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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Poetisches und Ironisches zur Kunst

Kunsthalle Schirn präsentiert John M Armleder Ca.Ca

von Karl-Heinz Stier

(08.06.2019) "Er gilt als einer der wichtigsten Konzept-, Performance- und Objektkünstler der Gegenwart. Eigens für die Schirn entwickelt er neue, raumfüllende Installationen, die er im Innen– und Außenraum zeigt. Der Schweizer John M Armleder verbindet Zufall und Planung, Hochkultur und Alltags, Tiefgründiges und Banales zu einem ambivalenten und einzigartigen Erlebnis“, betont Dr. Philipp Demandt, Direktor der Schirn, bei der Pressevorstellung in Anwesenheit des Künstlers.

Bildergalerie
Fahnen vor der Schirn weisen auf die Ausstellung bis 1. September hin
Foto: Karl-Heinz Stier
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Auskünfte zu Ausstellung gaben auf der Pressekonferenz: Direktor Dr. Philipp Demandt und Kuratorin Dr. Ingrid Pfeiffer
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zwanzig Discokugeln hängen außen in der Rotunde
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zwei Kinderrutschbahnen stehen auf dem Kopf
Foto: Karl-Heinz Stier
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Künstler John M Armleder war auch präsent
Foto: Karl-Heinz Stier
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Und die Kuratorin der Ausstellung Dr. Ingrid Pfeifer ergänzt: „Seine Kunst ist eine Herausforderung, eine konzeptionelle Tour durch die Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie befriedigt nicht nur Auge und Sinne, sondern auch den kritischen Geist“.

Aktiv setzt sich der Künstler mit seinem jeweiligen Ausstellungsraum auseinander, viele seiner Arbeiten entstehen erst vor Ort. Oft verwendet er Versatzstücke aus früheren Werken und mischt unterschiedlichste Medien und Materialien miteinander. Dazu eines seiner vielen Zitate: „Ich nehme alte Arbeiten und stelle sie in andere Zusammenhängen, die sie neu aufladen“.

So hat Armleder für die Schirn in der Rotunde eine Installation aus zwanzig in verschiedenen Höhen angebrachte Discokugeln  angebracht, die sich in den eigens mit Spiegelfolie verkleideten Fenstern des öffentlich zugänglichen Raums multiplizieren. Im Innenraum kombiniert er im großen Saal weitere Werke, darunter ortsspezifische Wandarbeiten mit stilisierten Totenköpfen sowie Skulpturen, eine etwa auf den Kopf gestellte doppelte Kinderrutsche, die sich in seine früheren Furniture Sculptures einreiht.

Seine zentralen Anliegen sind die Verweigerung des Konkreten, Festlegbaren sowie seine Vorliebe für das Prozesshafte. Diese grundlegende Haltung des Künstlers lebt bis heute fort und spiegelt sich etwa auch im Titel  „CA. CA“ (cetera et cetera) der Schirn-Ausstellung. Die Zufälligkeit im Ergebnis ist ebenfalls kennzeichnend für seine großformatigen Pour Paintings: geschütteter Farbe in Verbindung mit andren teilweise nicht kompatiblen Elementen. Die Kombination von aus der Kunstgeschichte vertrauten Formen mit Alltagsgegenständen ist eine wiederkehrende Methode Armleders. „Sein Werk ist gekennzeichnet von einem Recycling der Formen, mit dem er kontinuierlich die Rolle der Kunst in einem sich ständig veränderndem Kultursystem befragt“, so die Kuratorin.

John M Armleder, geboren 1948,  lebt und arbeitet in Genf. 1986 bespielte er den Schweizer Pavillon auf der Bienale in Venedig und nahm 1987 an der Documenta 8 in Kassel teil. Zahlreiche  Auszeichnungen und Werkschauen folgten, zuletzt 2018 zwei Retrospektiven zu seinem 70. Geburtstag im Museum MADRE in Neapel und im Museion  Bozen.

Die Ausstellung in der Kunsthalle Schirn dauert bis 1.September. Während der ganzen Laufzeit gibt es ein vielseitiges Rahmenprogramm, auch mit vielen Führungen. Alle Informationen dazu unter www.schirn.de

Öffnungszeiten: DI – SO 10 bis 18 Uhr . Während der Sommerferien DI – FR 10 bis 14 Uhr, SA und SO  10 bis 18 Uhr.