Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

Werbung

Jeder kann Leben retten

von Petra Fleischer

(01.10.2019) Klinikum Frankfurt Höchst lädt im Rahmen der internationalen Woche der Wiederbelebung zum Aktionstag am 16. Oktober.

Mit den Bee Gees Leben retten? Der Klassiker „Stayin` Alive“ der englischsprachigen Popgruppe aus den 70ern macht`s möglich. Wer im Rhythmus der Melodie „Ah, ha, ha, ha, stayin` alive, stayin` alive“ eine Herzdruckmassage ausübt und dabei 100 bis 120 Mal pro Minute kräftig drückt, kann helfen Leben zu retten. Im Rahmen der internationalen Woche der Wiederbelebung lädt das Klinikum Frankfurt Höchst Patienten, Angehörige und Interessierte am Mittwoch, 16. Oktober 2019, zum Aktionstag unter dem Motto „Jeder kann Leben retten: Ein Leben retten. 100 pro Reanimation.“ ein. Los geht’s um 16 Uhr im Gemeinschaftsraum (Gebäude A, 2. OG) des Klinikums. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland mehr als 70.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Nach Rauchen und Alkohol immerhin die dritthäufigste Todesursache im Bundesgebiet. Hört das Herz auf zu pumpen, erhält das Gehirn keinen Sauerstoff mehr und beginnt bereits nach fünf Minuten Schaden zu nehmen. Ein lebensbedrohlicher Zustand für den Betroffenen, der schwerwiegende Folgen haben kann. „Erwachsene haben meist noch genug Sauerstoff im Blut, um mit einer Herzdruckmassage die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken. Dazu muss der Sauerstoff quasi per Hand durch den Ersthelfer ins Gehirn gepumpt werden“, erklärt Dr. med. Daniel Bock, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin 1 (Kardiologie, konservative Intensivmedizin, Angiologie) am Klinikum Frankfurt Höchst. Viele Menschen haben jedoch Angst bei der Herzdruckmassage etwas falsch zu machen, dabei ist es eigentlich ganz einfach. „Mit beiden Händen kräftig mitten aufs Brustbein, in der Mitte des Brustkorbes drücken und das ohne Pause 100 bis 120 Mal pro Minute. Die Schultern der ausgestreckten Arme sollten sich dabei mittig über dem Druckpunkt befinden. Es ist immer besser aktiv zu werden, als nichts zu tun“, unterstreicht Kardiologe Dr. Bock.

Um die Bedeutung der Wiederbelebung und auch deren Hemmschwelle für potenzielle Helfer zu senken, informieren Kardiologen, Anästhesisten und Pflegekräfte des Klinikums am Aktionstag in einer Vortragsreihe. Im Mittelpunkt stehen u.a. die Themen Herzinfarkt, Wiederbelebung bei Erwachsenen und SOS – Notfälle bei Kindern. Anschließend sind alle Gäste zum Mitmachen eingeladen. Angeboten werden praktische Erste-Hilfe-Übungen für Erwachsene und Kinder an Puppen sowie praktische Übungen am Halbautomat Defibrillator, der an vielen öffentlichen Orten, wie zum Beispiel Schulen, Turnhallen oder Einkaufszentren hängt und dem medizinischen Laien automatisch Anweisungen zum richtigen Einsatz des Defibrillators für Laien gibt.

Mit Aktionstagen wie dem weltweiten Tag der Wiederbelebung engagiert sich das Klinikum Frankfurt Höchst als Mitglied der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) e.V. aktiv für eine Verbesserung der medizinischen Behandlungsqualität sowie mehr Patientensicherheit in den Krankenhäusern. Damit werden die Patienten in den Mittelpunkt der Aktivitäten zur Qualitätsverbesserung gestellt.

Der „World Restart a Heart Day“ findet auf Initiative des Deutschen Rats für Wiederbelebung bundesweit zum zweiten Mal am 16. Oktober statt und soll das Bewusstsein der Bevölkerung für Herz-Kreislaufstillstände erhöhen. Ziel ist es, jährlich 10.000 Leben zusätzlich zu retten und bis zum Jahr 2020 eine Laienreanimationsquote von 50 Prozent zu erreichen.

Mehr Informationen unter www.grc-org.de