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Letzte Aktualisierung: 20.08.2019

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Mainova plädiert beim Kohleausstieg für Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb

von Ilse Romahn

(01.02.2019) Der Abschlussbericht der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ entwirft ein Szenario für den Übergang zu einer Energieerzeugung ohne Kohle bis 2038. Vor allem die Verlängerung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWK-G) ist eine klare Positionierung zur gleichzeitigen Strom- und Wärmeerzeugung mittels hocheffizienter KWK.

Zusammen mit der Anerkennung der unverzichtbaren Rolle hochflexibler Gaskraftwerke im Energiesystem der Zukunft sind dies wichtige Schritte, um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu vereinbaren. Die möglicherweise hohen Abfindungen für die Betreiber von Braunkohlekraftwerken sind dagegen ein Wermutstropfen. „Der Kohleausstieg wäre bei weitem nicht so teuer, wenn mehr Marktmechanismen wie das europäische Emissionshandelssystem (ETS) mit definiertem CO2-Abbaupfad konsequent zur Anwendung kämen“, betont Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG. Die Berücksichtigung neuer Technologien wie Power-to-Gas ist positiv zu werten.

„Besonders der Vorschlag für einen tragfähigen Investitionsrahmen für Gaskraftwerke trägt der Erkenntnis Rechnung, dass Deutschland nur mit ausreichenden konventionellen Kraftwerkskapazitäten auch im kommenden Jahrzehnt über eine sichere Stromversorgung verfügen wird“, führt Dr. Alsheimer aus. „Dies sollte volkswirtschaftlich effizient mit einem marktlich-wettbewerblichen Ansatz umgesetzt werden. Wir plädieren hier nach wie vor für einen dezentralen Leistungsmarkt.“

Aktuell werden bestehende Gaskraftwerkkapazitäten aufgrund von Marktverzerrungen nur zu rund einem Drittel genutzt. Von diesem Missstand ist auch das Gemeinschaftskraftwerk Irsching betroffen, an dem Mainova beteiligt ist. Sollten die Vorschläge der Kohlekommission vom Gesetzgeber umgesetzt werden, ist damit zu rechnen, dass sich Einsatzbedingungen für die hocheffizienten, emissionsarmen Gaskraftwerke mittelfristig verbessern werden.

„Die Empfehlung der Kommission, Anreize für den Wechsel von Kohle auf Erdgas zu geben, zeigt die hohe Bedeutung von Erdgas zur CO2-Einsparung. Dies ist ein wichtiges Zeichen für den Klimaschutz“, ergänzt Dr. Alsheimer. „Die Bundesregierung sollte nun nicht länger zögern, sondern zügig Klarheit herstellen und die Vorschläge der Kommission in entsprechende gesetzliche Regelungen überführen.“