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Letzte Aktualisierung: 18.12.2017

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Gustave Flauberts „Madame Bovary“ in der Theater-ABO-Reihe „Sternstunden“ in Idstein

von: Ilse Romahn

(07.12.2017) Der Roman „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert war „die“ Skandal-Story des 19. Jahrhunderts. Die Bühnenadaption ist am Dienstag, 19. Dezember, um 20.00 Uhr in der Idsteiner Stadthalle zu sehen.

Szenenfoto `Madame Bovary`
Foto: Magistrat Stadt Idstein, Abt. Tourismus und Kultur
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1856 sorgte Gustave Flaubert mit der Veröffentlichung seiner „Sittenschilderung aus der Provinz“ für großes Aufsehen in ganz Frankreich und musste sich wegen „Verletzung der öffentlichen Moral“ sogar vor Gericht verteidigen.

Emma wächst nach dem Tod ihrer Mutter bei ihrem Vater auf einem abgelegenen Bauernhof in der Normandie auf. Sie liest leidenschaftlich gern, träumt von der großen Liebe und der weiten Welt. Beides erhofft sie sich von der Heirat mit dem Landarzt Charles Bovary. Der jedoch erweist sich bei aller Verehrung für seine Frau als schlicht und ambitionslos. Zudem mischt sich seine engstirnige Mutter ständig in das Leben des jungen Paares ein. Nach einer eher zufälligen Einladung auf einen Ball in adeligen Kreisen werden Emmas Mädchenträume zur Obsession. Charles hofft, die ‚Beklemmungen’ seiner lebenshungrigen Ehefrau durch einen Ortswechsel heilen zu können. In ihrer neuen Heimat Yonville erwartet das Ehepaar jedoch nur kleinbürgerliche Enge, personifiziert in der Gestalt des selbstherrlichen Apothekers Homais, der sich selbst für einen fortschrittlichen Freigeist hält.

Emma versucht, ihren Traum von leidenschaftlicher Liebe in Affären mit dem pomadisierten Provinz-Don-Juan Rodolphe und dem schüchternen, aber Kunst liebenden Kanzlisten Léon auszuleben. Um wenigstens etwas Luxus in ihrem Leben zu haben, verschuldet sie sich immer mehr bei dem schmierigen Geschäftsmann Lheureux. So wird sie erpressbar, und die allgegenwärtige, Tratsch süchtige Dorfgemeinschaft macht ihr das Leben zur Hölle...

Flauberts Roman erzählt vom Wunsch, dem als unzureichenden Leben in Traum und Illusion zu entkommen. Kaum eine andere Frauenfigur der Weltliteratur ist so faszinierend, kaum ein anderes Schicksal hat so viele Leser berührt. Aufreizend, provokant, unbeugsam. Das ist „Madame Bovary“. Die tragikomische Inszenierung des Theater Wahlverwandte bietet Klamauk und Groteske, Satire und durch surreale Effekte durchbrochene dramatische Momente. Silvia Armbrusters beeindruckende Bühnenadaption zeigt, warum der Stoff – das Scheitern einer romantischen und überaus lebenslustigen Idealistin – auch heute noch fasziniert.

Die Produktion des Theaters Wahlverwandte (Tourneedurchführung Tournee-Theater THESPISKARREN) ist am Dienstag, 19. Dezember, um 20.00 Uhr in der Stadthalle Idstein zu sehen.

Weitere Informationen bei der Stadt Idstein, Telefon Nr. (06126)78622.

Restkarten gibt es im Freiverkauf bei „Optik-Studio Noé“, Schulze-Delitzsch-Straße 28, 65510 Idstein, Telefon (06126)570008 

www.idstein.de