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Letzte Aktualisierung: 17.06.2019

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Kohleausstieg im Industriepark Höchst

Infraserv Höchst investiert dreistelligen Millionenbetrag in neue Gasturbinen-Anlagen

von Ilse Romahn

(11.04.2019) Infraserv Höchst investiert in die Energieversorgung und leistet einen Beitrag zur Vermeidung von CO2-Emissionen: Im Industriepark Höchst wird eine bestehende Gasturbine modernisiert und eine neue Gasturbinen-Anlagen errichtet, mit deren Inbetriebnahme der Kohleausstieg für den Standort verbunden sein wird.

Aktuell wird ein wesentlicher Anteil des Energiebedarfs des Industrieparks von dem bestehenden Heizkraftwerk gedeckt, in dem auch Steinkohle als Energieträger genutzt wird. „Wenn im Jahr 2022 die neue Gasturbinenanlage ans Netz geht, werden CO2-Emissionen in einer Größenordnung von rund einer Million Tonnen pro Jahr vermieden“, erklärt Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv Höchst. Infraserv Höchst investiert in den nächsten drei Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in den Neubau der Gasturbinen-Anlage. „Mit diesen signifikanten Investitionen entwickeln wir die Energieversorgungs-Infrastruktur des Standortes zukunftsorientiert weiter und steigern die Wettbewerbsfähigkeit des Industrieparks Höchst“, sagt Infraserv-Geschäftsführer Jürgen Vormann.

Hocheffiziente Energieerzeugung im Industriepark Höchst
Infraserv Höchst setzt bei der Energieversorgung konsequent auf die Kraft-Wärme-Kopplung. Das Unternehmen betreibt schon seit 2004 eine Gasturbinen-Anlage, zwei weitere Gasturbinen wurden 2011 in Betrieb genommen. Durch diese Investitionen konnte die ohnehin schon sehr hohe Effizienz bei der Energieversorgung weiter gesteigert werden. So beträgt der Wirkungsgrad bei den von Infraserv Höchst betriebenen Anlagen mehr als 90 Prozent, während herkömmliche Kohlekraftwerke, mit denen ausschließlich elektrische Energie produziert wird, im Vergleich nur 40 bis 45 Prozent der im Brennstoff enthaltenen Energie ausnutzen. Allein die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sorgt heute schon für eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen. Hinzu kommt die konsequente Nutzung der Abwärme aus Produktions- und Verbrennungsanlagen, die nutzbringend in die Versorgungsnetze des Industrieparks eingespeist wird, so dass weniger Wärme neu erzeugt werden muss und somit auch weniger Kohle verbraucht wird - und weniger klimaschädliche Emissionen entstehen. 

Neue Gasturbinen-Anlage entsteht im Nordteil des Standortes
Jetzt wird die Nutzenergieerzeugungs-Infrastruktur des Industrieparks noch moderner und umweltfreundlicher. Zunächst modernisiert Infraserv Höchst bis Ende 2020 die älteste Gasturbinen-Anlage, die dann noch effizienter betrieben werden kann. Die neue Anlage mit zwei Gasturbinenblöcken soll im Nordteil des Industrieparks nahe des Heizkraftwerks errichtet werden. „Wenn die neue Gasturbinen-Anlage 2022 in Betrieb geht, können wir die Kohlekessel im Heizkraftwerk abstellen“, kündigt Dr. Joachim Kreysing an. Nachdem die regulatorischen Rahmenbedingungen lange Zeit unklar waren, hat die Verabschiedung des Energiesammelgesetzes Ende 2018 die Grundlage für die Realisierung des Projektes geschaffen, das nach den Regelungen des KWK-Gesetzes gefördert wird. Derzeit wird der aktuelle Stand der Konzeption mit der Genehmigungsbehörde abgestimmt. 

Die Investitionen in die Energieversorgung sind nicht nur für den Industriepark Höchst von großer Bedeutung. „Wir leisten künftig auch einen noch größeren Beitrag zur Stabilität des öffentlichen Stromnetzes“, erklärt Dr. Joachim Kreysing. Schon die bestehenden Gasturbinen-Anlagen sind als systemrelevant für die öffentliche Stromversorgung eingestuft. Denn aufgrund einer flexiblen Fahrweise der Gasturbinen ist es möglich, die Stromproduktion an die jeweiligen Anforderungen des allgemeinen Versorgungsnetzes anzupassen, je nachdem, ob im öffentlichen Netz ein Defizit droht oder ein Strom-Überschuss vorhanden ist. Mit der neuen Gasturbinen-Anlage kann Infraserv Höchst das allgemeine Versorgungsnetz noch besser unterstützen und zur Versorgungssicherheit in der Region beitragen.  

www.infraserv.com