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Letzte Aktualisierung: 16.11.2018

Menorca: Trendziel 2018 - Naturparadies im Mittelmeer

von Ilse Romahn

(11.07.2018) Foto wurde nicht angenommen Sie grünt so grün – die kleine Insel Menorca. Bereits im Jahr 1993 wurde das gesamte, nur rund 700 Quadratkilometer große Eiland zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt.

Foto: Archivo ATB
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Die Insel bietet eine Reihe von Aktivitäten, die respektvoll mit der natürlichen Umgebung umgehen wie zum Beispiel eine Erkundung der Insel auf dem Camí de Cavalls (Pferdeweg),mit dem Fahrrad oder auf einer botanische Routen, wie die von Pas d’en Revull, Es Torretó und Santa Eularieta.

Saftige Wiesen, weite Felder

Seit Menorca 1993 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt wurde, steht die Landschaft unter speziellem Schutz. Eine nachhaltige Nutzung der Fläche ist dabei unerlässlich. So ist die balearische Insel unter anderem von der Viehwirtschaft geprägt: Saftige Weiden mit grasenden Kühen gehören zum typischen Bild Menorcas. Die Milch wird zu einem bekannten Produkt verarbeitet: zum Queso de Mahón, einem schmackhaften Käse mit Herkunftsbezeichnung, der in verschiedenen Reifegraden auf den Markt gebracht wird.

Die Entdeckung der Entschleunigung

Das Besondere auf Menorca: Die Uhren ticken anders. Gemächlich, gelassen, gemütlich geht es auf dieser Insel mit ihren knapp 100.000 Einwohnern zu. Die Entfernungen sind kurz. Gerade mal 47 Kilometer liegen der Ort Ciutadella ganz im Westen und die Hauptstadt Maó im Osten auseinander. Den geruhsamen Rhythmus spürt man insbesondere auf dem Land. Zum Beispiel in den kleinen Hotels und Agroturismos, jenen Bauernhöfen, die Gäste willkommen heißen. Die Unterkünfte liegen häufig inmitten der Natur, umgeben von weiten Feldern, die von kunstvoll aufgeschichteten Trockenmauern gesäumt sind. Das Hotel Rural Binigaus Vell aus dem 19. Jahrhundert ist zum Beispiel ein solches Kleinod. Einst landwirtschaftlicher Betrieb und Käserei, werden heute auf der typischen, menorquinischen Finca Urlauber verwöhnt. Schöne andere Welt. Das Haus liegt in absoluter Ruhelage – und ist doch nur 800 Meter vom nächsten Dorf Es Migjorn Gran entfernt.

Kathedrale von Mutter Natur geschaffen

Von Bingaus Vell wandern Entdecker zum Beispiel zum Strand Binigaus oder zu den Covas de Coloms – eine Spielart der Natur. Denn die Ausmaße der Höhle überraschen jeden Besucher. Schließlich bringt sie es auf eine Länge von 300 Metern. Dazu ist sie 24 Meter hoch und 15 Meter breit. Dimensionen, die ihr den Spitznamen „la Catedral“ – die Kathedrale – eingebracht haben.

Camí de Cavalls – Hoch zu Ross die Insel erkunden

Auch das Landhotel Sant Joan de Binissaida hat jede Menge Charme. Eingebettet in einer lieblichen Landschaft liegt es nahe am Meer und doch nicht weit von Maó entfernt. Das Herrenhaus stammt aus dem Jahr 1830 und wartet mit einer eigenen kleinen Kapelle auf, wie so oft auf den alten, ehrwürdigen Landgütern auf den Balearen. Eine solche geweihte „capilla“ gehörte meist dazu. Zwölf Hektar Land umgibt das Anwesen. Auf der Hälfte der Fläche gedeihen Kiefern und Olivenbäume. Der andere Teil steht für die Schaf- und vor allem Pferdezucht zur Verfügung. Und was für prächtige Rösser dort zu sehen sind! Die dunklen, kraftvollen Menorquiner sind eine einheimische Rasse. Die edlen Tiere ziehen unter anderem bei den Feierlichkeiten Sant Joan zur Sommer-sonnenwende im Juni alle Blicke auf sich. Denn ihre Reiter zeigen dann in den Straßen, was in den Pferden steckt, etwa wenn sie sie kontrolliert steigen und auf den Hinterbeinen tänzeln lassen.

Doch auch wer von solcher Reitkunst weit entfernt ist, kann das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde genießen: bei Reitausflügen, die auf der Finca angeboten werden. Dabei geht es zu einsam gelegenen Buchten mit türkisblauem Wasser. Oder auf dem Camí de Cavalls entlang, dem Jahrhunderte alten „Weg der Reiter“, der einst dazu gedient haben soll, Feinde rechtzeitig zu erspähen und in die Flucht zu schlagen. Der außergewöhnliche Pfad, der heute zu Fuß, per Rad oder eben hoch zu Ross erkundet werden kann, führt auf zirka 185 Kilometern einmal rundherum um die Insel, stets an der Küste entlang.

Strände wie Sand am Meer

Bei einer Tour über die Insel offenbart sich die ganze abwechslungsreiche Schönheit Menorcas. Ein Facettenreichtum der seinesgleichen sucht: Allein der Kontrast zwischen Nord und Süd ist beeindruckend. So ist im Norden der Uferbereich wild, zerklüftet, beinahe unberührt mit karger Vegetation, zahlreiche kleine Inseln sind der Küste vorgelagert. Die Färbung der Strände dort ist spektakulär. Die Palette reicht von Rot über ein beinahe goldenes Gelb bis hin zu Schwarz. Aufgrund des Fischreichtums ist das Gebiet ideal zum Tauchen und Schnorcheln, etwa in der Cala Morell. Doch auch der Strand Arenal d’en Castell, der etwas weniger frequentiert ist, ist einen Ausflug wert. Dazu können Badefreunde die fast jungfräulichen Strände Cala Pilar, Playa de Cavallería oder die Cala Pregonda erkunden.

Im Süden hingegen findet man sanfte Hänge, kleinen Schluchten aus Kalkstein sowie Buchten mit weißem Sand. Zu den besonders ursprünglichen Stränden gehören Cala Macarella, Cala Mitjana, Cala Turqueta, Playa de Son Bou, Cala de Binidalí, Son Saura oder die Cala Trebalúger. In jedem Fall haben Strandgänger eine große Auswahl. Denn insgesamt gibt es 70 Strände auf Menorca. Und es ist immer ein Erlebnis, wenn das Blau des Himmels auf das Türkis des kristallklaren Wassers trifft.

Informationen unter: www.illesbalears.travel