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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019

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Happy New Ears - Portraitkonzert mit dem Ensemble Modern am 19. Februar

von Ilse Romahn

(07.02.2019) Das zweite Happy-New-Ears-Konzert der Spielzeit 2018/19 am Dienstag, dem 19. Februar 2019, um 20.00 Uhr im Opernhaus widmet das Ensemble Modern der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth (*1968) in Form eines Portraits.

Bildergalerie
Ensemble Modern
Foto: Vincent Stefan
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Olga Neuwirth
Foto: Harald Hoffmann
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Mit dem Phänomen Klaus Nomi, einem der schillerndsten Countertenöre der jüngeren Musikgeschichte, beschäftigt sich Olga Neuwirth, die in zahlreichen ihrer Kompositionen die Konstruktion von Identität sowie die gesellschaftliche Position von KünstlerInnen befragt, seit ihrer Jugend. Neuwirths Affinität zu dem wenig greifbaren Grenzgänger Nomi steht dabei auch paradigmatisch für ihr Schaffen: ihrem Denken außerhalb von Genreschubladen, der Verflechtung unterschiedlichster künstlerischer Ausdrucksformen sowie der Faszination für die Counter-Stimme.

„Will they know me? Nomi? Know me? No!" – War er ein Popstar? Eine Operndiva? Ein „intergalaktischer Pierrot"? Klaus Nomi entzieht sich jeder Eindeutigkeit. Er verband Glamour und Trash, Barockarien und New Wave, Albernheit und Ernst und war dabei vielleicht doch nur dieser „Simple Man", von dem er singt. Anfang der 1970er Jahre ging der als Klaus Sperber in der bayerischen Provinz geborene Opernenthusiast mit der Falsett-Stimme nach New York, wo er die Kunstfigur Klaus Nomi erfand und in den Clubs des East Village Kultstatus erlangte. 1983 erlag Klaus Nomi seiner Aids-Erkrankung. „Ein mit Zweifeln gespicktes, leichtes, ironisches Requiem auf einen Visionär", hat Olga Neuwirth ihre Hommage à Klaus Nomi (1998/2008, rev. 2017) bezeichnet. Darin „covert" sie seine Songs, arrangiert sie neu und verfremdet sie. Den 1998 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführten vierteiligen Liederzyklus überarbeitete Neuwirth mehrfach, erweiterte ihn um fünf Nummern und kreierte darüber hinaus die Musiktheater-Version A songplay in 9 fits.

Nach dem immensen Erfolg der Deutschen Erstaufführung von Lost Highway im Bockenheimer Depot zu Beginn der aktuellen Saison 2018/19 kommen Olga Neuwirth, die Oper Frankfurt und das Ensemble Modern unter der Leitung von Karsten Januschke im Rahmen dieses Portraitkonzerts erneut zusammen, unterstützt von dem Flötisten Dietmar Wiesner und dem Countertenor Daniel Gloger. Den amüsant-melancholischen Nomi-Songs gegenübergestellt wird mit Aello – ballet mécanomorphe (2017) eine jüngere Arbeit Neuwirths, die 2018 erstmals aufgeführt wurde. Wie sie sich in dem Werk für Soloflöte, zwei Trompeten (mit Dämpfer!), Streicher, Synthesizer und Schreibmaschine mit Bachs 4. Brandenburgischem Konzert auseinandersetzt, davon wird Olga Neuwirth im Gespräch mit Moderator Olaf A. Schmitt berichten.

Karten zum Preis von € 17 (für Studenten € 8,50; 12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf) sind bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf (069)21249494 erhältlich.

Weitere Happy New Ears-Termine der Saison 2018/19:
Dienstag, 02. April 2019 Fausto Romitelli und Montag, 10. Juni 2019 Georg Friedrich Haas, jeweils um 20.00 Uhr im Opernhaus