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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019

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Heinrich Mylius-Ausstellung im Museum Giersch

Ein europäischer Bürger zwischen Frankfurt am Main und Mailand

von Ilse Romahn

(12.08.2019) Zum 250. Geburtstag des in Frankfurt geborenen Heinrich Mylius widmen das Museum Giersch der Goethe-Universität und die Villa Vigoni, Deutsch-Italienisches Zentrum für Europäische Exzellenz, Loveno di Menaggio, der vielseitigen Persönlichkeit eine Jubiläumsausstellung.

Pelagio Palagi: Heinrich Mylius, 1831
Foto: Archivo Fotogragrafico Villa Vigoni
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Heinrich Mylius war Kaufmann, Bankier und Mäzen, ein innovativer Kopf mit sozialem Verantwortungsbewusstsein und kulturellem Engagement. Sein Leben zwischen deutschem Kulturraum und Italien gleicht einer vorbildlichen europäischen Migrations- und Integrationsgeschichte.

In Mailand gelangte er zu Reichtum und Ansehen. Er war in unterschiedlichen Produktions- und Handelszweigen aktiv, schwerpunktmäßig in der Seidenindustrie. Ökonomisch und technisch-handwerklich, aber auch was die Ausbildung und die soziale Absicherung seiner Angestellten anging, gehörte Mylius zu den europäischen Pionieren.

Hohe Wertschätzung erfuhr Mylius aufgrund seiner mäzenatischen Aktivitäten, mit denen er seine Heimatstadt Mailand und seine Vaterstadt Frankfurt am Main bedachte: Er förderte 2 kulturelle, religiöse, karitative und soziale Einrichtungen. Seine Vermittlung zwischen den beiden Meistern Johann Wolfgang Goethe in Weimar und Alessandro Manzoni in Mailand markierte einen Höhepunkt deutsch-italienischer Literaturgeschichte.

Die Schau beleuchtet anhand von Gemälden, Skulpturen, Aquarellen, Druckgraphiken, Büchern und Archivalien, die mehrheitlich aus der Villa Vigoni stammen, sowie einigen Reproduktionen die wichtigsten Stationen im Leben des Heinrich Mylius (Frankfurt am Main, Mailand, Triest und Weimar) und seine internationalen Netzwerke.

Öffentliche Führungen (Kosten: 3,- € (zzgl. zum Eintritt)
Sonntag: 18.8., 1.9. und 8.9.2019 jeweils 15 Uhr; Mittwoch: 14.8. um 17.30 Uhr

Gruppenführungen: Di–Fr 60,- €; Sa, So 65,- €; feiertags 80,- € (zzgl. zum Eintritt)

Vortrag (Eintritt: 4,- € an der Abendkasse)
Donnerstag, 5. September 2019, 19 Uhr
Handel, Mäzenatentum, Konfession: Heinrich Mylius und seine europäischen Netzwerke
Dr. Ellinor Schweighöfer, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Der Vortrag widmet sich dem mäzenatischen Wirken Heinrich Mylius‘ in seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main, das sich im Kontext seiner weit verzweigten und ausdifferenzierten europäischen Netzwerke vollzog.

Heinrich Mylius (1769–1854). Eine Biographie, Menaggio: Villa Vigoni, 2019
Publikation: C. Liermann, G. Meda Riquier, V. Usselmann (unter Mitwirkung von M. Labitzke)

Das Deutsch-Italienische Zentrum für Europäische Exzellenz Villa Vigoni widmet dem „Gründervater" Heinrich Mylius (1769–1854) aus Anlass seines 250jährigen Geburtsjubiläums erstmals eine monographisch gestaltete Publikation. In vier Kapiteln werden die wichtigsten Etappen aus Mylius’ Leben erzählt: Mylius als Kaufmann, Bankier und öffentliche Person; der Kulturvermittler und Netzwerker im Weimarer Umfeld; Mylius privat sowie Mylius der Visionär. Bisher unveröffentlichte Dokumente ergänzen diese Rekonstruktion des internationalen Kontextes einerPersönlichkeit, die man mit Fug und Recht einen „europäischen Bürger" nennen kann.

Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main www.museum-giersch.de

Eintritt: Erwachsene 4,- €. Personen unter 18 Jahren und Schulklassen haben freien Eintritt.
Öffnungszeiten: Di–Do 12–19 Uhr; Fr–So 10–18 Uhr; Montag geschlossen
Fr 23.8. 10–17 Uhr, Sa 24.8. 10–22 Uhr, So 25.8. 10–20 Uhr geöffnet
Sonderöffnungszeiten nach Vereinbarung