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Letzte Aktualisierung: 18.07.2019

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Medienmittwoch in Frankfurt

von Helmut Poppe

(12.07.2019) Wo geht unser gutes "altes" Radio hin in Zeiten der Digitalisierung? Wird es verschwinden? Oder stärker denn je?

Radiomacher: Alexander Zeitelhack, Hans-Dieter Hillmoth, Helmut Poppe
Foto: frankfurtlive, H. Poppe
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Der Ex-Geschäftsführer von  Hitradio FFH, Hillmoth meinte hierzu: "Radio wird die technischen Herausforderungen durch die neuen und mächtigen Streaming- und Podcast-Anbieter annehmen. Der Hörer entscheidet schlussendlich. Selten weiß er, über welchen Kanal und welchen Stecker er gerade sein Programm nutzt. Ob er über das Internet, DAB oder UKW hört, ist ihm im Grunde egal."

In der Gesprächsrunde fanden sich im Hangar 4004 in der Frankfurter Gwinnerstraße bei Fritz zu einer Podiumsdiskussion ein: Alexander Zeitelhack, Radiopionier und Geschäftsführer der Radioberatungsagentur BCI, einer der erfolgreichsten Radiomacher Deutschlands mit Hans-Dieter Hillmoth, die Mitgründerin des nichtkommerziellen Lokalradios „X“ in Frankfurt Petra Klaus und der Direktor der Aufsichtbehörde und sendelizenzgebenden Hessischen Landesanstalt Joachim Becker. Es moderierte der Journalist Guido Schneider.

Insgesamt kamen die Debattanten zu folgendem Schluss: Viele Jäger verkleinern den Kuchen, Radio hat sich allerdings mehr denn je in den letzten Jahren zu einer Renaissance aufgeschwungen. Die Reichweiten und die Verweildauer insgesamt im UKW-Radio nehmen leicht ab. Was verständlich ist. Nur zählt man alle Nutzer von Streaming-Angeboten - hierunter versteht man Hörangebote hauptsächlich aus alleiniger Musik ohne Moderation - zusammen, liegt deren Zahl deutlich unter der Hörerzahl aller klassischen Radiosender an einem Tag. Der ganze große Vorteil des sogenannten linearen Radios liegt im Gegensatz zu den anderen digitalen Audioangeboten in der unmittelbaren Ansprache der im Radio Agierenden mit den Hörern. Ein weiterer starker Vorteil spielt Radio mit der räumlichen Nähe aus. Die Menschen möchten halt Nachrichten aus ihrer Region hören und fühlen sich offensichtlich dort auch heimisch und zugehörig.

Internetradios - nicht solche, die Simulcast anbieten, darunter versteht man gängige UKW-Sender, die im Internet ihr Programm verbreiten - schöpfen nicht aus diesem Vorteil. Spitzbübisch fragen sich einige sogar, ob die dort ansässigen eher IT-orientierten Audiomacher das Zeug dazu haben, gute Laune, diese live und Nachrichten aus dem lokalen Leben herüberzubringen. Life und live sozusagen.

Nun denn, warten wir es ab. Unsere Prognose lautet: Der Wettbewerb um die Ohren wird gewonnen, von denen, die just diese Ebenen zukünftig (weiterhin) bedienen. Radio schlägt dann Audio und integriert es. Die Devise wird lauten: "Global denken, lokal senden."

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