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Letzte Aktualisierung: 23.05.2019

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Internationaler Frauentag: Oberbürgermeister Feldmann und Stadträtin Heilig machen sich für 8. März als Feiertag stark

von Ilse Romahn

(08.03.2019) Der Internationale Frauentag am 8. März ist in Berlin ab diesem Jahr ein offizieller Feiertag. Zurück geht diese Idee auf die Initiative des Netzwerks Frauen in Neukölln.

Oberbürgermeister Peter Feldmann tritt dafür ein, dass der 8. März künftig auch in Hessen ein Feiertag wird. „Vor 100 Jahren haben Frauen ihr Wahlrecht erkämpft, seither ist viel geschehen. Frauen und Männer leben heute oft weitestgehend gleichberechtigt, doch es gibt noch immer Bereiche, in denen sich die Egalität noch nicht durchgesetzt hat. Politik und Gesellschaft müssen sich weiterhin anstrengen, die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzutreiben. Den 8. März als Feiertag zu etablieren, ist hierfür ein richtiges Signal.“

Frauendezernentin Rosemarie Heilig sagt: „Wenn man in die Welt schaut, die Welt der neuen martialischen Autokraten, dann treibt uns die Sorge vor einem anti-emanzipatorischen Rollback. Wir sind allerdings nicht bereit, eine Zeitenwende neuer Ressentiments klaglos zu erdulden. Denn wir spüren alle, dass der Wind uns entgegen weht – gesellschaftliche Kräfte, Rechtspopulisten und Antifeministen versuchen zu spalten, Frauenrechte auszuhöhlen, Frauen gegeneinander auszuspielen und Erreichtes zu demontieren. Es gilt wieder mehr denn je, gemeinsam für Frauenrechte einzutreten. Die Erklärung des Internationalen Frauentags zum Feiertag wäre ein wunderbares Signal dafür!“

Das Netzwerk Frauen in Neukölln startete im April 2018 seine Kampagne „8. März als neuer gesetzlicher Feiertag für Berlin“. Es verfasste, unterstützt von Frauenverbänden und Einzelpersonen, einen offenen Brief an die Berliner Politik. Darüber hinaus sammelte es tausende Unterschriften, mit denen die Berlinerinnen und Berliner ihr Votum für den Internationalen Frauentag als Feiertag bekundeten. Die drei Berliner Koalitionsparteien folgten dem Vorschlag und beschlossen Ende vergangenen Jahres, den 8. März bereits 2019 als neuen Feiertag für Berlin einzurichten.

Der Internationale Frauentag geht auf die Konferenz sozialistischer Frauen im Jahr 1910 in Kopenhagen zurück, ausgerufen wurde er erstmals 1911. Bei den ersten Kundgebungen in Deutschland gehörte die Einführung des Frauenwahlrechts zu den wichtigsten Forderungen. Während der Frauentag in der Bundesrepublik zunächst kaum Bedeutung hatte, wurde er in der DDR ab 1947 offiziell begangen. Er sollte die Gleichberechtigung fördern und die Arbeit der Frauen würdigen. Im Westen gewann er in den 1970er Jahren durch die damalige Frauenbewegung wieder an Bedeutung. Die Vereinten Nationen riefen im Rahmen des internationalen Jahres der Frau erstmals eine Feier zum 8. März 1975 aus. 1977 rief ihn die UN-Generalversammlung zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" aus. (ffm)