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Letzte Aktualisierung: 17.05.2019

Love-Hate-Skulptur zieht bis zur Europawahl an den Goetheplatz um

von Ilse Romahn

(10.05.2019) Normalerweise steht die Skulptur „LOVE HATE“ in der Senckenberganlage vor dem gleichnamigen Museum. Doch jetzt ist sie bis zur Europawahl am 26. Mai in die Innenstadt umgezogen und wirbt dort für eine möglichst hohe Wahlbeteiligung. Oberbürgermeister Peter Feldmann hat gemeinsam am Europatag, Donnerstag, 9. Mai, mit der Künstlerin Mia Florentine Weiss die Plastik an ihrem neuen Ort enthüllt.

Die Skulptur sendet für Oberbürgermeister Feldmann eine wichtige Botschaft angesichts der aktuellen politischen Stimmung. „Nur wenn man vom Hass weggeht, sieht man die Liebe. Das müssen wir auch im Alltag verinnerlichen. Es kostet oft mehr Anstrengung, mehr Mut zur Begegnung, mehr Neugierde, um zur Liebe zu kommen“, sagt das Stadtoberhaupt. Er fügt hinzu: „Die Welt wird von uns zu dem gemacht, was sie ist. Ob Liebe oder Hass gewinnen, das ist unsere Entscheidung. Ich hoffe, dass bei der Europawahl rechte Brandstifter keinen Sieg feiern!“

„Europa ist Liebe und das größte Friedensprojekt unserer Zeit“, beschreibt die Künstlerin ihre Motivation. „Wir müssen uns für den Erhalt der europäischen Idee einsetzen, sie stärken und den allgegenwärtigen Hass in Liebe umkehren“, fügt sie hinzu. Tatsächlich sind die beiden Worte die Schlüsselelemente des Buchstabenkunstwerkes. Stellt man sich vor eine Seite der raumhohen Plastik aus rostbraunem Metall, ist „Hate“ zu lesen. Von der anderen Seite betrachtet, ergibt dieser Schriftzug „Love“. Mit diesem Wechsel- und Wortspiel soll der Betrachter aufgefordert werden, seinen Standpunkt zu überdenken.

Feldmann ging auch auf die Wette mit seiner Kölner Kollegin Henriette Reker ein. Diese setzt darauf, dass die Stadt am Rhein die höchste Wahlbeteiligung am 26. Mai erzielt. Feldmann hält für Frankfurt dagegen und wettet, dass in Frankfurt relativ die meisten Menschen ihr Stimmrecht wahrnehmen. „Die Menschen bleiben stehen, schauen sich die Skulptur an, machen Selfies und teilen diese. Das Kunstwerk wird so viral. Ich will, dass Frankfurt die höhere Wahlbeteiligung hat“, sagt das Stadtoberhaupt.

Auch in anderen deutschen Städten wie Berlin und Erfurt stehen „Love-Hate“-Skulpturen, die teilweise auf Reise durch die Bundesrepublik und Europa gehen. Die Aktion unter dem Tag #LOVEUROPE für Demokratie, Humanismus und den europäischen Gedanken wird auch nach der Wahl fortgesetzt. (ffm)