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Letzte Aktualisierung: 20.09.2019

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Grenzenlose Malkunst im Gesundheitszentrum Kelkheim

Am 29. August wird eine ganz besondere Ausstellung eröffnet

von Norbert Dörholt

(26.08.2019) All der guten Dinge sind drei, sagt man gemeinhin. Warum gerade drei bleibt dahingestellt, aber im vorliegenden Fall stimmt auf jeden Fall das „gut“. Und drei sind es auch: Drei Künstler aus drei Ländern, getrennt durch drei unterschiedliche perspektivische Sichtweisen. Das Kunstforum Zauberberg in Kelkheim, Frankenallee 1, fokussiert ihre Werke in einer Ausstellung ab Donnerstag, dem 29. August, unter dem passenden Titel „Grenzenlos“.

Bildergalerie
Wolf Bach im Dialog zwischen Malerei und Fotografie, hier sein „Goblin“.
Foto: Kunstforum Zauberberg
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Die Bilder von Tito Oliveira sind von einfacher Farbe aber großer Ausdruckskraft, hier Mutter mit Kind.
Foto: Kunstforum Zauberberg
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Lia Thomas Werke fordern oft die Phantasie der Betrachter heraus.
Foto: Kunstforum Zauberberg
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Die drei haben folgende Namen: Lia Thoma, Tito Oliveira und Wolf Bach. Ihre jeweiligen Stielrichtungen passen anscheinend nicht zueinander. Gerade darin aber liegt die Spannung der Bilderflut. Die Künstlerin Lia Thoma wurde in Rio de Janeiro geboren. Sie hat seit 2006 an zahlreichen Kunstausstellungen weltweit teilgenommen und wurde 2012 von der brasilianischen Kunstakademie als offizielles Mitglied nominiert. Sie stammt aus einer Malerfamilie, die großen Einfluss auf ihre künstlerische Entwicklung hatte. Schon als Kind machte sie die ersten Erfahrungen mit der Malerei, indem sie ihre Gefühlswelt und Wahrnehmung in ihren Bildern ausdrückte. Gelebt hat sie aber nicht nur im fernen Brasilien, sondern auch in Paris, London, Liverpool, Montreal und Zimbabwe. In Deutschland lebt sie, seit 1988.

Ihre Malerei beschränkt sich nicht nur auf Ölbilder, sondern auch auf Acryl und Aquarell. So nimmt es nicht Wunder, wenn sie sich selbst so beschreibt: Als Künstlerin bin ich von drei Charaktereigenschaften geprägt: Weltoffenheit, Herzensweisheit und Lebensfülle.“

Aus Lissabon stammt Künstler Nummer zwei, Tito Oliveira. Er lebt und arbeitet dort. In seinen Werken überwiegt die Zeichnung, die das Wesen seiner Kunst ausmacht. Sie ist der Beginn der grafischen Arbeit und der Kommunikation mit dem Betrachter. Es sind Bilder von einfacher Farbe, aber mit großer Ausdruckskraft und thematischer Bedeutung. Verschwenderisch abwechslungsreich kann man unter anderem Landschaften, Porträts oder Menschen betrachten, die der Künstler frei einfängt.

Tito Oliveira ist ein Künstler mit langjähriger Erfahrung, der schon in mehreren Ländern der Welt eine herausragende Rolle gespielt hat. Und natürlich hat auch er seine ganz persönliche Meinung über die Rolle der Kunst, und die klingt so: „Freiheit ist nicht die verdorbene Laune dessen, was ein Künstler sein sollte. Freiheit bedeutet in der Kunst, alle Arten von Visionen und Theorien anzunehmen und umzuleiten, auch jene, die angeblich entgegengesetzt sind.“

Das Thema des in Hofheim leben und arbeitenden Wolf Bach ist das weite Feld der fiktiven Landschaftsdarstellung. Der Dialog zwischen Malerei und Fotografie prägt seine künstlerische Arbeitsweise. Er erwandert Kultur- und Urlandschaften mit der Kamera für fotografische Skizzen. Im Atelier liefern Erinnerungen und Imagination das Material für seine Bilder. Suchend, sammelnd, verknüpfend entwickelt sich ein Gestaltungsprinzip, das zu einer Bildidee führt.

Die Nichtfarben Weiß und Schwarz werden mit wenigen Pastelltönen ergänzt. „Mit dem Blick auf die technischen Möglichkeiten experimentiere ich mit den unterschiedlichsten Materialien“, erklärt er. Einige finde er in der Natur wie Sand oder Rost. In einigen neueren Arbeiten verarbeitet oder recycelt er Verpackungsmaterial. Bei seinen Arbeiten untersuche er das Wechselspiel von organischen und konstruierten Formen, sowie das von matten und glänzenden Oberflächen. In den Bildern werden erlebte zu imaginären Landschaften. Sie sprengen Vertrautes und reizen zur freien Assoziation.

Zu seinen Arbeiten sagt er: „Die Natur weiß nichts von uns und kümmert sich nicht um uns. All die Metaphern, die wir uns für sie ausdenken, sind ein Versuch mit der nichtmenschlichen Wirklichkeit zu kommunizieren. Alles was wir aus der Natur herauslesen, sind unsere Interpretationen.“

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 29. August, vom Kunstforum Zauberberg, Gesundheitszentrum Kelkheim, Frankenallee 1, 65779 Kelkheim, um 18:30 Uhr eröffnet. Die Arbeiten kann man bis zum 16. November betrachten. Die ebenso sachkundige wie originelle Einführung hält der Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Metternich.