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Letzte Aktualisierung: 14.06.2019

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Happy New Ears - Portraitkonzert mit dem Ensemble Modern an der Oper Frankfurt

von Ilse Romahn

(05.06.2019) Das vierte und letzte Happy-New-Ears-Konzert der Spielzeit 2018/19 am Pfingstmontag, dem 10. Juni 2019, um 20.00 Uhr im Opernhaus widmet das Ensemble Modern dem österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas (* 1953) in Form eines Portraits.

Bildergalerie
Georg Friedrich Haas
Foto: Universal edition
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Sylvain Cambreling
Foto: Marco Borggreve
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Haas gehört seit Jahrzehnten zu den zentralen Figuren der Neuen Musik. Furore gemacht hat jüngst sein in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Händl Klaus entstandener Musiktheater-Zyklus, bestehend aus den Opern Thomas, Bluthaus und Koma. Der in Graz geborene und in der Bergwelt des Montafon aufgewachsene Komponist studierte in Graz und Wien. Prägend wurde für ihn sein Lehrer Friedrich Cerha, mit dem ihn bis heute gegenseitige Wertschätzung verbindet. Als für ihn wichtig nennt Haas außerdem John Cage, durch den er zu der Freiheit gefunden habe, sich jenseits dogmatischer Systeme musikalisch auszudrücken; daneben verweist er u.a. auf Giacinto Scelsis Klangmystik.

Nach eigener Aussage stand Haas lange unter dem Einfluss seines von der Nazi-Ideologie vergifteten Elternhauses, von dem er sich radikal befreien musste. Dunkelheit ist ein wiederkehrender Zug seiner Werke. Seine Musik vereint starke Bezüge zur Tradition mit nicht nachlassender Experimentierbereitschaft, vor allem im Bereich der Mikrotonalität.

Das 2013 entstandene Werk Anachronism – das wie alle im Folgenden genannten Titel an diesem Abend erklingt – greift Topoi der amerikanischen Minimal Music auf; Haas lebt seit 2013 in New York, wo er an der Columbia University unterrichtet – neben seiner Lehrtätigkeit an der Kunstuniversität Graz und der Musikakademie Basel. Blumenwiese 2 (2018) ist angeregt von Mira Lobes Kinderbuch Das kleine Ich bin Ich. Dazu Georg Friedrich Haas: „Die Geschichte beginnt auf der ‘bunten Blumenwiese‘ – jenem Ort, wo dem kleinen Ich-bin-Ich die Frage gestellt wird: ‘Wer bist denn du?‘ Meine Blumenwiese ist eine Sammlung von miteinander vernetzten Werken, in denen virtuose Sololinien nebeneinander stehen (oder auch alleine bleiben)." In seinem Monolog für Frankfurt (2018) wird sich Haas voraussichtlich auch politisch äußern und ein selbst vorgetragenes Statement mit seiner Musik verbinden.

Gesprächspartner des Moderators Bernhard Günther ist neben dem vielfach ausgezeichneten Komponisten der französische Dirigent Sylvain Cambreling, der eine Woche zuvor mit der Premiere von Szymanowskis Król Roger nach über 20 Jahren an die einst von ihm geleitete Oper Frankfurt zurückkehrt. An diesem Abend leitet er nun das Ensemble Modern mit dem Solisten Rainer Römer (Schlagzeug).

Karten zum Preis von € 17 (für Studenten € 8,50; 12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf (069)21249 494 erhältlich.

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