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Letzte Aktualisierung: 25.03.2019

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Meisterwerke aus China im Filmforum Höchst

von Ilse Romahn

(22.02.2019) Dass in China schon länger ganz große Filmkunst entsteht, beweist immer wieder Jia Zhang-ke, der derzeit wichtigste chinesische Regisseur, der seit knapp 20 Jahren als filmender Seismograph seines Landes gilt.

Seine internationale Karriere begann er 1997 im Forum der Berlinale, seitdem hat er alle zwei Jahre einen Spielfilm fertiggestellt, dazu Dokumentar- und Kurzfilme, seine letzten vier Spielfilme liefen alle im Wettbewerb des Cannes Filmfestivals. Zudem hat er vor zwei Jahren das Pingyao International Film Festival in China ins Leben gerufen, das kritische Filme und Werke von jungen Regisseur*innen zeigt.

Sein neuester Film „Asche ist reines Weiß“ erzählt in mitreißenden Bildern von der Liebe in Zeiten tiefer Umbrüche und liefert eine Bestandsaufnahme Chinas der letzten 20 Jahre. Er läuft im Filmforum als Preview am 27. Februar um 20 Uhr und dann nochmals vom 7. – 11. März jeweils um 19.30 Uhr.

Begleitend wird noch einmal vom 23. – 26. Februar jeweils um 20 Uhr Zhang-Ke’s Film „Still Life - Sānxiá hǎorén“ gezeigt, Gewinner des Goldenen Löwen beim Festival in Venedig 2006. Anhand der Schicksale zweier durch ein großes Staumdammprojekt auseinandergerissener Ehepaare kreist auch dieser Film um die Thematik der Modernisierung des Landes und deren Auswirkungen auf seine Bewohner.

Ebenso vom 23. – 26. Februar jeweils um 18.30 Uhr ist der Film „Have A Nice Day - Hao jile“ zu sehen, ein Animationsfilm von Jian Liu, an dem dieser drei Jahre lang zeichnete. Mit seiner Geschichte um eine gestohlene Tasche, die durch viele Hände wandert, ist dem Regisseur eine unterhaltsame Systemkritik „Made in China“, gelungen, voll von kleinen, schwarzhumorigen Anspielungen. Im Wettbewerb der Berlinale 2017 war es der erste Animationsfilm nach 15 Jahren.

Am 12. Und 13. März um 19 Uhr bietet sich die einmalige Chance in Frankfurt „An Elephant Sitting Still - Da xiang xi di er zuo“ von Hu Boi zu sehen. Der von der Kritik hoch gefeierte Film, „Geheimtipp der Berlinale 2018“ (Tagesspiegel), der selbst Altmeister Zhang Yimou bei den „chinesischsprachigen Oscars“, den Golden Horse (Taiwan) überflügelte, ist wegen seiner vierstündigen Länge kaum im Kino zu sehen gewesen. In virtuosen Bildkompositionen erzählt der Film einen einzigen spannungsgeladenen Tag vom Morgengrauen bis zum Abend, in dem sich die Lebensstränge von mehreren Menschen verweben. Hu Bo, der in China bereits mit seinen Romanen Aufsehen erregte, gibt mit diesem Porträt einer Gesellschaft von Egoisten sein elektrisierendes Regiedebüt. Tragischerweise ist es zugleich sein Testament. 

Informationen und Trailer der Filme finden sich unter www.filmforum-höchst.de

Filmforum Höchst, Emmerich-Josef-Str. 46a, 65929 Frankfurt a.M. /  Kartenreservierung unter Telefon (069)212-45714

Das Kino befindet sich in Trägerschaft der Volkshochschule Frankfurt am Main.