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Letzte Aktualisierung: 15.10.2019

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IHK-Präsident Caspar trifft Oberbürgermeister Feldmann

von Ilse Romahn

(18.06.2019) Die Stadt Frankfurt ist einer der dynamischsten Standorte in Europa – darin waren sich Oberbürgermeister Peter Feldmann und IHK-Präsident Ulrich Caspar bei ihrem ersten Treffen nach der Wahl Caspars zum Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main einig.

OB Peter Feldmann empfängt IHK-Präsident Ulrich Caspar
Foto: Stadt Frankfurt / Bernd Kammerer
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In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Arbeitsplätze um rund 20 Prozent und damit mehr als im Landes- und Bundesdurchschnitt gestiegen. Für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts seien zwei Themen vorrangig: die Flächenausweisung für Industrie, Gewerbe und Wohnen sowie der Erhalt der Verkehrszugänge für die mit dem PKW kommenden Kunden und Mitarbeiter. Die enge Zusammenarbeit von Stadt und Wirtschaft sei der Nährboden der guten Standortbedingungen für die Unternehmen in der Stadt, sagten Feldmann und Caspar.

„Ich freue mich darauf, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der IHK fortzusetzen. Der intensive Dialog mit Prof. Dr. Müller in den vergangenen Jahren über wichtige Themen der Stadt und auch der Metropolregion hat das gegenseitige Verständnis gestärkt sowie Herausforderungen und Potenziale aufgezeigt. Frankfurt und die Region sind ein starker und leistungsfähiger Wirtschaftsstandort, aber wir sind noch nicht in allen Facetten zukunftsfähig. Stärker als bisher müssen wir uns den Herausforderungen des Wachstums stellen, das vor einigen Jahren noch niemand derart prognostizieren konnte. Es gilt den Balanceakt zwischen Bebauung und Verdichtung auf der einen Seite und den Erhalt der Lebensqualität in unserer Stadt auf der anderen Seite zu meistern. Das kann uns nur mit starken Partnern und kooperativem Miteinander gelingen“, erklärte Feldmann.

Die kraftvolle wirtschaftliche Entwicklung und das damit einhergehende Bevölkerungswachstum führen nach Darstellung des IHK-Präsidenten zur Zunahme von Flächenkonflikten, denn verschiedene Nutzungen konkurrierten um das begrenzte Flächenangebot. „Unsere Unternehmen leiden bereits heute branchenübergreifend unter einem massiven Fachkräftemangel und für diese Fachkräfte müssen Wohnungen zur Verfügung gestellt werden. Das zur Zeit im Raum stehende Integrierte Stadtentwicklungskonzept sieht Fläche für 70.000 neue Wohnungen vor – ein Schritt in die richtige Richtung, aber angesichts des prognostizierten Bedarfs von rund 106.000 Wohnungen bis zum Jahr 2040 nicht ausreichend“, sagte Caspar.

„Gleichzeitig haben wir einen prognostizierten Bedarf an Industrie- und Gewerbeflächen von 128 Hektar bis 178 Hektar außerhalb der Industrieparks bis 2030, dem laut Masterplan Industrie nur ein Angebot von 85 Hektar gegenüber steht. Das liegt unter anderem daran, dass zahlreiche Flächen mit Aktivierungshemmnissen belegt sind oder minder- beziehungsweise fremdgenutzt werden. Zudem weist Frankfurt im Vergleich der deutschen Großstädte einen zu hohen Anteil an landwirtschaftlich genutzten Flächen mit etwa 24 Prozent an der Gesamtfläche auf. Wir benötigen mehr Ausweisung von Bauland für Gewerbe, Industrie und Wohnungsbau“, forderte Caspar. (ffm)