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Letzte Aktualisierung: 21.07.2017

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Jessica Schwarz bei Hit Radio FFH

„Ich kann schimpfen wie ein Rohrspatz“

von: Ilse Romahn

(17.07.2017) Schauspielerin Jessica Schwarz (40, „Romy Schneider“, „Buddenbrooks“) war am Sonntag zu Gast in der Hit Radio FFH-Sendung „Silvia am Sonntag“. Im Gespräch mit FFH-Moderatorin Silvia Stenger sprach Jessica Schwarz über ihren neuen Kinofilm „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“, der seit Donnerstag zu sehen ist: „Die Leute haben danach einen unglaublichen Redebedarf. Also entweder reden oder schmusen.“

Schauspielerin Jessica Schwarz im Hit Radio FHH-Studio in der Talksendung "Silvia am Sonntag"
Foto: HIT RADIO FFH. https://cloud.radioteleffh.de/index.php/s/YLcvjsV3UgODeI4
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Sie sprach über den Tod ihres Vaters Thomas, der im Januar an Darmkrebs gestorben war („Mein Vater war eine Naturgewalt. Ich dachte, er wird 90.“), erzählte von ihrem neuen Hotel, das bald eröffnet werden soll, warum sie schimpfen kann, „wie ein Rohrspatz“ und vieles mehr.

Jessica Schwarz wuchs in Michelstadt im Odenwald auf. 1993, sie war 16 Jahre alt, wurde sie zum „Bravo-Girl“ gewählt, verließ ihre Heimat und wurde Model, TV-Moderatorin („Viva“), dann Schauspielerin. Als Hauptdarstellerin ist sie jetzt in dem Film „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ zu sehen, sagte darüber im Hit Radio FFH-Gespräch: „Es steckt eine große Philosophie drin. Die Leute haben einen unglaublichen Redebedarf nach dem Film. Also entweder reden oder schmusen. Es liegt nach dem Film etwas ganz Prickelndes in der Luft, eine wunderbare Energie. Alle sind verzaubert. Das finde ich wunderschön.“ Über die Komödie, die in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden spielt, sagte sie weiter: „Er geht nicht unter die Gürtellinie, kein Kacki-Humor, viel Komik, aber auch Tiefe. Weil man sich immer wieder die Frage stellt: ‚Warum gibt sich der Mensch nicht zufrieden mit dem, was er hat?‘“

Jessica Schwarz im FFH-Talk über den Film: „Ich darf auch hessisch babbele, odewälderisch. Mein Neffe ist fünf Jahre alt und hat den Film angeschaut. Ein paar Mal haben wir ihm die Hand vor die Augen gehalten, aber er hat sich kaputtgelacht. Von fünf bis 75 Jahren war alles dabei. In Emden hat ein altes Ehepaar sich nach dem Film so innig geküsst, dass mir die Tränen kamen, weil ich gespürt habe, die wissen, was sie an sich haben. Wenn meine Freunde mich charakterisieren würden, würden sie sagen: loyal. ich kann Menschen, die ich liebe, nicht loslassen. Wenn da was passiert, ist es dramatisch für mich. Ich kämpfe für die Liebe, für die Freundschaft und es ist ein Film, der einen dazu bringt, darüber nachzudenken, was man an dem Menschen so liebt. Das darf man nie vergessen, auch in schwierigen Zeiten. Der Kern, in den man sich verliebt hat, der verändert sich nicht. Und wenn man sich in einem Streit daran erinnert, ist das gut. Es lohnt sich, zu kämpfen. Man muss bei sich anfangen. Das Gras ist nicht auf der anderen Seite grüner, sondern bei einem selbst vielleicht braun.“

Jessica Schwarz ist seit 2010 mit dem österreichischen Kameramann Markus Selikovsky liiert. Im FFH-Gespräch sagte sie: „Ich bin auch in meiner Beziehung glücklich, weil es einfach viel Auf und Ab, viel Chaos gibt, wir so eine Hippie-Familie sind. Wir ziehen viel durch die Lande. Ich bin die Bonus-Mutter, die anderen Begriffe sind so negativ. Glückliche Kinderbeziehungen gibt es auch, wenn es nicht die eigenen sind. Ich bin so viel mit Kindern zusammen: Vier Kindern habe ich das Schwimmen beigebracht, habe sie alle mit eingeschult (ihre Schwester hat drei, ihr Freund zwei Kinder, Anm.). Ich drehe so viele Kinderfilme, habe so ein kinderreiches Leben. Es reicht einfach.“

