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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Häufiges Darmleiden: Morbus Crohn

Leben mit der chronisch-entzündlichen Erkrankung

von Ilse Romahn

(06.02.2019) Bauchschmerzen und Durchfall kennen die meisten Menschen. Doch treten diese Symptome über Wochen hinweg auf, liegt womöglich eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung vor. Als häufige Ursache gilt Morbus Crohn, der in allen Abschnitten des Verdauungstraktes, also von der Mundhöhle bis zum After, aufkommen kann.

Dr. med. Georg Krupp
Foto: radprax Plettenberg
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Um eine Diagnose zu stellen und um die Beschwerden der Patienten zu lindern, greifen Ärzte auf verschiedene Verfahren zurück. Wie Mediziner die Krankheit erkennen und welche Behandlungen sie nutzen, erklärt Dr. med. Georg Krupp, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie von radprax Plettenberg.

Wiederkehrende Beschwerden
Bei Morbus-Crohn-Patienten treten – nicht immer gleichzeitig – verschiedene Symptome auf. Häufig leiden sie an krampfartigen Bauchschmerzen, anhaltenden Durchfällen und vereinzelt an Fieber sowie Schmerzen im Knie- und Sprunggelenk. Weitere Anzeichen stellen ein ungewollter Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit dar. Patienten klagen darüber hinaus über chronische Müdigkeit sowie entzündliche Hautveränderungen. Auch Fisteln und kleine Risse im Enddarm, sogenannte Fissuren, gehören zu möglichen Begleiterscheinungen. Für eine exakte Diagnose führen Mediziner nach der Anamnese eine Abtastung des Darms zur Feststellung von Schmerzbereichen und Verhärtungen durch. „Weitere Ergebnisse liefern bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall, also die Sonografie, oder gegebenenfalls eine Darmspiegelung, die sogenannte Koloskopie. Diese Untersuchung kann die Erkrankung durch entnommene Gewebeproben meist feststellen. Ohne Sonde und somit angenehmer für Patienten stellt die MR-Sellink-Methode mithilfe der Magnetresonanztomografie den Dünndarm dar. Patienten nehmen dafür ein Kontrastmittel ein, sodass Mediziner Veränderungen sowie Verdickungen erkennen“, erklärt der radprax-Experte. Zeitgleich geben erhöhte Entzündungswerte und Biomarker im Blut ein weiteres Indiz für Morbus Crohn.

Symptome in den Griff bekommen
Derzeit gibt es keine Therapie, die Betroffene gänzlich von Morbus Crohn heilt. Verschiedene Behandlungen ermöglichen jedoch eine Eindämmung der Entzündungen, sodass Patienten weniger unter den Folgen leiden. So versuchen Ärzte mit Medikamenten, darunter Antikörper, Immunsuppresiva, Kortisonpräparate und entzündungshemmende Aminosalizylate, die beschwerdefreien Intervalle möglichst lange zu erhalten beziehungsweise erneute Schübe der Krankheit zu vermeiden. „Da häufige Durchfälle zum Nährstoffverlust und damit zu einem Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralien führen, spielt neben Medikamenten ebenso die gezielte Ernährung eine wichtige Rolle“, erläutert Dr. med. Krupp. Um einer Unterversorgung entgegenzuwirken, empfehlen Ärzte Nahrungsergänzungsmittel, Schonkost oder – in notwendigen Fällen – eine Nahrungszufuhr über spezielle Trinkfläschchen. Befindet sich die Erkrankung allerdings in einem fortgeschrittenen Stadium und lässt sich nicht mehr medikamentös behandeln, finden Operationen als weitere Therapiemöglichkeit Anwendung. Hierbei entnehmen Mediziner entzündete Darmabschnitte. Grundsätzlich dienen kontinuierliche Untersuchungen beim Arzt der Kontrolle des Krankheitsverlaufs. Erkennen Ärzte dabei Komplikationen, passen sie die Behandlungsmethode dementsprechend an. Schlagen die Therapien an, führen Betroffene ein weitestgehend beschwerdefreies Leben.

Weitere Informationen unter www.radprax.de