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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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IAA 2019 will Beitrag zum Klimaschutz leisten

Automobilabsatzzahlen blieben hinter den Erwartungen

von Karl-Heinz Stier

(03.09.2019) Für die Automobilindustrie wird der konjunkturelle Wind rauer, die PKW-Absatzzahlen sind hinter den Erwartungen geblieben, einige Unternehmen mussten ihre Ertragsprognosen anpassen.

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Sie standen auf der Vor-IAA-Preko Rede und Antwort (v.l.n.r.): Geschäftsführer Dr. Martin Koers, VDA-Präsident Bernhard Mattes und Pressechef Eckhart Rotter.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Ausstellungsplan der IAA 2019 mit einer Ausstellerfläche von 168 000 Quadratmetern
Foto: Karl-Heinz Stier
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Diese Einschätzung gab der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, zur Vor-IAA-Pressekonferenz in Frankfurt bekannt. Die Internationale-Automobilausstellung (IAA)  2019 dauert vom 12.  bis zum 22. September auf dem Frankfurter Messegelände.

Im Einzelnen verwies der VDA-Chef auf die Zahlen in den drei großen Märkten Europa (minus 1 %), dem USA-Markt (minus 2 %) und China (minus 7%) hin. Ursachen seien u.a. die Handelskonflikte USA-China sowie USA-EU und der Brexit. Aus allem werde deutlich: Der Automobilstandort Deutschland mit seiner hohen Exportquote stehe vor erheblichen Herausforderungen.

Und dann appellierte der VDA an die Politik: die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes zu stärken. „Schnelle und konsequente Umsetzung ist gefragt. Wir haben zu hohe Energieabgaben und Unternehmenssteuern sowie Sozialabgaben. Notwendig ist eine nationale  Industriestrategie, die stets auch die mittelständische Unternehmen berücksichtigen muss“.

Dann kam Bernhard Mattes zur aktuellen IAA, dessen Leitmotiv „Driving tomorrow“ ist, zu sprechen. Sie sei von drei Herausforderungen geprägt: dem Klimaschutz, den CO2-Zielen und alternativen Antrieben, der Digitalisierung und automatisiertem Fahren und die Automobilindustrie im Zeichen von Protektionismus. Deshalb genüge die klassische Automobilmesse nicht mehr den Ansprüchen. „War in den vergangenen Jahrzehnten die Ausstellung ein Ort des Marketings, so wird sie heute stärker zum Treffpunkt des Dialogs und der Zukunftgedanken“, so VDA-Geschäftsführer Dr. Martin Koers. Der VDA habe deshalb die IAA neu ausgerichtet – „zur internationalen Plattform der individuellen Mobilität der Zukunft“. Dazu seien vier Formate entwickelt worden:

IAA Conference
Hier führe die IAA einen intensiven Diskurs über zukunftsrelevante Antriebe, Künstliche Intelligenz und Sharing-Economy. „Es geht nicht nur darum, wie ich von A nach B komme, sondern wie künstliche Mobilität unser Zusammenleben verändern kann“.

IAA-Exhibition
„Wie noch nie zuvor bilden wir mit der IAA 2019 das gesamte Ökosystem der Mobilität ab, Premieren mit Elektrobetrieb stehen im Mittelpunkt. Sie beschränken sich nicht nur auf die Oberklasse, sondern halten Einzug auch in der Kompaktklasse. Die Besucher können auch innovative Zukunftstechnologien entdecken“.

IAA Experience
Hier werden Fahrspaß mit der Elektromobilität  und der Digitalisierung erlebbar gemacht. Die Besucher können neueste Entwicklungen selbst testen und die Modelle Probe fahren. In der Halle 4 steht ein Publikumsmagnet im Herzen der IAA: „Motorworld“ schlägt die Brücke zwischen den Ursprüngen der Mobilität und der Zukunft. Dabei könne man sich auf eine Zeitreise mit automobilen Klassikern begeben.

IAA Career
Hier finden Berufseinsteiger Kontakte zu Ausstellern, die Ausbildungsinformationen und Karrieretipps anbieten. Zudem gibt es wieder Schulklasseaktionen für Schüler und Auszubildende.

Eröffnet wird die IAA am 12. September von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dass auf der diesjährigen IAA weniger PKW-Marken ausstellen, ist ja schon bekannt. 800 Austeller aus 30 Ländern haben sich angemeldet, 200 weniger als vor zwei Jahren. Bei den internationalen Ausstellern ist China mit 79 Unternehmen auf Platz 1  noch stärker präsent als 2017. Die Ausstellungsfläche beträgt 168 000 Quadratmetern (- 16 %).

Der VDA-Chef Mattes verkündete, dass die deutsche Automobilindustrie entschlossen sei, das Pariser Klimaschutzziel mit den CO2-Flottengrenzwerten  der EU 2030 zu erreichen. In diesem Jahr müssen dann 7 bis 10,5 Millionen E-Autos auf den Straßen fahren. Dazu gehören allerdings ein erheblichen Anteil von Ladepunkte (1 Million), zusätzlich 100 000 Schnellladepunkte und mehrere Millionen private Ladepunkte. All diese Punkte werde in einem Masterplan zusammengefasst.

Auf mögliche Demonstrationen ist der VDA vorbereitet. Nach Mitteilung von Bernhard Mattes will man sich Diskussionen mit Naturschutzverbänden stellen.