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Letzte Aktualisierung: 18.06.2019

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Kulturfonds Frankfurt RheinMain fördert 11 neue Projekte

Zeitgenössische Kunst trifft auf neu inszenierte Klassiker

von Ilse Romahn

(11.06.2019) Der Kulturausschuss des Kulturfonds Frankfurt RheinMain hat die Förderung von 11 kulturellen Projekten in Frankfurt RheinMain beschlossen. Die Projekte werden im Rahmen der aktuellen Förderperiode mit insgesamt 2,632 Mio. Euro unterstützt.

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Foto: Kulturfonds Frankfurt RheinMain
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Zudem wählte das Gremium die neue Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ayse Asar, zur stellvertretenden Vorsitzenden. Die Wahl war notwendig geworden, da der frühere Staatssekretär des Wissenschaftsministeriums, Patrick Burghardt, dem Kulturausschuss nicht mehr angehört.

Bei der Auswahl der Projekte stand für den Kulturausschuss die breite Vielfalt des künstlerischen sowie thematischen Spektrums im Vordergrund. Neben den Sparten bildende Kunst und Musik sind auch künstlerische Ausdrucksformen aus den Bereichen Fotografie, Schauspiel und Architektur unter den Projekten vertreten. Ulrich Krebs, Vorsitzender des Kulturausschusses und Landrat des Hochtaunuskreises, freut sich sehr auf die Umsetzung der Projekte: „Auch in dieser Förderrunde hat sich gezeigt: Das Kulturangebot aus Frankfurt RheinMain braucht sich nicht hinter anderen Metropolregionen verstecken – im Gegenteil. Die geförderten Projekte zeichnen sich durch eine hohe Qualität, Mut zu neuen Gestaltungsformen und enormer künstlerischer Leidenschaft aus. Dadurch schaffen wir es, sowohl Liebhaber klassischer Kunstformen als auch ein Publikum anzusprechen, das neuere Formate favorisiert." Für Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, sind die geförderten Projekte echte Aushängeschilder für den Kulturraum Frankfurt RheinMain: „Wir unterstützen dieses Mal viele Projekte, auf die Bürgerinnen und Bürger der Region in ihrem Alltag stoßen können, gleichzeitig fördern wir gleich mehrere Konzepte, die sich ganz unterschiedlich mit Frauen in der Kunst auseinander setzen. Ein besonderes Highlight ist die Förderung von ‚Reineke Fuchs‘ zur Eröffnung der neuen Spielstätte der ‚Fliegenden Volksbühne‘. Eines aber haben alle Projekte gemeinsam: Sie zeigen die Vielfalt und Qualität von Kunst und Kultur in unserer Region."

Die 11 geförderten Projekte heben die Unterschiedlichkeit künstlerischer Inszenierungen hervor. Mit diesen möchte der Kulturfonds die Attraktivität der Region nachhaltig stärken. Zudem stehen die Konzepte in teils engem Zusammenhang mit der Geschichte und den aktuellen Entwicklungen in der Region.

Schauspiel
Zu den neuen Förderprojekten gehört „Reineke Fuchs", das im Zuge der Neueröffnung der Volksbühne im Großen Hirschgraben in Frankfurt von der Fliegenden Volksbühne Frankfurt Rhein-Main e.V. gezeigt wird. Obwohl das Versepos bereits Ende des 18. Jahrhunderts entstand, lassen sich viele der thematisierten Probleme rund um Macht und Identität auch auf die heutige Zeit übertragen. „Reineke Fuchs" ist damit ein hochaktueller, volkstümlicher Stoff für Jung und Alt. Im laufenden Jahr sind neun Vorstellungen geplant, beginnend mit dem 19. September. Bis Ende Mai 2020 sollen sechs weitere folgen.

