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Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

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MUSIKFEST Eroica – Die Stadt ohne Juden am 24. September

Stummfilm von Hans Karl Breslauer von 1924 mit Livemusik von Olga Neuwirth

von Ilse Romahn

(17.09.2019)  „Jeder von uns hat die Kapazität zu Gewalt und Hass in sich – und gleichzeitig die, gegen Gewalt und Hass zu sein. Jetzt ist der Moment sich zu entscheiden“, appelliert die Komponistin Olga Neuwirth an ihre Mitmenschen und bezieht sich dabei bewusst auf bedrohliche gesellschaftliche Entwicklungen unserer Zeit.

Die Stadt ohne Juden
Foto: Filmarchiv Austria
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PHACE ENSEMBLE
Mit der starken Macht von Feindbildern, mit Hass und Ausgrenzung hat sich die Österreicherin intensiv befasst – und dafür ihre Sprache, die Musik, benutzt. 2017 schuf sie eine neue Musik zu dem Film „Die Stadt ohne Juden“ von 1924, einem visionären Kunstwerk über eine Gesellschaft, die ihre jüdischen Mitbürger zum Sündenbock macht und dabei ihren eigenen kulturellen Untergang erlebt. Die Alte Oper Frankfurt zeigt am Dienstag, 24. September 2019, von 20.00 Uhr an im Mozart Saal im Rahmen ihres Musikfests „Eroica – Musik als Bekenntnis“ nicht nur das historische Filmdokument, sondern ermöglicht auch eine Begegnung mit der dazu neu geschaffenen Musik: Live zum Film spielt das österreichische Phace Ensemble unter der Leitung von Nacho de Paz Olga Neuwirths musikalischen Kommentar zu einem wieder aktuell gewordenen Thema. „Verlustgefühl, drohende soziale Deklassierung und Abstieg sowie eine Stimmung zwischen Revolutionsgeist, Hetze und Erregungskultur“ benennt die Komponistin die Ähnlichkeiten zwischen damals und heute, auf die sie mit den ihr eigenen künstlerischen Mitteln reagiert, einer Musik, die grell und wütend, hintergründig und humorvoll, aber auch schonungslos und ehrlich ist. 

Um einen musikalischen Reflex auf die Schrecken des Naziregimes geht es auch im anschließenden Nach(t)konzert, in dem das Tonbandstück „Ricorda cosa ti hanno fatto in Auschwitz“ von Luigi Nono auf dem Programm steht. Im Rahmen dieses Anschlusstermins im Foyer der Ebene 2 wird zudem Dr. Nikolaus Wostry vom Filmarchiv Austria zu Wort kommen, der sich intensiv mit dem Film „Die Stadt ohne Juden“ beschäftigt hat.  

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt und der Deutsche Bank Stiftung

Nach(t)konzert: Gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain

€ 25,- / 29,- (Endpreise) / Tickethotline: (069)1340400  ▪  www.alteoper.de
Eintritt zum Gespräch „An der Bar“ mit Nach(t)konzert frei