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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019

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Martin Wentz warnt vor Sanierung der Städtischen Bühnen in Frankfurt

„900 Millionen in dieses Haus stecken – das darf man nicht machen!“

von Ilse Romahn

(28.01.2019) Der Stadtplaner und frühere Frankfurter Planungsdezernent Martin Wentz (SPD) hat eindringlich vor Investitionen in das bestehende Gebäude der Städtischen Bühnen in Frankfurt gewarnt. In der Sendung „Das Interview“ in hr-iNFO sagte Wentz wörtlich: „900 Millionen in dieses Haus reinzustecken, darf man nicht machen, auch wenn die Emotionen dafür schlagen!“

Die entsprechende Kostenschätzung der Machbarkeitsstudie sei realistisch, die Gutachter hätten „gute Arbeit geleistet“. Er kenne die Doppelanlage von Schauspiel und Oper selbst „ziemlich gut von innen und von außen“, sagte Wentz. „Da sind mindestens fünf Generationen von Architekten am Bauen gewesen und es wurde nicht besser dadurch.“

Wentz will mit einer Bürgerstiftung Geld für den Neubau eines Opernhauses sammeln. „Wenn Sie 50 Millionen in 200-Euro-Scheinen sammeln wollen, dann wird das nicht funktionieren“, sagte Wentz in hr-iNFO. „Wir kennen Kreise, die bereit sind, bis zu fünf Millionen hinzulegen.“ Mit einem Eigenkapital aus Spenden von 50 Millionen könne die Stiftung Kredite aufnehmen und ein Opernhaus an einem neuen Standort bauen, um es dann an die Stadt zu vermieten. Das Schauspiel könne im Anschluss auf dem Gelände der bisherigen Oper am Willy-Brandt-Platz neu gebaut werden. So müssten für die Bühnen keine Zwischenlösungen gefunden werden.

Für das neue Opernhaus rechnet Wentz mit Baukosten von 240 bis 250 Millionen Euro. Er betonte, dass die Realisierung eines Entwurfs aus seinem eigenen Architekturbüro für die Stiftung keine Bedingung sei. „Wir haben einen Entwurf und den finden wir gut. Aber wir haben als Stiftung nichts dagegen, dass wir einen Wettbewerb durchführen. Daran würde sich das Büro Martin Wentz & Co dann auch beteiligen.“

Von der Kommunalpolitik erwartet Wentz, die in Gründung befindliche Bürgerstiftung als Partner der Stadt zu sehen. Frankfurt habe „eine große Tradition mit Bürgerstiftungen, die für die Stadt etwas errichten“, sagte der frühere Planungsdezernent in hr-iNFO. „Viele Menschen finden das toll. Bei einer größeren Zahl von Kommunalpolitikern ist eher der Eindruck, wir wollten ihnen etwas wegnehmen.“