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Letzte Aktualisierung: 16.11.2018

Jazz am Brunnen: Große Bandbreite und internationale Gäste

von pm

(11.07.2018) Die Reihe „Jazz am Brunnen“ startet am Sonntag, 15. Juli, und wird – wegen des 30-jährigen KreisStadtSommer-Jubiläums – sogar vier Konzerte auf dem Hofheimer Tivertonplatz, immer von 11 bis 14 Uhr, umfassen.

Bildergalerie
Matthias Seuffert
Foto: Herbert Christ
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John Defferary
Foto: Herbert Christ
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Den Anfang machen John Defferary & Strings. Der Wahl-Hofheimer John Defferary (Foto 2), weitgereister Starklarinettist und Saxophonist, stammt eigentlich aus der Nähe von London. Dieses Mal hat er aus seinen vielen musikalischen Einflüssen Anklänge an die Musik des Hot Club de France um den legendären Django Reinhardt ausgewählt. Die ausschließlich mit Saiteninstrumenten besetzte Rhythmusgruppe, dazu Nico Gastreich am Kontrabass als Pulsgeber, unterstützt Bläser mit einem elegant swingenden Klangteppich. Das Repertoire besteht aus selten zu hörenden Titeln, aber auch aus regelrechten Jazz-Ohrwürmern, dargeboten aus der Swing-Ära der 30er Jahre in eigenen Arrangements.

Eine Woche später, am Sonntag, 22. Juli, wird die Gruppe Marc Richard & Rhythm Kings auf dem Tivertonplatz sein. Marc Richard aus Paris ist zum ersten Mal als Solist in Hofheim zu hören. Er feiert mit Herbert Christ nach ihrem ersten gemeinsamen Auftritt 1968 – also nach 50 Jahren – ein beispielloses Comeback. Schon in sehr jungen Jahren machte der Klarinettist und Saxophonist mit seiner ausgeprägten Technik und seinem strahlenden Ton auf sich aufmerksam. Die französische Jazzszene erhielt durch ihn erheblichen Auftrieb, weil die von ihm mitgegründeten Bands Jazz-O-Maniacs, Paris Swing Big Band, Anachronic Jazzband und andere Formationen berühmte amerikanische Jazzstars wie Albert Nicholas, Benny Waters, Buddy Tate und sogar Mr. Hi-Di-Hi-Di-Ho Cab Calloway authentisch begleiteten. Viele internationale Jazzfestivals und TV-Auftritte zeugen von seiner weltweit anerkannten Klasse.

Weiter geht es am Sonntag, 29. Juli, mit Christoph Deret und der French Creole Jazzband. Christoph Deret ist ein Musiker, der den Stil der kreolischen Musiktradition von Haiti, Martinique und Guadeloupe über den Golf von Mexiko nach New Orleans, der Geburtsstadt des Jazz, in seine Spielweise aufgenommen hat. Seine vollkommene Tonbildung erinnert Jazz-Insider an Tondokumente, Live-Auftritte und Tourneen legendärer Posaunisten aus New Orleans wie Kid Ory, Preston Jackson, Louis Nelson. Auch Trummy Young, Louis Armstrongs langjähriger Sideman, hat stilistisch mit seinem Shout-Stil wesentlichen Einfluss auf unseren Stargast ausgeübt. Neben New Orleans-Standard-Titeln werden auch die musikalischen Perlen der Karibik ausgiebig zu hören sein.

Das vierte Konzert bestreiten am Sonntag, 12. August, die New Orleans Swing Five. Im letzten Jahr hat sich eine Combo von fünf dem Swing huldigenden Musikern zusammengefunden. Durch zahlreiche Auftritte reifte die Gruppe zu einer europäischen Spitzenband, sehr dynamisch und mit einem Repertoire von echten Jazz-Highlights ausgestattet. Die Wurzeln aus dem ausdrucksstarken, bluesigen New Orleans Jazz herrührend sind unüberhörbar. Durch Matthias Seuffert (Foto 1) an Klarinette, Alt- und Tenorsaxophon gelingt gleichzeitig die Überleitung zum mitreißenden Swing. Seine Vielseitigkeit ist auf zahlreichen Clips im Internet dokumentiert. Für die harmonische Grundlage der Jazzgruppe fungieren Jazzaktivist und Trompeter Herbert Christ, Johannes Zink an der Gitarre, Uli Wanka am Bass und Dominik Dötsch am Piano.

Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Für Essen und Getränke sorgt das Restaurant „Zum Türmchen“.