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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Moderne Anbauten für denkmalgeschützte Schule

von Ilse Romahn

(19.08.2019) Oberbürgermeister Feldmann und Baudezernent Schneider würdigen bei Richtfest zeitgemäße Lösung für Mühlbergschule.

Richtfest an der Mühlbergschule
Foto: Stadt Frankfurt
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Die Sanierung und Erweiterung der Mühlbergschule in Sachsenhausen ist weit fortgeschritten und wird im kommenden Frühjahr beendet sein. „Wir reagieren mit diesem Projekt auf unsere wachsende Stadt und die steigenden Schülerzahlen“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann beim Richtfest am Freitag, 16. August. „Sachsenhausen kann sich auf eine modern ausgestattete Schule freuen, in der es nicht nur genügend Platz gibt, sondern zeitgemäße pädagogische Konzepte umgesetzt werden.“

Baudezernent Jan Schneider betonte: „Die Erweiterung einer denkmalgeschützten Schule ist eine ganz besondere Herausforderung. Es ist hier auch dank eines umfangreichen Beteiligungsprozesses ganz ausgezeichnet gelungen, die historische Bausubstanz von 1904 mit zeitgenössischen Anbauten zu verbinden. Damit wurde nicht nur eine zweckmäßige, sondern auch eine für die Stadtgestaltung sehr zufriedenstellende Lösung gefunden.“ Insgesamt investiert die Stadt Frankfurt am Main rund 24 Millionen Euro in das Projekt.

Durch die Baumaßnahmen wird die Kapazität der Mühlbergschule von drei auf fünf Züge erhöht. „Künftig können rund 500 Kinder unterrichtet werden, doppelt so viele wie bisher. Außerdem wird Raum geschaffen für den ganztägigen Betrieb. Insgesamt wird die Nutzfläche der Schule um mehr als 3000 Quadratmeter erweitert“, betonten Feldmann und Schneider. Direkt an den Altbau schließt sich ein siebengeschossiger Neubau an. Dort sind die Mensa mit Küche, zwei Sporthallen und zusätzliche Kreativ- und Spielräume untergebracht. Damit sich der neue Trakt dem viergeschossigen Altbau in der Höhe anpasst, befinden sich zwei Geschosse unterhalb des Schulhofs. Dort wurde unter anderem eine der beiden Sporthallen platziert. Dank der kompakten Raumorganisation bleibt der Schulhof erhalten.

Der Altbau wird saniert, räumlich neu organisiert und um zusätzliche Lernflächen im Dachgeschoss erweitert. Die großzügigen Flure werden zu Lernorten mit festen Einbauten umgestaltet und ergänzen die Unterrichts- und Aufenthaltsflächen. Ein weiterer kleiner Anbau fügt dem Haus auf drei Geschossen je einen Differenzierungsraum hinzu. Eine zusätzliche Erweiterung für Sonderräume wie Experimentierraum und Bibliothek schafft der dritte, eingeschossige Anbau, der zwischen den beiden auf unterschiedlichen Höhenniveaus gelegenen Schulhöfen entsteht. Seine Dachfläche wird nutzbar sein und die Pausenfläche erweitern.

Die Pläne für Sanierung und Erweiterung stammen vom Hamburger Büro Trapez Architektur. Dessen Geschäftsführer Dirk Landwehr hob als Besonderheit des Projekts die Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft in den Planungsprozess hervor. Die Stadt Frankfurt startete 2014 ein Pilotprojekt und beauftragte erstmals eine „Phase Null“ als Partizipationsverfahren, bei dem alle Beteiligten frühzeitig in die Planung eingebunden wurden. „Gemeinsam erarbeitete Lösungen für den Umgang mit Flächen, Neuordnungen und Nutzungskonzepte sind so von Beginn an in die Planung mit eingeflossen“, sagte Landwehr. „Diese Ergebnisse ziehen sich von Anfang an wie ein roter Faden durch alle Planungsschritte. So entsteht nun eine Schule, die nicht nur den fehlenden Raum ausgleicht und sich dabei auf allgemeine architektonische Lösungen verlässt, sondern auch sämtliche Bedarfe aller Beteiligten abdeckt.“

„Wir alle sind voller Vorfreude und Neugierde auf das neue, ganz besondere Schulgebäude, welches Altes und Neues in kreativer Form verbindet“, sagte Schulleiterin Elke Rimpf. „Miteinander werden wir dann weiter daran arbeiten, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Mühlbergschule nicht nur als ein Ort des Lernens erfahren, sondern dass die Schule zunehmend auch ein Teil ihrer Lebenswelt wird.“

Seit dem Beginn der Bauarbeiten ist die Mühlbergschule in einer Modulanlage am Länderweg untergebracht. Im kommenden Jahr wird sie an ihren alten Standort zurückkehren und die neuen Räume beziehen. (ffm)