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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Mutig erkämpft: Vor 100 Jahren wählten Frankfurterinnen erstmals das Stadtparlament

Bildergalerie am 4. April vor dem Frankfurter Plenarsaal

von Ilse Romahn

(02.04.2019) Am 2. März 1919 nahmen Frankfurterinnen erstmals an den Wahlen zum Stadtparlament teil. Dieser längst überfällige Akt rechtlicher und politischer Gleichstellung ist einer Reihe von mutigen Frauen wie zum Beispiel Meta Quarck-Hammerschlag, Jenny Apolant, Tony Sender oder Henriette Fürth zu verdanken, deren unermüdliches und zum Teil auch lebensgefährliches Engagement den Grundstein für die Anerkennung von Frauenrechten legte.

Leider sind viele dieser Frauen und auch ihre Errungenschaften in Vergessenheit geraten.

Frauendezernentin Rosemarie Heilig erinnert daher mit einer Bildergalerie vor dem Plenarsaal der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 4. April, sowohl an die historische als auch an die politische Bedeutung dieser Frauen für Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit.

„Herrschafts- und Machtverhältnisse sind veränderbar, das haben die ersten Frauen im Römer mit ihrem Sturm auf eine reine Männerbastion gezeigt. Sie setzten ein markantes Zeichen für die politische Partizipation von Frauen. Die Geschichte zeigt: Überall dort, wo ungleiche politische Verhältnisse herrschen, gibt es auch keine zivilisierten Verhältnisse im Alltagsleben. Das wussten auch die Frauen schon vor einem Jahrhundert. Das Fehlen demokratischer Kultur bedeutete ungleiche Arbeits- und Lebensverhältnisse, soziale Benachteiligung und sexualisierte Gewalt. Das bedeutet es noch heute. Auch daran soll die Bildergalerie mahnen und daran, dass Geschlechterrollen heute nicht nur in vielen Bereichen festgefahren sind, sondern sich mancherorts sogar zunehmend wieder verhärten. Noch immer verdienen Frauen bundesweit 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Noch immer sind alleinerziehende Frauen überproportional von Armut bedroht. Und Frauen in Führungspositionen sind mehr denn je die Ausnahme als die Regel. Deswegen gilt auch 100 Jahre später noch: Der Feminismus braucht Demokratie und die Demokratie braucht Feminismus“, so Rosemarie Heilig. (ffm)