Fotografie
Im Frühjahr kommenden Jahres, vom 24. April bis zum 3. Mai 2020, findet das Fotofestival „Darmstädter Tage der Fotografie 2020" des Kunstforums der TU Darmstadt statt. Die elfte Ausgabe der Festivalreihe besticht mit unterschiedlichen Formaten und bringt zeitgenössische Fotografie den Besuchern und Teilnehmern näher. Das sich in den Vorjahren bewährte Konzept mit dem Fokus auf internationalen Künstlern und Institutionen wurde dafür noch einmal weiterentwickelt. Wie auch in den vergangenen Jahren verteilen sich die hochkarätigen Ausstellungen des Festivals über die ganze Stadt und werden dabei von einem inhaltlich vertiefenden Vermittlungs- und Rahmenprogramm begleitet.

Die nächste Veranstaltung der vor einigen Jahren vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain ins Leben gerufenen Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain findet vom 22. April bis zum 30. August 2021 unter dem Namen „RAY 2021 Ideologien" statt. Im Jahr 2021 richtet das Festival der Fotografieprojekte gGmbH den Blick auf das kritische Potential von Kunst und widmet sich aktuellen Positionen künstlerischer Fotografie, in denen gegenwärtige, erstarkende Ideologien in ihren Machstrukturen offengelegt werden. Es sind bis zu 18 Veranstaltungsorte in Frankfurt RheinMain geplant.

Kulturfonds-Geschäftsführer Dr. Müller freut sich, dass nun jährlich immer eine Ausstellungsreihe zur Fotografie in der Region stattfinden wird: „Die Veranstalter der etablierten Formate ‚Wiesbadener Fototage‘, ‚Darmstädter Tage der Fotografie‘ und ‚RAY Fotografieprojekte Frankfurt RheinMain‘ haben sich in konstruktiven Gesprächen auf einen jeweils triennalen Rhythmus geeinigt und ergänzen sich so hervorragend."

Ausstellungen
Unter dem Titel „Bunte Götter. Reloaded" plant die Liebieghaus Skulpturensammlung vom 30. Januar bis zum 30. August 2020 eine aktualisierte Wiederaufnahme der erfolgreichen Ausstellung zur antiken Statuenpolychromie. Nach ihrer Welttournee mit 20 Ländern und rund 30 Orten kehrt die Ausstellung nächstes Jahr nach Frankfurt zurück. Übergreifendes Ziel der Ausstellung ist es, eine Zwischenbilanz der internationalen Forschung zur Farbigkeit der antiken griechischen und römischen Skulptur der letzten 40 Jahre, insbesondere angereichert mit den neusten Forschungsergebnissen des letzten Jahrzehnts, einem breiten Publikum zu präsentieren.

Unter dem Titel „Fantastische Frauen. Surreale Welten von Meret Oppenheim bis Louise Bourgeois" präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main GmbH erstmals den weiblichen Beitrag zum Surrealismus. Die große Themenausstellung zeigt, dass die Mitwirkung von Künstlerinnen an der surrealistischen Bewegung, die zunächst als eine explizit männliche Gruppierung wahrgenommen wurde, wesentlich größer gewesen ist als allgemein bekannt und dargestellt. Ausstellungszeitraum ist vom 13. Februar bis zum 24. Mai 2020. Begleitend wird ein umfangreiches Vermittlungs- und Rahmenprogramm mit Workshops, Expertenführungen, Film-Vorführungen und Lesungen angeboten, das den Besucherinnen und Besuchern vielschichtige Zugänge zum facettenreichen Bild der Surrealistinnen ermöglicht.

Mit der Ausstellung „Lebensmenschen: Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin" widmet sich das Museum Wiesbaden vom 13. März bis zum 20. Juli 2020 zwei wegweisenden Künstlern der Avantgarde, die sowohl jeder für sich als auch gemeinsam als Paar Kunstgeschichte geschrieben haben. Die Ausstellung in Wiesbaden zeichnet sich auch dadurch aus, dass neben der Kooperation von Museum Wiesbaden und Lenbach Haus (München) erstmals die Jawlensky Stiftung und die Werefkin Stiftung kooperieren. Mit der Ausstellung soll außerdem die Bedeutung der Stadt Wiesbaden und des Rhein-Main-Gebietes als zentrale Orte des deutschen Expressionismus hervorgehoben werden – Jawlensky hatte hier die letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens verbracht.

