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Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

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Mainova startet Fernwärmeversorgung entlang der Frankfurter Campus-Meile

von Ilse Romahn

(01.10.2019) Mainova hat den Bau einer 1,7 Kilometer langen Fernwärmeleitung von der Eschersheimer Landstraße zum Nibelungenplatz planmäßig abgeschlossen. Die neue Leitung verbindet den Campus Westend der Goethe-Universität mit der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS).

Schematische Darstellung des Spülbohrverfahrens zur Verlegung der Fernwärmeleitung unter der Eckenheimer Landstraße
Foto: Mainova AG
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Zum Beginn der Heizperiode Anfang Oktober 2019 startet die Energieversorgung mit umweltschonender Fernwärme aus den hocheffizienten Mainova-Heizkraftwerken. Zwei über 20 Jahre alte Gaskessel auf dem Gelände der ehemaligen Fachhochschule gehen im Zuge dessen außer Betrieb. Insgesamt werden durch die Umstellung der Wärmversorgung 700 Tonnen CO2 im Jahr eingespart. Über die Fernwärmetrasse entlang der Adickes- und Nibelungenallee werden künftig weitere Anlieger wie das neue Wohnquartier auf dem Gelände des ehemaligen Marienkrankenhauses versorgt.

In den letzten 20 Jahren hat Mainova das Wärmenetz um 50 Prozent auf insgesamt 300 Kilometer erweitert. „Mit dem zukunftsweisenden Ausbau der Fernwärme leistet Mainova einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Denn die mittels Kraft-Wärme-Kopplung erzeugte Heizenergie ist eine der umweltschonendsten Formen der Wärmeerzeugung bei gleichzeitig höchster Versorgungssicherheit“, betont Mainova-Vorstand Norbert Breidenbach.

Die im Mai 2018 gestartete Baumaßnahme entlang der Adickes- und Nibelungenallee war auch eine logistische Herausforderung. Um den Verkehr an der viel befahrenen Eckenheimer Landstraße nicht zu behindern, wendete Mainova im Kreuzungsbereich ein innovatives Spülbohrverfahren an. Dabei wurden die Leitungen unter der Straße hindurch und ohne Beeinträchtigung des Straßenverkehrs auf diesem Teilabschnitt in zwei Schutzrohre eingezogen, die bis zu acht Metern unter der Kreuzung liegen.

Über die Fernwärme
Fernwärme entsteht durch das besonders umweltschonende Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Dabei werden Wärme und Strom parallel erzeugt. Bei der KWK wird der Energieträger zu mehr als 80 Prozent genutzt. Bei konventioneller Erzeugung sind es nur rund 40 Prozent. Durch den Ausbau der Fernwärme werden die klimaschädlichen CO2-Emissionen deutlich reduziert. Denn die Mainova-Fernwärme weist mit 175 Gramm je Kilowattstunde (g/kWh) die geringsten CO2-Emissionen auf. Zum Vergleich: Erdgas liegt bei 202 g/kWh, Erdöl bei 266 g/kWh und Steinkohle bei 337 g/kWh. 

Für Privat- und Geschäftskunden ist Fernwärme eine kostengünstige und komfortable Alternative zu Öl- und Erdgasheizungen. Die Wärme gelangt mittels Heißwasser oder Dampf zu den Verbrauchern. Sie dient zum Betrieb der Heizung, zur Klimatisierung und zur Erzeugung von Warmwasser. Die so versorgten Gebäude haben keinen eigenen Heizbrenner und benötigen für Heizung und Warmwasserversorgung weder Öl noch Gas und somit auch keinen eigenen Kamin.