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Letzte Aktualisierung: 25.06.2019

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Industriepark Höchst: Revision der Abluftreinigung der Abwasserreinigungsanlage

Ab 23. März Geruchswahrnehmungen möglich

von Ilse Romahn

(20.03.2019) Sie verarbeitet pro Tag rund 60 Millionen Liter Abwasser und könnte mit ihrer Kapazität die Schmutzfracht einer Stadt mit etwa 1,25 Millionen Einwohnern abbauen: die Abwasserreinigungsanlage (ARA) des Industrieparks Höchst, eine der wichtigsten Anlagen des Standortes.

Blick auf die Abwasserreinigungsanlage im Industriepark Höchst mit den blau-grünen Kaminen der Abluftreinigung
Foto: Infraserv Höchst GmbH & Co. KG 2019
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Vor rund 50 Jahren als offene Anlage konzipiert, wurden in den letzten Jahren viele Maßnahmen umgesetzt, mit denen die Geruchsbelastung für die Nachbarn reduziert werden konnte. Eine davon: die Abluftreinigungsanlage der ARA (RTO). In diesem Jahr muss diese Anlage generalüberholt werden. Daher kann es zwischen 23. März und 12. April zu Geruchswahrnehmungen im Umfeld des Industrieparks kommen.

Umfassende Revision – sorgfältig geplant
Die so genannte RTO (Regenerative Thermische Oxidation), die im Jahr 2004 gebaut und 2009 erweitert wurde, reinigt die geruchsbeladene Abluft aus vielen Teilen der Abwasserreinigungsanlage. Diese Abluft wird an über 850 °C heißen Steinen vorbeigeleitet und erhitzt sich dabei so stark, dass die riechenden Inhaltsstoffe verbrennen. Die Leistung der RTO wurde 2009 deutlich erhöht.

Damit die Anlage optimal funktioniert, muss sie jährlich gewartet werden. Bei dieser regelmäßigen Wartung, die rund fünf Tage dauert, werden beispielsweise die Steine der Brennkammern ausgetauscht, die große Hitze aushalten müssen. In diesem Jahr wird eine umfassendere, rund fünfzehntägige, Revision nötig, denn die Anlage ist inzwischen fast 15 Jahre in Betrieb. Dabei werden vorsorglich einige stärker beanspruchte Komponenten wie Ventilatoren und Verkabelungen ersetzt, um einen möglichen ungeplanten Ausfall aufgrund eines „altersbedingten“ Defektes zu vermeiden. Diese sorgfältig geplanten Revisionsarbeiten beginnen am Samstag, 23. März mit der Abschaltung der Anlage, die abkühlen muss, bevor am darauffolgenden Montag die Arbeiten beginnen können. Voraussichtlich am Freitag, 12. April wird die RTO wieder hochgefahren.

„Wir achten grundsätzlich darauf, die anfallende Arbeiten soweit wie möglich parallel durchzuführen, um den Stillstandszeitraum und die dabei möglicherweise auftretenden Geruchswahrnehmungen für Anwohner auf ein Minimum zu reduzieren“, erklärt Dr. Ruth Mundhenke, Betriebsleiterin der ARA.

Eine Wartung oder eine Revision der RTO kann wegen Frostgefahr nicht im Winter stattfinden und wird meist im März oder April durchgeführt, wenn die Temperaturen in der Regel nicht mehr unter den Gefrierpunkt fallen. Dieser Zeitraum ist vergleichsweise günstig, denn es ist nicht mit den stabilen Schönwetterlagen zu rechnen, bei denen es manchmal recht windstill ist oder der Wind überwiegend aus östlicher Richtung weht.

Ableitung der Abluft ohne thermische Behandlung
Eine laufende Revision der RTO kann bei einer Änderung der Windrichtung leider nicht abgebrochen werden. In dieser Zeit – also bis zum 12. April – kann die Abluft nur ohne thermische Behandlung über den Kamin abgeleitet und nicht wie üblich durch starkes Erhitzen von Gerüchen befreit werden. Trotz der Ableitung der Luft durch den 35 Meter hohen Kamin und der starken Vermischung der Umgebungsluft in dieser Höhe kann es bei Ostwind insbesondere in unmittelbarer Nachbarschaft des Industrieparks zu Geruchswahrnehmungen kommen. Infraserv Höchst als Betreiber der Abwasserreinigungsanlage und des Industrieparks Höchst bittet die Anwohner in den benachbarten Wohngebieten für möglicherweise entstehende Belästigungen um Entschuldigung.