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Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

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Pokalkrimi in der Fraport-Arena

Last-Minute Niederlage der Skyliners gegen Göttingen

von Norbert Dörholt

(30.09.2019) Die Fraport Arena war gefüllt mit 4900 Zuschauer, die heiß auf das erste Heimspiel der neuen Saison der Frankfurter Bundesliga-Basketballer Fraport Skyliners waren. Von Beginn an entwickelte sich eine enge Partie, beide Teams führten zu keiner Zeit mit mehr als sieben Punkten. Das Team von Headcoach Sebastian Gleim überzeugte vor allem in einem starken dritten Viertel, doch am Ende nutzte Göttingen die Foulprobleme der Frankfurter und konnte 9/10 Freiwürfen zum 74:79 Auswärtssieg (19:22 – 17:19 – 26:15 – 12:23) verwandeln.

An dem wäre ich schon mal vorbei, scheint sich hier der Frankfurter Daniel Schmidt mit der Nummer 13 zu denken.
Foto: Fraport Skyliners
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Damit scheiden die Fraport Skylliners im Achtelfinale des MagentaSport BBL Pokals aus. Ohne den verletzten Anthony Hickey (Fuß) lieferte Lamont Jones ein starkes Spiel ab und wird am Ende mit 28 Punkten Topscorer. Sebastian Gleim, der Headcoach der Fraport Skyliners, zeigte sich als fairer Verlierer: „Glückwunsch an Johan und seine Mannschaft. Wir sind heute das erste Mal in einem Spiel angetreten, in dem es wirklich um was ging. Den Ausfall von Anthony Hickey haben wir ganz gut kompensiert und ein paar Abläufe umgestellt. Daran hat es heute nicht gelegen. Wir waren vor allem am Anfang des Spiels nicht präsent genug. Nach der Halbzeitpause sind wir gut aus der Kabine gekommen, waren aber am Ende vielleicht nicht abgezockt genug. Defensiv haben wir ein paar Big Plays nicht bekommen und somit gewinnt Göttingen das Spiel verdient.“

Und Johan Roijakkers (BG Göttingen) meinte: „Ich möchte meinem Team gratulieren. Ich denke, wir haben das Spiel verdient gewonnen. Wir hatten nach Mittwoch etwas gut zu machen. Die Vorbereitung auf diese Partie war nicht einfach, denn Frankfurt hatte noch kein Spiel. Wir haben uns daher auf uns selbst konzentriert. Ein Kompliment möchte ich aber auch Sebastian und dem Frankfurter Team aussprechen. Ein erstes Spiel zum Saisonstart ist nie einfach, beide Mannschaften hätten dieses Match gewinnen können. Vielleicht waren wir im vierten Viertel einfach etwas frischer.“

Lamont Jones von den Fraport Skyliners zollte den Göttinger Spielern Respekt: „ Göttingen hat das letztes Spiel relativ hoch verloren, ich denke sie wollten heute einiges wieder gut machen. Es war unser erstes Spiel zusammen und uns hat mit Anthony Hickey ein Schlüsselfaktor gefehlt. Mir hat gefallen, wie wir im dritten Viertel aufgetreten sind, aber es war schlussendlich nicht genug. Ich denke, am Ende sind wir etwas müde geworden, aber wir sind als Team zusammengestanden und haben auch in schlechten Phasen zusammengehalten. Wir haben gut gekämpft, viele 50:50 Bälle sind beim Gegner gelandet, aber man muss Göttingen Respekt zollen. Jetzt müssen wir das Spiel analysieren und schauen, wie wir für Mittwoch [Auswärtsspiel vs. Bonn] besser werden können.“

Spielverlauf

Beide Teams überzeugen von Beginn an mit einem guten Wurfhändchen, wobei bei den Gästen das Händchen von „Downtown“ etwas abkühlt (2/6, 6. Minute). Tez Robertson gibt auch in seiner elften Saison noch immer Vollgas, sichert sich einige Male den Rebound und erkämpft zweite Chancen – 17:16 (7.). Defensiv stimmt bei den Fraport Skyliners an einigen Stellen die Abstimmung noch nicht und so kann Göttingen das erste Viertel mit einer 19:22 Führung für sich entscheiden. Offensiv läuft das Spiel der Frankfurter besser! Beispiel gefällig? Lamont Jones trifft den ersten Dreier, auf der anderen Seite vergibt Allen den Korbleger und Jones fackelt keine Sekunde, drückt ab und versenkt den nächsten Dreier! 25:25 – Auszeit Göttingen. Doch Göttingen bekommt teilweise zu offene Würfe, trifft doppelt so viele Dreier wie die Frankfurter und führt zur Halbzeit mit 36:41.

Was immer Sebastian Gleim in der Halbzeit gesagt hat – es hat Wirkung gezeigt! Die Frankfurter kommen ganz stark aus der Kabine, erlauben in den ersten drei Minuten nur zwei Punkte und können dank elf Punkten auf dem eigenen Konto die Führung wieder übernehmen – 47:43 (27.). Doch schon zu Beginn des vierten Viertels wird klar, dass die Fans hier ein Pokalkrimi erwartet! Denn Göttingen kann in Person von Kyan Anderson zum 62:62 ausgleichen (32.). Die Frankfurter haben schnell Foulprobleme und so wird Göttingen oft an die Linie geschickt. Es bleibt bis zum Schluss ein Kopf an Kopf Rennen, bei dem Göttingen 9,2 Sekunden mit 74:77 die Nase vorne hat. Jones, der mit 28 Punkten bester Frankfurter wird, ist am Ende mit der Fußsohle auf der Auslinie, Göttingen kann die folgenden Freiwürfe nach dem schnellen Foul verwandeln und zieht nach dem 74:79 Auswärtserfolg in das Pokal-Achtelfinale.

Mister 100 Prozent

Lamont Jones ist nicht aufzuhalten! Frankfurts neue Nummer 10 trifft, rennt und ist für die Hustle-Plays zuständig! Mit vollem Einsatz läuft er dem Ball hinterher, um diesen vor der Auslinie zu retten…und fällt über die LED-Bande. Ein lautes „Ohh“ ertönt in der Fraport-Arena gefolgt von gespenstischer Stille. Diese währt jedoch nur kurz, denn Jones springt auf, als wäre nichts gewesen und joggt entschlossen zu seinem Gegenspieler. Da klatscht nicht nur die Halle sondern auch Headcoach Sebastian Gleim anerkennend Beifall!

Die nächsten Spieltermine

Mittwoch, 2. Oktober, um 19 Uhr vs. Telekom Baskets Bonn

HEIMSPIEL, Sonntag, 6. Oktober, um 15 Uhr vs. FC Bayern Basketball

Tickets gibt es unter www.fraport-skyliners.de/tickets oder 069-92887619.