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Letzte Aktualisierung: 23.04.2019

Inselhopping auf Martinique

Bizarre Landschaften, seltene Tiere und eine bunte Flora vor der Küste Martiniques

von Ilse Romahn

(28.01.2019) Die französische Überseeregion Martinique ist als Blumeninsel bekannt – doch die wenigsten wissen, dass es sich bei dem Eiland eigentlich um einen Archipel handelt. Vor der Hauptinsel, insbesondere an der atlantischen Meeresküste Martiniques, liegen rund 20 kleine Inselchen, sogenannte Îlets, die Besucher im Rahmen von Tagesausflügen oder nur für ein paar Stunden erkunden können.

Landschaft auf Martinique
Foto: Comité Martiniquais du Tourisme
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Die Buchten von Robert und François sowie die Umgebung rund um Sainte-Anne sind beliebte Ausflugsreviere für Inselfans. Vom seltenen Leguan bis hin zum Traumstrand erwarten den Besucher hier zahlreiche Überraschungen.

Seltene Leguane und einsame Sandbänke – die Bucht von Robert
Îlet Chancel ist mit 1,6 Quadratkilometern die größte der kleinen Inseln von Martinique. Sie wird von einem einzigen einsamen Martiniquais bewohnt, bietet darüber hinaus jedoch auch einem sehr seltenen tierischen Einwohner ein Zuhause: Der Leguan Iguana Delicatissima hat hier ein geschütztes Paradies vorgefunden und ist weltweit ausschließlich auf der Îlet Chancel anzutreffen. Die Insel ist von Pointe Savane aus per Boot oder Kayak bequem zu erreichen. Robinson Crusoe-Feeling verspricht ein Besuch der streng geschützten Îlet Loup Garou, die vier Kilometer vor der Küste von Robert liegt und aufgrund von Strömungen nur von geübten Bootsfahrern angesteuert werden sollte. Sie besteht lediglich aus einer Sandbank mit Kokospalmen, die gemächlich im Wind wehen. Umgeben von weißen Stränden lässt es sich hier in Postkartenmotiv-Ambiente durch das Meer navigieren.

Von Kakteen und Schildkröten – bizarres Inselparadies vor Sainte-Anne
Die Gemeinde Sainte-Anne im Südosten Martiniques ist für ihre kilometerlangen, von Kokospalmen gesäumten Strände weltberühmt. Von der Halbinsel geht es per Shuttleboot am Cap Chevalier in nur wenigen Minuten auf die Îlet Chevalier, wo Besucher 500 Meter vor der Küste Martiniques auf eine dicht bewachsene, ursprüngliche Vegetation treffen. Während ein kleiner Pfad zur Erkundung des Inselinneren einlädt, steht der Strand der Îlet Chevalier, geschützt von einem Korallenriff, den berühmten Stränden von Sainte-Anne mit seinem feinen weißen Sand und türkisblauen Wasser in nichts nach. Schattige Sträucher laden zum Picknick ein und Kandelaber-Kakteen inmitten des sonst tropischen Regenwaldes bringen Wild-West-Charme auf die Insel. Um die Flora und Fauna des Eilands zu schützen, ist ein Besuch nur bis 18 Uhr gestattet. In der Sicherheit der Nacht legen auf der Îlet Chevalier jedes Jahr Lederschildkröten ihre Eier ab.

Im hüfthohen Wasser zwischen Himmel und Meer – rund um Le François
Nach einer zehnminütigen Bootsfahrt erreichen Besucher die Îlet Thierry, die sich nur einen Steinwurf von den berühmten „Fonds Blancs“ der Baignoire de Joséphine entfernt befindet. Durch Tide und Strömungen entstehen hier Untiefen und ermöglichen es Badebegeisterten, in seichten Gewässern von kaum einem Meter Wassertiefe zu planschen. Auch die Lagune der Îlet Thierry ist geprägt von sehr flachen Ufern, während Besucher im Landesinneren auf einer Fläche von rund 15 Hektar ein Mosaik verschiedenster Landschaften erwartet – von Klippen aus Vulkangestein über kleine Buchten und Steilhänge bis hin zu einer 35 Meter langen Höhle, die von stumpfen Kieselsteinen übersäht ist. Reisende, die die tropische Vielfalt an Flora und Fauna längere Zeit genießen möchten, nächtigen im Gästehaus der Insel. Sie lassen sich am Morgen vom Surren der Kolibris wecken und genießen am Abend zum Sonnenuntergang knusprige Acras, eine Snackspezialität der Martiniquais, zum karibischen Getränk Ti-Punch.