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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Keine Gnade für die Wade

Auf zwei Rädern durch den Lone Star State Texas

von Ilse Romahn

(26.08.2019) Das Radfahren als Ganzkörpertraining hat bekanntlich nicht nur positive Auswirkungen auf die Gesundheit, sondern lässt einen die Umwelt auf besondere, intensive Weise erleben – ideal also, um dem Alltagsstress zu entfliehen und den Kopf frei zu bekommen.

Austin Bandera
Foto: Visit Bandera
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Mit über 3.476 Fahrradrouten sowie zwei der fahrradfreundlichsten Städte in den USA lockt Texas Fahrradliebhaber zu einem wilden oder gemütlichen Ritt auf den Drahtesel. Also: Rauf aufs Radl und rein in die Natur.

Laut der Alliance for Biking & Walking gehören Austin und Dallas zu den Top 10 der fahrradfreundlichsten Städte der USA. Während sich die Radfahrer in Dallas an dem fünfeinhalb Kilometer langen Katy Trail erfreuen, der als einstige Bahnlinie quer durch Uptown und Downtown vorbei an angesagten Restaurants und Bars führt, lockt Austin mit dem Veloway – einer knapp fünf Kilometer lange Strecke für Radfahrer, Blader und Skater inmitten der Stadt. Aber auch der 16 Kilometer lange Weg entlang des Lady Bird Lake ist ein beliebter Ausgangspunkt für ausgedehnte Radtouren. Austin ist zudem Start- und Endpunkt des Texas Hill Country Loops.

Texas Hill Country Loop: Auf den Spuren der deutschen Auswanderer
Vorbei an bunten Wildblumenfeldern, entlang duftender Zypressenwälder mit verschlungenen Bächen und durch lebhafte Städte mit alten Traditionen: Der Texas Hill Country Loop zwischen San Antonio und Austin ist ein Fest für die Sinne und zeigt sich vor allem im Frühjahr in voller Pracht, wenn die Wiesen voll mit Bluebonnets und Mohnblumen sind. Das Beste daran: Zahlreiche Weinkellereien laden entlang des Weges auf ein Glas Wein ein und die Abende können gemütlich bei Lagerfeuer und Countrymusik beschlossen werden. Die 500 Kilometer lange Schleife beginnt und endet zwar in Austin, kann jedoch bequem durch mehrere Alternativen abgekürzt werden. Auf dem Weg lernen die Radler zudem etwas über das deutsche Erbe in Texas, führt der Loop doch durch die deutschen Auswandererstädte Fredericksburg, Gruene und Luckenbach. Wer zwischendurch eine Abkühlung benötigt, findet diese im Llano oder Colorado River sowie im Canyon Lake, der als „Juwel“ des Texas Hill Country gilt.

Tyler State Park: Mit Vollgas durch die Prärie
Etwa eineinhalb Stunden von Dallas entfernt befindet sich der knapp 40 Quadratkilometer große Tyler State Park, der vor allem bei wagemutigen Mountainbikern beliebt ist. Auf rund 21 Kilometern geht es rasant zwischen Wurzeln und unebenem Gelände auf den kurvenreichen Radwegen entlang, bis auch der erfahrenste Radler ins Schwitzen kommt. Besonders schön ist die Strecke um den großen Tyler State Park Lake, der von 30 Meter hohen Bäumen gesäumt ist. Wer sich nach dem Fitnessprogramm wohlverdient stärken möchte, findet entlang der Route zahlreiche Picknickmöglichkeiten, die zur Rast einladen. Unterwegs kreuzen nicht selten Hirsche, Eichhörnchen, Waschbären, Opossums sowie zahlreiche Vogelarten den Weg.

Radrennen in Beeville und Alpine: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt
In Beeville ist der Name Programm: Am 12. Oktober 2019 radeln hier die Teilnehmer wie von der Biene gestochen bereits zum sechsten Mal um die Wette. Die „Tour de Honey“ führt die Radfahrer auf drei Routen à 50, 80 oder 105 Kilometer durch die abwechslungsreiche Landschaft von Beeville und Bee County; bei Musik und Essen können sich die Teilnehmer nach dem Event wohlverdient stärken. Am selben Tag findet das „No Country for old Men”-Ultra-Rennen in Westtexas in der Stadt Alpine statt. Auf der rund 1.600 Kilometer langen Strecke passieren die Solo- oder Tandemradler nicht nur eine mondartige Landschaft und die weiten Ebenen des Hinterlandes, sondern machen auch etliche Höhenmeter – sowohl eine körperliche als auch geistige Herausforderung für alle Teilnehmer!

Weitere Informationen zu Texas auf www.traveltexas.de