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Letzte Aktualisierung: 19.06.2019

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Klassische, aber auch andere Klänge auf dem Frankfurter Römerberg

Die sommerliche Reihe „Abendkirche“ startet

von Ilse Romahn

(12.06.2019) Ein Sommerabend auf dem Frankfurter Römerberg: Ein lauer Wind weht vom Main, Stimmen aus aller Welt mischen sich, das Rathaus versinkt in Wochenendruhe.

Nachdem die neue Altstadt beschritten, bestaunt oder bekrittelt wurde, zur Ruhe kommen, sich in der Alten Nikolaikirche dem Klang hingeben – dazu wird zehn Mal freitagabends mit der Reihe „Abendkirche“ eingeladen. Ein Banner an der zur Evangelischen  Sankt Paulsgemeinde gehörenden Kirche tut kund: Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Gestartet wird die Reihe „Abendkirche“ in diesem Jahr am 14. Juni. Das Main Orchester Frankfurt, vielen noch als Jugend-Musik-Ensemble bekannt, gastiert an diesem Abend mit dem Programm „Tragisch“. Johannes Brahms und Franz Schubert, gehören zu den Komponisten, die zu dem Titel zitiert werden. Die Woche darauf folgen „Perlen des Barock“: Bach, Telemann und Händel, gespielt von Sebastian Schmidt auf der Blockflöte begleitet von Roxana Neacsu am Cembalo 

Touristen finden ihren Weg in das Gotteshaus, dessen Ursprünge auf das 12. Jahrhundert zurückgehen, Frankfurterinnen zählen zum Stammpublikum in der Alten Nikolaikirche, Gäste aus der näheren Umgebung reisen regelmäßig an – die Abendkirchen haben sich zu einer Marke entwickelt. Seit fünf Jahren organisiert die Unternehmensberaterin, Christine Mährle, Mitglied des Kirchenvorstands, das Programm. Diesen Juli, August wird sie anfangen die Saison 2020 zusammenzustellen. Probleme, Konzertierende zu finden hat sie nicht.

Die hier gastierenden Profis und Halbprofis melden sich oft lange vorher, hier aufzutreten ist beliebt. „Die Kirche ist nicht allzu groß, es herrscht eine fast private Atmosphäre, sagt die Organisatorin. Auch Gitarristen müssten nicht fürchten, mit ihrem Saitenklang zu verhallen. Neben Klassischem sind auch andere Musikstile willkommen. Am 5. Juli tritt das Duo Sternenstaub auf, Saz, Bouzouki, Sansula zählen neben Gitarren und Percussion zu den Instrumenten, die dann „Lieder aus Licht“ schaffen.  Dazwischen, am 28. Juni, wird Pause gemacht: Offene Kirche zum Ironman. Dann ist die Kirche einfach länger zum Verweilen geöffnet.

Den Römerberg füllen regelmäßig die Massen - oder Großereignisse nehmen den Platz ein. An dem Wochenende Ende Juni, am Sonntag, wird er von Triathleten in Besitz genommen, in den Tagen davor laufen die Aufbauten. Solche Großereignisse berücksichtigt Mährle bei ihrer Planung. Skandinavisch wird es klingen, wenn zum Auftakt des Museumsuferfestwochenendes im August „Cantus Dorsten“ im Rahmen der Abendkirche auftritt. „Norwegen“ ist 2019 Gastland bei dem Publikumsmagneten am Main.

Viele Hände packen an, viele Köpfe denken mit, um die Abendkirchen zu stemmen. Eine Freiwillige kümmert sich um die Presse und Plakate, andere Leute um die Programmverteilung an den Abenden, zwei Ehrenamtliche müssen jeweils mit dabei sein. „Das ist eine große Aufgabe für die Gemeinde“, sagt Mährle. Ihr ist es wichtig, eine Antwort auf die Frage zu geben: „Warum machen wir das?“ Es ist ein Geschenk an die Stadt lautet sie. An die Einheimischen, an die Gäste.

Die Musizierenden bekommen kein Honorar, nur die Spenden, die am Ausgang erbeten werden. Im vergangenen Jahr war das eine erkleckliche Summe – „wir hatten sehr gute Besucherzahlen“ berichtet Christine Mährle.

Übrigens gibt es 2019 auch eine Zugabe: Die Kantorin der Gemeinde Karin Baumann hat angeboten, gleichfalls ein Konzert im Rahmen der Abendkirche zu geben, das elfte, am 6. September. Sie hatte Lust darauf, so Mährle. So lautet auch der Titel des Konzerts „Spaß am Singen.“

Zur Abendkirche erscheint nicht nur der Platz in mildem Sommerlicht, auch der Innenraum hat einen besonderen Glanz, wenn die Musizierenden freitagabends zu ihren Instrumenten greifen.

Nähere Informationen zu dem Programm sind zu finden unter www.paulsgemeinde.de