge. "Im Zweifelsfall bringt ein Statusfeststellungsverfahren Klarheit", so Hoppenstedt. Was genau das ist und wie es eingeleitet werden kann erläutert er am 26. April. Ergibt ein solches Verfahren, dass es sich tatsächlich um eine freiberufliche Tätigkeit handelt, sollte der Auftragnehmer prüfen, ob diese versicherungspflichtig nach dem KSVG ist. Selbständige Künstler und Publizisten können von einer Aufnahme in die Künstlersozialkasse (KSK) profitieren: Sie haben Anspruch auf Leistungen, die den Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung entsprechen. Für Auftraggeber gilt: Wer nicht nur gelegentlich freiberufliche Künstler und/oder Publizisten beauftragt, muss eine Künstlersozialabgabe (KSA) entrichten; ob der jeweilige Auftragnehmer in der KSK pflichtversichert ist spielt dabei keine Rolle.