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Letzte Aktualisierung: 19.07.2019

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Marko Lehanka erhält Marielies-Hess-Kunstpreis - Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte

von Ilse Romahn

(22.03.2019) Den Marielies-Hess-Kunstpreis erhält 2019 der Wahl-Frankfurter Bildhauer und Installationskünstler Marko Lehanka. Die Verleihung findet am Freitag, 29. März, anlässlich der Vernissage der Ausstellung „Fundus“ im Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster statt.

Installation 'Marko Fendt' (Detail) von Marko Lehanka, 2011, Exponat der Ausstellung 'Fundus' im Institut für Stadtgeschichte
Foto: Stadt Frankfurt / Paul Englert
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Evelyn Brockhoff begrüßt als Leitende Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt, Michael Crone, Marielies-Hess-Stiftung, verleiht den Preis und die Kunstwissenschaftlerin Brigitta Amalia Gonser führt in die Ausstellung ein. Der Saxofonist Tobias Rüger begleitet den Abend musikalisch. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.

Mit der Ausstellung „Fundus“ zeigt die Marielies-Hess-Stiftung in Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte im Refektorium des Karmeliterklosters vom 30. März bis 12. Mai einen repräsentativen Überblick des künstlerischen Schaffens des Preisträgers. Die Schau ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei (ausgenommen hiervon ist die Nacht der Museen am 11. Mai von 19 bis 1 Uhr).

Ausstellung „Fundus“
Der Preisträger Marko Lehanka, der schon zu Zeiten von Kasper König und Jean Christophe Ammann das Frankfurter Kunstgeschehen kontinuierlich belebt hat, outet sich in seinem Werk als genialer homo ludens und Meister ironisch prickelnder Narration.

Denn Lehanka übernimmt den Part des Erzählers. Er arbeitet interdisziplinär, mit unterschiedlichsten Materialien und Methoden. Dabei spielt die Trivialität und Banalität der Alltagskultur eine entscheidende Rolle. Als genauer Beobachter unserer Welt, mit all ihren Widersprüchen und Absurditäten, setzt Lehanka seine ästhetischen Mittel dazu ein, das Existierende zu radikalisieren. Provokation und Humor sind das künstlerische Prinzip seines Schaffens. Detailfreude einerseits und Sprödigkeit andererseits kennzeichnen seine Arbeit – hinter Nachlässigkeit, Improvisation und Zufälligkeit steht präzises Kalkül.

Zu sehen sind fünf teils kinetische Installationen und die 3D-Skulptur „Monimann“ sowie großdimensionale gesellschaftssatirische Bildplanen des Comics „Countryboy in Fränkytown“. Lehankas Werke sind irritierend verspielt und gleichzeitig tragikomisch. Kuratiert wurde die Ausstellung von der Kunstwissenschaftlerin Brigitta Amalia Gonser.

Marko Lehanka, 1961 in Herborn geboren, studierte von 1985 bis 1990 an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle und Michael Croissant. Danach war er Mitarbeiter des Frankfurter Instituts für Neue Medien. Seit 2006 ist er Professor für Bildhauerei und Bildende Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Seine Werke sind in öffentlichen Sammlungen im In- und Ausland vertreten und seit 1990 stellte Lehanka in Deutschland, Italien, Frankreich, Schweiz, Österreich, England und USA in renommierten Museen und Galerien aus. 1993 erhielt er den Villa Romana-Preis von Florenz und 1999 den 1822-Kunstpreis der Stiftung der Frankfurter Sparkasse. Lehankas Werke wurden von Harald Szeemann in die 49. Biennale Venedig 2001 und von Kasper König in die Skulptur Projekte Münster 2007 aufgenommen.

Die Ausstellung ergänzt ein Begleitprogramm: Die Kuratorin führt am 7., 22. und 28. April, jeweils um 15 Uhr, durch die Ausstellung. Am 14. April, um 15 Uhr, erläutern Brigitta Amalia Gonser und Marko Lehanka in einem Künstlergespräch mit Führung die Werkschau. Der Eintritt zu den vier Veranstaltungen ist frei. Im Rahmen der Nacht der Museen am 11. Mai findet um 21 Uhr ein weiteres Künstlergespräch mit Führung statt. Um 23 Uhr führt die Kuratorin durch die Ausstellung.

Als Förderer der Ausstellung fungierten das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, die Heinz und Gisela Friederichs Stiftung, die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, die WISAG Facility Service Holding, die Rechtsanwälte Häret sowie das Institut für Stadtgeschichte und die Marielies-Hess-Stiftung. Medienpartner der Schau ist der Rundfunksender hr2-kultur.

Marielies-Hess-Kunstpreis
Gestiftet wird der Marielies-Hess-Kunstpreis 2019 von der Sparda Bank Hessen.

Die seit über fünfzig Jahren für bildende Künstlerinnen und Künstler aus Hessen und Frankfurt am Main agierende Marielies-Hess-Stiftung vergibt seit 2011 im zweijährigen Rhythmus einen Preis für ältere, arrivierte, hessische Künstlerinnen und Künstler – den Marielies-Hess-Kunstpreis, dotiert mit 4000 Euro und organisiert in Verbindung damit eine repräsentative Ausstellung der Künstlerin oder des Künstlers in Frankfurt am Main.

2011 ging der Marielies-Hess-Kunstpreis an die renommierte Darmstädter Künstlerin Annegret Soltau, deren Ausstellung Generativ in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks gezeigt wurde. 2013 erhielt ihn die sehr bekannte Frankfurter Künstlerin Bea Emsbach, deren Ausstellung Human Nature im Frankfurter Dommuseum gezeigt wurde. Ebenfalls im Frankfurter Dommuseum wurde auch die Ausstellung Hosianna des außergewöhnlichen Frankfurter Künstlers und Marielies-Hess-Kunstpreisträgers 2015 Manfred Stumpf präsentiert. Die herausragende Marielies-Hess-Kunstpreisträgerin 2017 war Laura J. Padgett. Sie zeigte ihre Ausstellung somehow real im Museum Giersch der Goethe-Universität.

Angesprochen sind in Hessen oder dem Rhein-Main-Gebiet geborene, ausgebildete oder hier arbeitende, namhafte, ältere Künstlerinnen und Künstler, also die Generation 40 bis 50 plus, die durch die Qualität ihrer Werke überzeugen und einen besonderen Beitrag zu Kunst und Kultur leisten, deren Arbeiten durch Ausstellungen, Präsentationen und Ankäufe in Hessen präsent gewesen oder es noch sind, sowie solche Künstlerinnen und Künstler, die in den letzten Jahren nicht so häufig gezeigt wurden, sich aber durch ihr Lebenswerk auszeichnen.

Künstlerinnen und Künstler können gezielt zur Bewerbung aufgefordert werden, sich ohne Aufforderung selbst bewerben oder von Dritten vorgeschlagen werden. Erforderlich sind die üblichen Unterlagen mit Lebenslauf und Dokumentationsmaterial, inklusive Ausstellungsvorschlag, aber ohne Originale. Die Ermittlung des Preisträgers erfolgt durch eine unabhängige Jury.

Der Marielies-Hess-Kunstpreis wird gestiftet und die Ausstellung wird über Spenden von Förderern realisiert.

Neue Bewerbungen nimmt die Marielies-Hess-Stiftung vom 1. bis 31. Oktober an.

Weitere Informationen bei Michael Crone unter der Telefonnummer (0173)6793671, Brigitta Amalia Gonser unter (069)5976235 und unter http://www.stadtgeschichte-frankfurt.de im Internet. (ffm)