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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Künstlergespräch in der DZ Bank Kunstsammlung

von Ilse Romahn

(17.01.2019) Anlässlich der Ausstellung f/12.2 Projektstipendium veranstaltet die DZ BANK Kunstsammlung im ART FOYER am Donnerstag, 24. Januar, um 18 Uhr ein Künstlergespräch.

Zu Gast sind  die diesjährigen Stipendiatinnen Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer, die einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen geben werden. Die Moderation des Abends übernimmt Maren Lübbke-Tidow, freie Autorin, Kritikerin und Gastkuratorin der Ausstellung.

In der Ausstellungsreihe f/12.2 Projektstipendium präsentiert die DZ BANK Kunstsammlung Arbeiten, die im Rahmen zweier Projektstipendien entstanden sind, die alle zwei Jahre an internationale Künstler vergeben werden. Die Werke der aktuellen Preisträgerinnen sind noch bis zum 9. Februar 2019 im Zusammenspiel mit Arbeiten von Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg aus der Shortlist im ART FOYER zu sehen.

Kennzeichnend für die künstlerische Praxis der Projektstipendiatin Tatiana Lecomte (* 1971, Bordeaux, Frankreich) ist die Auseinandersetzung mit gefundenem dokumentarischem Material. In ihrer Projektarbeit „Es gibt keinen Stroop-Bericht mehr“ demontiert die Künstlerin den sogenannten „Stroop-Bericht“, in dem der Generalleutnant der Waffen-SS Jürgen Stroop die Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto 1943 dokumentierte. Einer Strafarbeit gleich, der sich die Künstlerin über Monate hinweg ausgesetzt hat, bringt sie einzelne Wörter dieses Berichtes immer wieder zu Papier und lässt ihn so bis zu seiner „Auflösung“ in einzelne Bestandteile zerfallen. Lecomte geht so der Frage nach, wie man zu einer angemessenen Form der Sichtbarmachung des Unvorstellbaren kommen kann – ohne den Schrecken und das Leid bildlich zu reproduzieren.

Eine politische Lesart gibt auch das Werk der zweiten Projektstipendiatin Sara-Lena Maierhofer (* 1982, Freudenstadt im Schwarzwald) vor. Mit ihrer Arbeit „Kabinette“ leistet die Künstlerin einen wichtigen Beitrag zu den aktuellen Diskussionen um den Umgang mit Kolonialerbe. Maierhofer hat öffentliche Debatten in Deutschland verfolgt, die Maßnahmen zur Dekolonisierung verhandeln – etwa die inhaltliche Neuausrichtung völkerkundlicher Museen. Sie begegnet diesen Verhandlungen mit den Mitteln der Kunst: Als eine Art der Bestandsaufnahme fungieren zum einen ihre baukastenartigen „Foto-Skulpturen“, die die Grundrisse völkerkundlicher Museen wiedergeben und mit Fotografien von Artefakten aus den jeweiligen Ausstellungshäusern belichtet sind. Zum anderen sind Fotogramme von Schubfächern und Regalen aus den Depots ethnologischer Sammlungen entstanden. Damit thematisiert Maierhofer in ihren Arbeiten den nach wie vor unbestimmten Status von Archivierungsstätten ebenso wie den der Objekte, die in ihnen lagern.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen werden erbeten unter https://www.events.dzbank.de/kuenstlergespraech/online-anmeldung 


ART FOYER, Platz der Republik , 60265 Frankfurt am Main, Eingang: Cityhaus I, Friedrich-Ebert-Anlage.  Öffentliches Parkhaus „Westend“
www.dzbank-kunstsammlung.de