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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

Helaba mit Geschäften in 2018 zufrieden

Für das neue Jahr keine großen Veränderungen erwartet

von Karl-Heinz Stier

(22.03.2019) Trotz neuer Marktmitbewerber im langfristigen Kreditgeschäft, trotz der Digitalisierung, die die Margen und Erträge belasten, trotz steigender Investitionen auf der Kostenseite, ist die Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen) mit ihrem Konzernergebnis für 2018 zufrieden. Vorstandsvorsitzender Herbert Hans Grüntker begründete dies mit einem nachhaltigen und gut diversifiziertem Geschäftsmodell seines Hauses, das „fest in der Realwirtschaft verankert ist und in unseren Kerngeschäftsfeldern eine starke Marktposition einnimmt“.

Der Helaba- Vorstand stand bei den Fragen Rede und Antwort
Foto: Karl-Heinz Stier
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So habe die Helaba nicht nur ein starkes zweites Halbjahr erlebt, das Konzernergebnis vor Steuern lag mit insgesamt 443 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (2017: 447 Millionen Euro), das Konzernjahresergebnis selbst  bei 278 Millionen, ein Zuwachs um 22 Millionen Euro und die Bilanzsumme ist um knapp 5 Milliarden bzw. 3 Prozent auf 163 Milliarden Euro  angestiegen. Mit beigetragen zu den eher positiven Segmenten haben im Gegensatz zu den rückläufigen durchschnittlichen Kreditbeständen im Immobilienkreditgeschäft  die Immobilien mit ihrem Abschlussvolumen im mittel- und langfristigen Neugeschäft  (plus 1,1 Milliarden), der um plus 3 Millionen höhere Zinsüberschuss und der Start des Förderprogramms des Landes Hessen zur Entschuldung kommunaler Haushalte (“Hessenkasse“) durch die WIBank mit 4,3 Milliarden.

Spürbar rückläufig bei der Ertragslage war das Handelsergebnis  auf 32  Millionen Euro (Vorjahr 268 Millionen Euro). Der deutliche Rückgang sei u.a. durch die Anspannung an den Kapitalmärkten und die Spread-Ausweitungen, die Bewertungsabschläge auf Derivate (von plus 77 Millionen auf minus 11 Millionen) und die Eliminierung konzerninterner Geschäfte entstanden. Dagegen ist unter „sonstiges Ergebnis“ ein Plus von 165 Millionen Euro zu verzeichnen, das im Wesentlichen auf Dividendenerträgen und dem Ergebnis aus dem Abgang von Finanzinstrumenten zurückzuführen ist.

Vorstands-Chef Grüntker wies darauf hin, dass  die Segmentberichterstattung einen ausgeglichen Ertragsmix ausweisen, mit dem Rückschläge ausgeglichen werden können. Zugleich wies er auf das beschlossene zukunftsfähige Geschäftsmodell hin. Sie sehe die Umsetzung von Wachstumsinitiativen vor, die Modernisierung der Infrastruktur (IT, Organisation und Digitalisierung), die Weiterentwicklung der „Unternehmenskultur und Werte“, und inzwischen als vierte Kategorie mit  „Wachstum und gesteigerte Effizienz“ ergänzt worden sei.

Ausblickend auf die Zukunft  sagte er: „ Wir haben eine solide Basis mit starken Marktpositionen in den Kerngeschäftsfeldern für zukünftiges Wachstum gelegt. Wir wollen durch höhere Effizienz den Kostenanstieg bremsen und trotz Belastungen aus Zinsumfeld und regulatorischen Anforderungen erwarten wir auf  diesem Hintergrund ein Ergebnis auf Vorjahresniveau.“

Was die Konsolidierung im Landesbankenbereich angehe, so lehnt sich die Helaba erst einmal nach dem vergeblichen Versuch, im Oktober 2018 ein unverbindliches Angebot zur Teilnahme an der Kapitalerhöhung der Nord/LB  abzugeben, zurück. Zuerst müsse erst mal die Frage des Geschäftsmodells beantwortet werden. Danach folge die Frage der Trägerkultur. „Nur wenn es hierzu klare Vorstellungen und Opportunitäten gibt, kann die Konsolidierung der Landesbanken erfolgreich sein“, sagte Vorstandschef Grüntker.