Über ihre Heimatstadt Michelstadt sagte Jessica Schwarz bei FFH: „Traumhaft! Gerade jetzt bei dem schönen Wetter, da haben wir nach der Premiere noch draußen gesessen und haben uns gefühlt wie in Italien. Da musst du nicht mehr in die Ferne schweifen. Die Menschen, die Stimmung, ein wirklich wundervoller Ort. Schwimmen liebe ich, habe immer meinen Badeanzug dabei: In Michelstadt haben wir ein wunderschönes Waldschwimmbad mit einer 50 Meter langen Bahn.“ Auf die Frage, ob sie nicht erkannt werden würde, sagte sie: „Oh doch und es immer ganz schrecklich, wenn ich mal drei Kilogramm zugenommen habe. Ich kann mich ganz gut anziehen, kann gut verstecken.“ In Michelstadt eröffnete Jessica Schwarz mit ihrer Schwester Sandra 2008 Hotel und Café „Die Träumerei“. Jessica Schwarz zu FFH: „Wir bauen ja gerade ein neues Haus zum Hotel um, das wird ‚Träum weiter‘ heißen und wir hoffen, dass bald Eröffnung sein wird.“

Jessica Schwarz pendelt zwischen Wien, Berlin und Michelstadt. Zu FFH sagte sie: „Bei den Flug-Annullierungen von Air Berlin haben sie mich in einen Raum begleitet, weil ich geschimpft habe, wie ein Rohrspatz. Ich kann auch ausflippen. Ich hasse Ungerechtigkeit, dann explodiere ich, es muss raus.“

Über ihre Jugend – sie zog mit 16 Jahren aus – sagte Jessica Schwarz bei FFH: „Ich habe das Gefühl, wenn man früh geht, kann man früh auch wieder zurückkommen. Vier Jahre lang bin ich nur an Weihnachten nach Hause gekommen und hatte dann auch das Bedürfnis, wieder nach Hause zu kommen, um zu fragen: ‚wie konnte das alles so kommen?‘. Das hat uns extrem miteinander verbunden. Ich musste mich finden und das ging in Michelstadt nicht. Es war ganz anders, als bei meiner Schwester. Meine große Schwester war so fleißig und toll, es war schwer, etwas zu finden, was ich besser konnte, als sie. Ich war eher der Clown, konnte Leute besser um den Finger wickeln, habe mir den Unterhaltungsbereich für mich gesucht. So sehr wir uns geliebt haben, so sehr haben wir uns auch gestritten. Sie hat mir mal meinen Pferdeschwanz abgeschnitten, ich habe ihr mal ganz fies mit einem Cowboystiefel gegen das Schienbein getreten. Auch bei Spielen habe ich immer verloren. Man ist die Kleinste und tut sich schwer. Ich konnte jahrelang nicht spielen, bin eine schlechte Verliererin. Meine ganze Familie sagt, sie spielt nicht mit mir. Heute sind wir sehr eng miteinander.“

Im Januar starb Jessica Schwarz‘ Vater Thomas im Alter von 67 Jahren an Darmkrebs. Darüber sagte sie bei FFH: „Er ist sehr plötzlich und schnell gestorben. Es ist sehr schwer, ein großes Loch, eine große Leere, die nicht zu füllen sein wird. Und gerade in Bezug auf den Film denke ich, wie gerne würde ich die Zeit zurückdrehen und mit ihm zur Darmspiegelung gehen. Denn dieser Krebs ist heilbar. Er hat es nicht getan. Deshalb will ich zumindest versuchen, die Leute darauf aufmerksam zu machen: ‘Geht zur Darmspiegelung!‘. Ein Freund meines Vaters wurde gerettet.“ Und weiter: „Jeder war geschockt, weil es so schnell ging. Mein Vater war eine Naturgewalt. Nie hätte ich gedacht, dass ich meinen Vater mit 67 Jahren verliere. Ich dachte, er wird 90. Er ist sehr tapfer gegangen. Wir waren am 3. Januar alle zusammen, hatten eine sehr intensive Zeit miteinander. Er hat uns ein großes menschliches Erbe hinterlassen. Wir sind uns sehr ähnlich, ich vermisse ihn sehr.“

„Silvia am Sonntag – der Talk“: Sonntags spricht FFH-Moderatorin Silvia Stenger zwischen 9 und 12 Uhr mit Promis. Infos auch auf www.FFH.de