Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 14.12.2018

Werbung
Werbung

Oberbürgermeister Feldmann: Ein Stück Frankfurter Identität wiedergewinnen

Abschluss der Bauarbeiten im Stoltze-Museum

von Ilse Romahn

(23.11.2018) Er kam in der Altstadt zur Welt und kehrt nun an seinen Geburtsort zurück: Friedrich Stoltze, Frankfurter, Mundartdichter, Schriftsteller, Satiriker, Demokrat, streitbarer Kopf. Die Frankfurter Sparkasse Stiftung setzt seinem Leben und Wirken mit dem Stoltze-Museum seit vielen Jahren ein begehbares Denkmal. Dessen offizielle Wiedereröffnung am neuen Standort in der Frankfurter Altstadt wurde am 23. Oktober gefeiert.

OB Peter Feldmann zeigt im Stoltze-Museum das Buch 'Mit ergebenstem Gruß Ihr Friedrich Stoltze' von Petra Breitkreutz
Foto: Stadt Frankfurt / Holger Menzel
***

Anlässlich der Tagung des Vorstands der Frankfurter Sparkasse Stiftung machte sich Oberbürgermeister Peter Feldmann am Donnerstag, 22. November, ein Bild vom Baufortschritt im Haus „Zum Weißen Bock“, in dem das Stoltze-Museum untergebracht ist. Und lobte dabei das Engagement der Frankfurter Sparkasse. „Dank Ihres Einsatzes kehrt Friedrich Stoltze nun in dieses schöne Haus in die Altstadt – und damit genau an den richtigen Ort – zurück. Genauso wie der Literat und Satiriker sind Sie ein Stück Frankfurt!“, sagte Feldmann.

Stoltze wurde 1816 im Haus „Zum Rebstock“ geboren, dort, wo heute die Braubachstraße verläuft. Dort, wo sich seinerzeit kritische Köpfe trafen, die nationale Einheit und eine deutsche Republik forderten, wurde er groß. Als Schriftsteller machte sich Stoltze erst mit Beschreibungen des Frankfurter Alltags einen Namen, später erlangte er Berühmtheit, weil er kein Blatt vor den Mund nahm und sich immer wieder mit der Obrigkeit auseinandersetzte. Die „Frankfurter Latern“, Stoltzes satirische Zeitschrift, war sein Sprachrohr gegen das autoritäre Kaiserreich und für die Pressefreiheit. Sie wurde regelmäßig von den Preußen verboten.

„Stoltzes Schriften sind geprägt von Weltoffenheit und Toleranz“, erläuterte Feldmann. „Er steht damit in bester Tradition unserer Stadt, verkörpert die Tugenden Frankfurts: freiheitlich, weltoffen, tolerant und eben auch widerständig gegen Unrecht.“

Wer Stoltze war, wie und woran er arbeitete, was die Frankfurter zu seiner Zeit bewegte – dies alles erfahren die Besucher der Dauerausstellung des Stoltze-Museums. Dies ist mit modernster Medientechnik ausgestattet. Optisch erinnert die Präsentation im Zeitungslayout an Stoltzes satirisches Hauptwerk „Frankfurter Latern“. Herzstück der Ausstellung ist der multifunktionale Medientisch, der in Bild, Ton und Stoltzes Worten über historisch bedeutsame Örtlichkeiten in Frankfurt wie die Paulskirche oder den Römer informiert. Zusätzlich zur Dauerausstellung sind regelmäßige Sonderausstellungen geplant.

Voraussichtlich ab Januar wird das Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet sein. Der Eintritt ist frei.

Der Gründungszweck der Stiftung der Frankfurter Sparkasse im Jahr 1822 lautet „Von Bürgern für Bürger“, seither fördert sie das Gemeinwohl in der Stadt. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Kultur, Soziales, Heimat und Bildung. Das Stiftungskapital beträgt 17,9 Millionen Euro. (ffm)