Das Historische Museum Frankfurt präsentiert vom 13. März bis zum 30. August 2020 die Ausstellung „Kleidung in Bewegung. Weibliche Mode seit 1850". Die Ausstellung widmet sich der Rolle von Kleidung und zeigt, welchen entscheidenden Beitrag Kleidung zur Inszenierung von modernen Gesellschaftsbildern und Geschlechterrollen im Laufe der Geschichte geleistet hat. Dabei wird ein großer Bogen von der Beschaffenheit der Kleider hin zu grundsätzlichen Aspekten von Bewegung und Mobilität, ihren Veränderungen und Anpassungen in einer für das Geschlechterbild entscheidenden Umbruchphase von 1850 bis in die 1930er Jahre gespannt. Die Präsentation der rund 250 Exponate, darunter sowohl Objekte aus der museumseigenen Textil- und Modesammlung als auch erlesene, internationale Leihgaben, wird dabei von historischen Filmaufnahmen begleitet.

„Die weibliche Seite Gottes", eine Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt, stellt zeitgenössische Kunstwerke vor, die unbekannte oder verdrängte Seiten von weiblichen Gottheiten in den drei monotheistischen Weltreligionen, also des Christentums, des Judentums und des Islams aufspüren. Bestandteil der Ausstellung sind u.a. weibliche Gottheiten des Alten Orients, weibliche Aspekte in den Gottesvorstellungen und mystische Strömungen der drei monotheistischen Religionen, die bislang noch nicht im Fokus der Betrachtung standen. Ausstellungszeitraum ist von Oktober 2020 bis Ende Februar 2021.

Die neue Ausstellungsreihe „tinybe – bewohnbare Skulpturen in Frankfurt RheinMain. Ein interaktives Gesamtkunstwerk." der tinybe gGmbH widmet sich in Zeiten von steigenden Einwohnerzahlen und immer knapper werdendem Wohnraum neuen Ideen und Formen des Wohnens und gibt Antworten auf die drängende Wohnungsfrage – auch jenseits von Quadratmetern und Ausnutzungsziffern. Dazu werden neun Skulpturen von internationalen Künstlern im öffentlichen Raum in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden gezeigt. Die „living sculptures" sind vom 28. Mai bis zum 27. September 2021 frei begehbar und auch temporär bewohnbar. So entstehen Orte, die Kunst und Kreativität für viele Menschen interaktiv erfahrbar machen.

Musik
Das Festival „>cresc…< - Biennale für aktuelle Musik 2020" der Deutsche Ensemble Akademie e.V. findet im kommenden Frühjahr in neuer Form an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden (28. Februar bis 1. März und 6. bis 7. März 2020) in Frankfurt und Offenbach statt. >cresc…< ist eine Festivalreihe, die 2011 aus der Initiative des Kulturfonds Frankfurt RheinMain hervorgerufen wurde. Im kommenden Jahr befasst sich das Festival unter dem Motto „Human_Machine" mit der Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Das hr-Sinfonieorchester und Ensemble Modern präsentieren in diesem Rahmen fünf Großveranstaltungen, bereichert wird das Programm außerdem durch kleiner konzipierte Late-Night-Konzerte und diskursive Formate. Die musikalische Ausrichtung des Festivals reicht von Jazz über Heavy Metal bis hin zu elektronischer Musik und wendet sich so an ein breites Publikum.

Zum 50. Mal finden im Sommer kommenden Jahres, vom 18. Juli bis zum 1. August 2020, die Darmstädter Ferienkurse des Internationalen Musikinstituts Darmstadt statt. Im Rahmen dieser Ferienkurse treffen sich Komponisten, Musiker und Künstler aus aller Welt zwei Wochen lang in Darmstadt um sich ganz der zeitgenössischen Musik zu widmen. Unter dem Titel „Darmstädter Ferienkurse 2020: Collaborate!" dreht sich im Rahmen des kommenden Festivals alles um Formen kreativer Zusammenarbeit und Kollektivität.