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Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

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Herbstbelebung auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt

Niedrigste Arbeitslosenzahl seit 21 Jahren

von Ilse Romahn

(01.10.2019) Betrachtet man dieses Ergebnis unter dem Aspekt, dass die Bevölkerung in der Stadt Frankfurt im gleichen Zeitraum um 16 Prozent gestiegen ist, ist diese Bilanz umso bemerkenswerter.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt war im September 2019 positiver als ursprünglich erwartet. Insgesamt waren 19.992 arbeitslose Menschen bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Frankfurt gemeldet. 3,5 Prozent weniger als im Vormonat und 2,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit hat sich stärker im Bereich der Arbeitsagentur (Sozialgesetzbuch III) bemerkbar gemacht (minus 5,3 Prozent). Im Jobcenter (SBG II) ist sie um 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Besonders erfreulich ist der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit mit mehr als 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent und liegt damit so niedrig wie noch nie zuvor in Frankfurt. 

Stephanie Krömer, seit dem 01.09.2019 neue Leiterin der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Das Frankfurt über einen lebhaften Arbeitsmarkt verfügt, ist schon allein an den Bewegungen am Arbeitsmarkt ersichtlich. Im September haben sich 6.384 Menschen arbeitslos gemeldet – 688 Menschen mehr als im Vorjahr. 7.121 Bewerberinnen und Bewerber konnten Ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind fast 580 mehr als im Vorjahr. Fast 4.100 Personen haben eine Arbeit, Ausbildung, Qualifizierung oder Weiterbildung aufgenommen. Besonders erfreut bin ich über die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Frankfurt. Die Arbeitslosigkeit bei dieser wichtigen Personengruppe hat sich um mehr als drei Prozent zum Vormonat reduziert. Viele jungen Menschen konnten nahtlos an die Ausbildung eine Arbeitsstelle finden. Auch das Ferienende und der Ausbildungsbeginn haben maßgeblich zu dem positiven Trend beigetragen. 

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt waren im September 10.757 Arbeitsstellen gemeldet, 2.091 Stellen oder 16,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenrückgang betrifft hauptsächlich die Nachfrage der Personaldienstleister. Anhand der steigenden Beschäftigungszahlen lässt sich aber deutlich erkennen, dass Frankfurter Unternehmen noch immer einstellungsbereit sind, da sie weiterhin Fachkräfte benötigen. 

Die meisten Stellenzugänge kamen aus den Berufsgruppen Objekt-, Personen-, Brandschutz und Arbeitssicherheit. Aber auch in den Berufsgruppen Verkauf, Büro und Sekretariat werden verstärkt Fachkräfte gesucht.

Stephanie Krömer: „Der aktive Frankfurter Arbeitsmarkt braucht Fachkräfte. Aus diesem Grund ist es wichtig, das Qualifizierungsniveau von Beschäftigten und Arbeitssuchenden zu steigern. Wir beraten Unternehmen gerne zu den Möglichkeiten des Qualifizierungschancengesetzes. Kontaktieren Sie dazu unseren Arbeitgeberservice. Selbstverständlich beraten wir genauso Kundinnen und Kunden in Orientierungsphasen, denn wir freuen uns sehr über den Erwerb von Berufsabschlüssen und somit der Sicherstellung von Fachkräften für die Zukunft. Auch die Unterstützung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Erhalt der Beschäftigung gehört zu unserem Beratungsrepertoire. Bei der Integration in Arbeit oder Ausbildung sind Arbeitsagentur und Jobcenter auf die Hilfe von Unternehmen angewiesen. So erhoffe ich mir von den Betrieben ein großes Engagement bei der beruflichen Eingliederung, Ausbildung oder auch der Weiterbildung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um diese künftig vor Arbeitslosigkeit zu schützen und das Know-how im Unternehmen zu sichern. Unser Arbeitgeberservice berät hier ausführlich über Möglichkeiten und evtl. finanzielle Hilfen. Interessierte Unternehmen wenden sich bitte an ihre persönlichen Fachkräfte im Arbeitgeberservice oder rufen die kostenlose Hotline 0800 5 555 20 an.“ 

Ausbildungsmarkt
Die Daten zum Berichtsmonat September werden im Ausbildungsstellenmarkt erst am 30. September 2019 (Ende des Berichtsjahres) erhoben und am 30. Oktober 2019 mit den Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht. 

Stephanie Kömer zum Endspurt des Ausbildungsjahres: „Auch zum Berichtsjahresende im September unversorgte Ausbildungssuchende werden natürlich weiterhin durch die Arbeitsagentur betreut und über Ausbildungsgänge, Einstiegsqualifizierung oder „Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen“ beraten. Jetzt ist es höchste Zeit, evtl. auch Alternativen zu überdenken, falls es mit der Wunschausbildung nicht geklappt hat. Beispielsweise Berufe aus dem Handwerk haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Hier tun sich für junge Menschen spannende Möglichkeiten auf. Betriebe, Kammern und die Arbeitsagentur gewähren gerne einen Einblick in die unterschiedlichen Berufe und geben Informationen zur Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten. Ein Besuch in unserem Main-BiZ oder auch ein Blick auf unsere Internetseite „planet-Beruf.de“ lohnt sich, denn der Frankfurter Ausbildungsmarkt bietet unendliche Möglichkeiten, einen interessanten und krisensicheren Beruf zu wählen.“

www.arbeitsagentur.de/frankfurt