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Letzte Aktualisierung: 16.11.2018

Immunabwehr mit Vitamin A, D, E und K natürlich in Stellung bringen

Viel hilft nicht viel: Vitaminpräparate nicht unbegründet einnehmen

von Ilse Romahn

(08.11.2018) Der Jahrhundertsommer mit ‚Sonne satt‘ ist endgültig vorbei. Mit Anbruch der dunklen Jahreszeit wollen sich viele etwas vermeintlich Gutes tun und greifen zu Vitaminpräparaten. Doch eine ständige Einnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K ist gar nicht nötig. Denn im Gegensatz zu den wasserlöslichen Vitaminen B, C & Co. kann der Körper die fettlöslichen Vitamine speichern.

Die Apotheke vor Ort berät Patienten zur Einnahme von Vitaminpräparaten.
Foto: ABDA
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Bei einer zusätzlichen Einnahme ist sogar Vorsicht geboten: Im Fall einer zu hohen Verabreichung in Form von Supplementen kann es zu einer Überdosierung kommen, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Auch die Vitamin-D-Speicher sind nach den sonnenreichen Monaten gut gefüllt. Nur in bestimmten Fällen ist eine ergänzende Einnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E oder K sinnvoll. Bei Unsicherheiten sollte man sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen.

Fettarm ist auch keine Lösung
Wer seine Immunabwehr jetzt ganz natürlich stärken möchte, setzt am besten auf eine gesunde und vor allem nicht zu fettarme Nahrung. Denn die fettlöslichen Vitamine gelangen gemeinsam mit den in der Nahrung enthaltenen Fetten über den Darm in den Organismus und werden dort gespeichert. Aus diesen Depots wird der Körper nach und nach mit den wichtigen Vitaminen versorgt. Wer sich fettreduziert ernährt oder unter Störungen bei der Fettverdauung leidet, läuft also Gefahr, zu geringe Mengen der fettlöslichen Vitamine A, E und K aufzunehmen.

Stark in der Abwehr
Immunstärkend wirken die Vitamine A und E, sie beeinflussen unter anderem die Anzahl der weißen Blutkörperchen positiv. Außerdem fallen den Vitaminen viele weitere Schlüsselfunktionen zu. So ist Vitamin A am Sehprozess beteiligt und für den Aufbau und den Erhalt von Zähnen, Haut, Schleimhaut, Knorpel- und Knochengewebe zuständig. Vitamin E beeinflusst die Blutgerinnung und spielt eine große Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung des Nervensystems und der Skelettmuskulatur. Auch Vitamin K wird vom Körper für die Blutgerinnung sowie das Zellwachstum und beim Knochenstoffwechsel benötigt.

Sonnenvitamin D
Eine Sonderstellung unter den fettlöslichen Vitaminen nimmt Vitamin D ein, denn es wird nur in geringen Mengen über die Nahrung aufgenommen. Der Körper bildet es mithilfe des Sonnenlichts selbst aus und speichert es für einige Monate im Fett- und Muskelgewebe. Aus diesen Speichern versorgt sich der Organismus in der sonnenarmen Zeit mit Vitamin D. Es unterstützt die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus der Nahrung, baut Kalzium in Knochen und Zähne ein und versorgt die Muskulatur. Auch für das Hormonsystem ist Vitamin D wichtig und zum Beispiel für die Sekretion von Insulin und die Schilddrüsenhormone notwendig.

Vitamine? Natürlich!
Im Zusammenspiel stärken die fettlöslichen Vitamine die Immunabwehr – und das auf natürliche Weise. Milch, Käse, Butter, Eigelb oder Fischarten wie Heilbutt und Makrele sind sehr gute Vitamin-A-Lieferanten. Pflanzenöle, vor allem Weizenkeim-, Sonnenblumen-, Distel- und Olivenöl, sowie Butter und Margarine weisen einen hohen Gehalt an Vitamin E auf. Alle Zeichen auf ‚Grün‘ heißt es für Vitamin K: Es ist in Gemüsesorten wie Spinat, Brokkoli und Grünkohl enthalten. Auch fetter Fisch wie Aal, Lachs oder Hering zählt zu den Vitamin-K-Quellen. Übrigens lässt sich die Vitaminzufuhr leicht erhöhen: einfach die vitaminreichen Nahrungsmittel mit ein wenig Fett, zum Beispiel mit einem guten Öl, anreichern – dadurch wird deren Aufnahme über den Darm gesteigert.

Mangelhaft versorgt?
Die Symptome eines Vitaminmangels sind diffus, er kann sich beispielsweise durch eine erhöhte Infektanfälligkeit äußern. Eine schlechte Wundheilung, Knochen- und Rückenschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen oder Leistungsabfall können beispielsweise Warnsignale für eine Unterversorgung mit Vitamin D sein. Der Mangel kann buchstäblich auf die Stimmung schlagen und zu Depressionen führen. Wer glaubt, nicht ausreichend versorgt zu sein, sollte jedoch nicht einfach zu Vitaminpräparaten greifen, so die Landesapothekerkammer Hessen. Es ist sinnvoller, seinen Verdacht zunächst durch eine Blutuntersuchung beim Arzt abklären zu lassen. Verordnet der Arzt nach einer Diagnose ein entsprechendes Präparat, kann der Apotheker zur richtigen Einnahme beraten.

Ergänzende Einnahme
Nur für bestimmte Patientengruppen ist eine nahrungsergänzende Einnahme von Vitamin-Präparaten sinnvoll. So erhalten Säuglinge routinemäßig Vitamin-D- Tropfen oder -Tabletten. Ihre Vitamin-D-Bildung über die Haut ist reduziert, da sie im ersten Lebensjahr nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden sollen. Bei Menschen ab circa 65 Jahre nimmt die Vitamin-D-Produktion ab, für sie daher ist eine ergänzende Einnahme sinnvoll. Das gilt auch für Personen, die sich selten draußen aufhalten, wie zum Beispiel Patienten in Pflegeheimen. Eine Rolle spielt übrigens auch der Hauttyp, denn je dunkler die Haut, desto geringer die körpereigene Bildung von Vitamin D. Generell gilt aber: viel hilft nicht viel!

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.950 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

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