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Letzte Aktualisierung: 15.10.2018

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Pendlerverströme im IHK-Bezirk Frankfurt am Main

Attraktive Kommunen – Ausbau der Verkehrsverbindungen

Dieser Artikel wurde eingestellt von Ilse Romahn

(12.10.2018) Die Landkreise Main-Taunus und Hochtaunus sind Pendlerhochburgen innerhalb der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Nach einer Zusammenstellung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main ist die Zahl der Einpendler in den Hochtaunuskreis seit 2013 um fast 15 Prozent, im Main-Taunus-Kreis um etwa zwölf Prozent gestiegen.

„Die Kommunen in diesen beiden Landkreisen sind für Unternehmen und Beschäftigte weiterhin hoch attraktiv, daher müssen die Verkehrsverbindungen untereinander weiter ausgebaut werden“, sagte Matthias Gräßle, IHK-Hauptgeschäftsführer. Insbesondere gelte dies für die geplante neue Schienenverbindung Regionaltangente West (RTW) und den Lückenschluss der U-Bahnlinie 2 in Bad Homburg.

Das Planfeststellungsverfahren für die RTW ist auf den verschiedenen Streckenabschnitten eingeleitet, der Lückenschluss der U2 zwischen der bisherigen Endhaltestelle Gonzenheim und dem Bahnhof in Bad Homburg wartet nur noch auf ein positives Votum der Bürger der Stadt in einer Befragung am 28. Oktober 2019. Die Informationskampagne der Stadt Bad Homburg zum U2-Lückenschluss sei beispielhaft, so Gräßle. Ebenso klug sei aus Sicht der IHK, dass die Anregungen für eine optimale Lärmvermeidung an der U-Bahn-Strecke aufgenommen worden seien. Die IHK werde die großen Betriebe in der Stadt ansprechen, so dass sie ihre Beschäftigten ebenfalls umfassend informieren könnten. „Arbeitgeber und Beschäftigte haben gemeinsam das Interesse an guten Verkehrsverbindungen. Mehr als 28.000 Menschen pendeln nach Bad Homburg ein, etwa 13.000 aus – für mehr als 42.000 Menschen kann der Lückenschluss der U2 daher direkt bzw. indirekt Entlastung bringen.“

Ursache des gestiegenen Pendlerstroms ist der anhaltende Boom am Arbeitsmarkt. Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main sind in den letzten vier Jahren mehr als 67.000 neue sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden. Mit jeweils knapp elf Prozent mehr Stellen in den beiden Kreisen ist die Beschäftigung am Arbeitsort hier stärker gestiegen als in der Stadt Frankfurt am Main (plus neun Prozent).

Im Hochtaunuskreis pendeln in drei Städten mehr Menschen ein als aus. Bad Homburg, Kronberg und Oberursel weisen einen positiven Pendlersaldo auf. Im Main-Taunus-Kreis ziehen die Städte Sulzbach, Schwalbach und vor allem Eschborn die Pendler an. Ein Pendlersaldo von fast 26.000 sorgt dafür, dass sich die Einwohnerzahl von Eschborn durch die Pendler mittlerweile mehr als verdoppelt. Hier leben etwa 21.000 Menschen – 32.500 Einpendler kommen hinzu, nur etwa 6.600 Auspendler verlassen die Stadt zum Arbeiten. Die Tagesbevölkerung steigt somit auf mehr als 47.000 Einwohner.

Die steigende Pendlerzahl zeigt sich auch auf Straßen und Schienen und führt zu einem höheren Verkehrsaufkommen. Die Wachstumsdynamik führt zu stetig wachsendem Druck auf allen Verkehrsträgern. „Auf den hessischen Autobahnen und Bundesstraßen gibt es einen großen Sanierungsstau, der dringend behoben werden muss. Sanierungsmaßnahmen müssen durchgeführt werden – auch wenn sie für Autofahrer und den Wirtschaftsverkehr zunächst lästig sind.“ Die Landesregierung hat die Mittel für den Landesstraßenbau von 165 Millionen Euro in 2017 auf 177 Millionen Euro in 2018 erhöht. „Aus unserer Sicht reichen die Finanzmittel aber noch immer nicht aus, um den Sanierungsstau vollständig aufzulösen. Die erfolgten Mittelerhöhungen sind zwar zu begrüßen, werden jedoch überwiegend von steigenden Planungskosten aufgefressen.“

Die Studie finden Sie hier: https://www.frankfurt-main.ihk.de/presse/meldungen/2018/21945/index.html