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Letzte Aktualisierung: 22.10.2019

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,Man muss eben alles sammeln‘

Afrikanische Bruchstücke in kolonialen Sammlungsinstitutionen, Widerstand und Restitution

von Ilse Romahn

(04.10.2019) Musste man wirklich alles sammeln? Koloniale Sammlungsinstitutionen wie Museen und Archive wurden von Utopien und gewaltigen Ansammlungen an Objekten und Dokumenten zugleich geprägt.

Dag Henrichsen
Foto: Stadt Frankfurt / Basler Afrika Bibliographien
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Heute versammeln sie Bruchstücke, die aufgrund ihrer kolonialen Aneignungsgeschichten politisch bedeutsam und Objekte von zwischenstaatlichen Restitutionsforderungen sind.

Welche Vorgeschichten aus der Perspektive der Herkunftsgesellschaften lassen sich erzählen, bevor Kunst-, Kulturgegenstände und menschliche Überreste zu Bruchstücken wurden? In seinem Vortrag thematisiert Dag Henrichsen am Mittwoch, 9. Oktober, ab 19 Uhr im Weltkulturen Museum, Schaumainkai 37, zeitgenössische Handlungsfelder der Herkunftsgesellschaften in Namibia, um die aktuelle Restitutionsdebatte historisch zu verorten und die Bedeutung kolonialer Sammlungsarchive selbst als geschichtliche Quellen zu unterstreichen.

Dag Henrichsen ist seit 1995 bei den Basler Afrika Bibliographien tätig, wo er derzeit den Bereich Akademische Beziehungen und Sonderprojekte aufbaut. Von ihm liegen zahlreiche Veröffentlichungen zur namibischen Geschichte und zur afrikanischen (audiovisuellen) Archiv- und Sammlungsgeschichte vor. Er ist regelmäßig als Lehrbeauftragter am Fachbereich Geschichte der Universität Basel tätig.

Die Teilnahme am Vortrag kostet 5, ermäßigt 2,50 Euro.